Wildlife Tour auf Insel Lunga – Den Puffins auf der Spur

Kennt ihr diese Tage, die einem für immer in Erinnerung bleiben werden? Genau so einen Tag durften wir während unserer Schottlandreise erleben. Es war der zweite Tag nach unserer Ankunft in Schottland und es war einfach alles perfekt. Wir erkundeten an diesem Tag atemberaubende Küstenlandschaften, aber das absolute Highlight waren unsere tierischen Begegnungen.


Staffa and Treshnish Isles Wildlife Tour

Schon vor unserer Schottlandreise machten wir uns Gedanken darüber, welche Tiere wir gerne in freier Wildbahn erleben wollten. Puffins, auf deutsch der Papageientaucher, aber auch Delfine standen hier ganz oben auf unserer Liste. Und so kam es, dass wir während unseres ersten Tages in Schottland kurzfristig beschlossen, an der organisierten Staffa and Treshnish Isles Wildlife Tour von dem Tourenanbieter Staffa Tours teilzunehmen und uns hierfür zwei Tickets buchten.

In der ca. sechsstündigen Tour waren ein Stopp auf der Insel Staffa und ein Stopp auf Insel Lunga mit inbegriffen. Die Bootsfahrt an sich war bereits ein absolutes Ereignis, denn bereits nach 10 Minuten sind mehrere große Tümmler mit unserem Boot mitgeschwommen. Die Delfine spielten mit der Strömung, die das Boot erzeugte. Da wir uns während der Fahrt auf dem offenen Deck aufhielten, kamen wir den Tümmlern sehr nahe. Ein vielversprechender Beginn einer wunderbaren Tour.

Lunga, Scotland
Insel Lunga

Wir hatten natürlich viel Glück so vielen Tieren begegnet zu sein, eine Garantie gibt es dafür nämlich nicht. Auch das Wetter hat mitgespielt und ermöglichte uns, auf den beiden Inseln Halt zu machen. Am besten informiert ihr euch im Vorfeld eurer geplanten Tour ausreichend auf der Webseite des Tourenanbieters. Seit Mitte Juli 2022 wurden die Inselbesuche auf den Treshnish-Isles wegen der Gefahr der Vogelgrippe für den Rest der Saison ausgesetzt. Papageientaucher lassen sich daher nur noch vom Boot aus beobachten. Laut Anbieter findet die Anlandung auf der Insel Staffa weiterhin statt.

Für die Tour haben wir umgerechnet ca. 80 € pro Person bezahlt (Stand Juni 2022).


Unser Ausgangspunkt – Kilchoan

Staffa Tours startet seine Touren üblicherweise in Tobermory auf der Insel Mull und in Kilchoan ist ebenfalls ein Zustieg möglich. Da wir mit unserem Camper nicht auf die Insel Mull übersetzen wollten, beschlossen wir von Kilchoan aus die Tour zu beginnen. Diese startete am Mingary Pier, wo kostenlose Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Parkplätze sind jedoch stark begrenzt, daher sollte man bei Zeit dort sein.

Die Nacht verbrachten wir auf einem kostenpflichtigen Stellplatz in Kilchoan. Der Stellplatz lag direkt am Meer und wir hatten eine unglaubliche Aussicht. Wir waren umgeben von Schafen und vielen Kaninchen.

Kilchoan ist ein kleines Dorf auf der schottischen Halbinsel Ardnamurchan. Laut unserer Recherche beläuft sich die Zahl der Einwohner auf ca. 150. Als wir am ersten Tag unserer Schottlandreise die Tour buchten, war uns jedoch nicht bewusst wie viel Mühe und Zeit die Fahrt nach Kilchoan beanspruchen würde.

Wir waren an diesem Tag bereits mehrere Stunden mit dem Camper unterwegs gewesen, hatten zwei Burgen und das Glenfinnan Viaduct besichtigt (Link zum Blogbeitrag) . Laut Google Maps sollte die Fahrt bis Kilchoan ca. 1:40 h beanspruchen. Weit verfehlt, denn die Hälfte der Strecke bestand aus einer Single Track Road. Und die hatte es echt in sich. Eine Kurve nach der anderen, ein Hügel nach dem anderen und eine Straße, die schon etwas in die Jahre gekommen zu sein schien.

Für uns als „Schottlandneulinge“ eine ziemlich nervenaufreibende Sache. Da wir wegen der vielen Kurven und Hügel immer nur maximal bis zur nächsten Ausweichbucht sehen konnten, wenn überhaupt, kamen wir nur im Schneckentempo voran. Zum Glück hatten wir nicht viel Gegenverkehr

Im Nachhinein sind wir aber wirklich froh diese Anstrengung auf uns genommen zu haben, denn Kilchoan ist ein wirklich schöner Ort und für die Wildlife Tour hat es sich ohnehin schon gelohnt!

Tankstelle in Kilchoan
Tankstelle in Kilchoan

Insel Staffa

Nachdem beeindruckenden Start der Tour war das nächste Ziel die Insel Staffa. Staffa ist eine Felseninsel, die zu den inneren Hebriden gehört. Sie ist bekannt als die „Insel der Säulen“ und besonders beliebt wegen ihrer Meereshöhle, der Fingal’s Cave.

Während des einstündigen Aufenthaltes auf Staffa hat man die Möglichkeit die Fingal’s Cave zu bestaunen und die Insel zu begehen. Die Stunde verging recht schnell. Da ich mich ein wenig von meiner Seekrankheit erholen musste, reichte die Zeit nicht mehr um die Höhle zu besichtigen. Auch ohne Besuch der Höhle hat uns die Insel landschaftlich sehr gut gefallen.


Insel Lunga – Puffinspot

Nachdem Stopp auf der Insel Staffa ging es nach einer kurzen Bootsfahrt auf die Insel Lunga. Insgesamt zwei Stunden verbrachten wir auf Lunga. Einer der schönsten Tierbegegnungen unseres Lebens hat uns hier erwartet.

Die Insel Lunga ist ein besonderes Schutzgebiet für die Brutkolonien von Seevögeln, darunter Papageientaucher, Dreizehenmöwen, Sturmtaucher, Trottellummen und Tordalken.

Lunga, Scotland
Insel Lunga

Um ehrlich zu sein haben wir uns landschaftlich nicht besonders viel von Lunga angesehen. Wir kamen nicht sehr weit auf der Insel voran, denn wir waren so überwältigt von den vielen hunderten Papageientauchern, die bereits relativ am Anfang der Insel ihre Bruthöhlen bewohnten.

Als wir in die Nähe der Bruthöhlen kamen, sahen wir ziemlich schnell den ersten Papageientaucher. Wir waren überwältigt von der Schönheit dieses Tieres. Es kam aus seiner Hölle heraus, schaute uns an und lief langsam in unsere Richtung. Der Puffin war nur wenige Meter von uns entfernt!

Es dauerte nicht lang und und unser Besuch machte bei den Puffins die Runde. Nach und nach kamen immer mehr Papageientaucher aus ihren Bruthöhlen heraus. Wir waren sprachlos wie viele Papageientaucher sich auf einmal vor uns befanden.

Nur wenige Meter sind wir gelaufen, den wir hielten uns die ganzen zwei Stunden der Aufenthaltszeit in der Nähe der Bruthöhlen auf und beobachteten die bunten Meeresvögel bei ihren Aktivitäten. Inzwischen waren Hunderte der bunten Vögel auf kleinster Fläche zu beobachten. Sie hatten keinerlei Scheu vor dem Menschen.

Es macht unglaublich viel Spaß diese Tiere zu beobachten, wie durch das satte Grün der Wiese watschelten und miteinander agierten. Ab und an kam eine große Raubmöwe (Skua) angeflogen und die Papageientaucher sind wie auf Knopfdruck gemeinsam in Sicherheit geflogen. Wenige Sekunden danach beruhigte sich die Lage und sie landeten wieder über ihre Höhlen.

Neben den vielen Puffins tummelten sich auch einige Tordalken aus der gleichen Tierfamilie dazwischen. Unter anderem waren auch einige Eissturmvögel und Kormorane zu sehen.

Mehr Bilder von Lunga:

  • Razorbills auf Lunga
  • Papageientaucher auf Lunga
  • Lunga - Der Himmel voller Papageientaucher
  • Puffins auf Lunga
  • Insel Lunga - Staffa Tours


Unser Equipment

Die Puffin Aufnahmen haben wir mit unserer Nikon Z50* gemacht. Wir verwenden für die Nahaufnahmen das Objektiv Sigma 150-600mm*.

Mit dem Ergebnis der Aufnahmen sind wir mehr als zufrieden.

Was natürlich nicht fehlen durfte war unser Fernglas*. Da wir so nah an die Papageientaucher herankamen, konnte ich mit dem Fernglas wirklich jedes Detail an ihnen beobachten.


Video

Um noch einen besseren Eindruck unserer tierischen Begegnung auf Lunga zu bekommen, könnt ihr auch gerne unser YouTube Video über die Insel anschauen:

Weitere Beiträge über unsere Schottlandreise findet ihr hier!


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