Straßenhunde in Marokko

In Marokko leben schätzungsweise drei Millionen streunende Hunde auf den Straßen. Jedes Jahr werden Tausende von Straßenhunden in Marokko auf tragische Weise getötet, aus Angst vor Tollwut und als Versuch, die Steunerpopulation unter Kontrolle zu bringen.

In diesem Beitrag möchten wir einen kurzen Überblick darüber geben, warum die Situation so ist – wie sie ist. Und welche Möglichkeiten es gibt, um das Leben der Hunde zu verbessern.

Zur besseren Übersicht haben wir ein Inhaltsverzeichnis für euch erstellt:


Die Situation der Straßenhunde in Marokko

Es gibt etwa 500 Millionen Hunde auf der Welt. Davon sind schätzungsweise 75 %, d. h. etwa 375 Millionen, streunende Hunde. Es wird allgemein angenommen, dass es in Marokko drei Millionen Straßenhunde gibt, hierzu gibt es jedoch keine wissenschaftliche Studie.1

Die meisten Straßenhunde in Marokko leben unter schrecklichen Bedingungen, sie ernähren sich von Essensresten aus dem Müll und leiden unter Misshandlung, Verletzungen und Krankheiten.

Streunende Hunde werden von einzelne Personen oder Gruppen aus der Bevölkerung und den marokkanischen Behörden verfolgt, die sie als Ärgernis und als Gefahr für die öffentliche Gesundheit betrachten. Es werden ca. 60.000 Hunde im Jahr getötet.2 Die Dunkelziffer wird jedoch viel höher sein, denn die Hunde, die von den Anwohnern selbst getötet werden und auch die zahlreichen Opfer, die durch Verkehrsunfälle und Krankheiten zustande kommen, zählen hier nicht mit rein.

„In einem Jahr kann eine Hündin bis zu drei Würfe mit jeweils sieben Welpen zur Welt bringen. Die überlebenden weiblichen Welpen können bereits im Alter von sechs Monaten mit der Paarung beginnen. In 6 Jahren können eine einzige Hündin und ihre Nachkommen 67.000 Welpen zur Welt bringen!“
Quelle: https://spadumaroc.com/stray-dogs, Stand 20.02.2024

Während der Welpensaison werden viele Welpen von ihren Müttern getrennt und abseits der Orte ausgesetzt. Für die Welpen ist das ein Todesurteil. Aber auch wenn die Welpen bei ihrer Mutter bleiben können, so erliegen die meisten dem Parvovirus oder anderen Krankheiten. Jedes Jahr sterben eine riesige Anzahl an Welpen in Marokko.

„Sobald man Hunde und Katzen entfernt, z.B. durch Massentötung oder Wegsperren, entspannt sich die Lage zwar kurzfristig. Da es aber plötzlich mehr zu Fressen und grössere und freie Reviere gibt, füllen sich diese rasch mit neuen Tieren: mit Welpen von unkastrierten Tieren, ausgesetzten Tieren oder durch Zuwanderung anderer Streuner aus benachbarten Revieren.“
Quelle: https://www.tierbotschafter.ch/tnvr, Stand 20.02.2024


Exkurs: Der Hund im Islam

Vor unserer Reise nach Marokko war uns nicht bekannt, dass im Islam Hunde als „unreine“ Tiere gelten. Vor allem der Speichel der Hunde wird als unrein bezeichnet.
Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass diese Tiere nicht gemocht werden. Aber es bedeutet eben auch, dass es nach der traditionellen muslimischen Einstellung nicht gestattet ist, sich einen Hund anzuschaffen, außer wenn er als Nutztier gehalten wird (z.B. als Jagd-/Wachhund). Es ist daher eher selten, dass in Marokko Hunde als Haustiere gehalten werden.

Hinweis: Es gibt ebenso Muslime, die sich als Tierfreunde und Hundeliebhaber zeigen.

Weitere Informationen zu der Thematik findet ihr hier: https://wamiz.de/hund/ratgeber/10290/muslime-und-hunde-vorsicht-vorurteile

Katzen sind dagegen gerne gesehen, aber auch hier fehlt das Bewusstsein für Kastrationen und Impfungen!


Die einzige Lösung: TNVT

TNVT ist die einzige langfristige Lösung, um die Katzen- und Hundepopulation zu reduzieren und die Tollwut auszurotten. Um Kastrations- und Impfkampagnen in Marokko nachhaltig umsetzen zu können, spielt Aufklärungsarbeit eine große Rolle.

TNVT steht für:

T (Trap) / (Treat) – Einfangen / Behandeln
N (Neuter) – Kastrieren
V (Vaccinate) – Impfen
T (Tag) – Kennzeichnen

Auch bekannt unter TNR oder TNVR.

Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigen, dass es sich hierbei um die einzige Möglichkeit handelt, die Population streunender Hunde zu reduzieren und die öffentliche Gesundheit zu schützen.

Bei diesem System werden streunende Hunde eingefangen und kastriert, damit sie sich nicht vermehren können. Sie werden gegen Tollwut und andere Krankheiten geimpft und anschließend in ihr Revier zurückgebracht. Diese Methode verhindert die Vermehrung von Streunern und baut gleichzeitig eine Herdenimmunität gegen Tollwut auf, die die Menschen vor Ort schützt.3

Bildquelle: @beldirefuge, Instagram

Die geimpften Hunde schützen ihr Revier vor dem Eindringen neuer, nicht geimpfter Hunde. Außerdem sind Hunde ohne Hormonantrieb ruhiger und verursachen weniger Belästigungen.

Nach der Kastration und Impfung werden die Hunde mit einer Markierung (Chip) am Ohr gekennzeichnet. Dadurch weiß die Öffentlichkeit, dass keine Gefahr von diesen Tieren ausgeht.


Aufklärungsarbeit

Auch kommt es immer wieder zu Fällen, in denen einzelne Personen oder Gruppen aus der Bevölkerung die Hunde töten. Aus Missachtung oder aus Furcht vor Krankheiten.

In der marokkanischen Kultur wird vielen Kindern beigebracht, sich vor Hunden zu fürchten.

Der Schlüssel zum Umdenken liegt in der Bildung.

Durch die Aufklärung der Öffentlichkeit und der Förderung der Adoption von Haustieren, tragen bereits viele tolle Tierschutzorganisationen in Marokko dazu bei, dass das Land zu einem empathischeren und fortschrittlicheren Ansatz gegenüber Tieren übergeht.

Die Organisation SFT Animal Sanctuary zum Beispiel geht regelmäßig in die örtlichen Schulen bei Tanger, um mit den Kindern über die Arbeit der SFT zu sprechen und ihnen zu erklären, wie wichtig es ist, sich um jedes Lebewesen zu kümmern, und ihnen zu zeigen, dass die Sorge um die Tiere die Verantwortung eines jeden ist. Auf diese Weise fördern sie das Einfühlungsvermögen der Menschen gegenüber den Tieren in der Hoffnung, dass es in der Bevölkerung wächst und gedeiht und so der Grausamkeit und Misshandlung von Lebewesen in Tanger ein Ende setzt.4

Eine weitere wichtige Botschaft an die Bevölkerung ist, dass das Töten von Hunden kontraproduktiv ist. Denn das frei gewordene Revier wird schnell von anderen Hunden übernommen und diese vermehren sich nicht nur weiter, sondern haben auch eine höhere Lebenserwartung, da sie aufgrund des entstandenen Vakuums mehr Ressourcen haben.


Gesetzgebung und aktuelle Situation

Im Jahr 2017 hat der marokkanische König Mohammed VI. die Regierung angewiesen, die alten Methoden des Erschießens und Vergiftens zur Kontrolle der Streunerpopulation nicht mehr anzuwenden, sondern einen humaneren Ansatz zu wählen.5

Zu diesem Zweck kündigten das marokkanische Innenministerium im Jahr 2019 eine Vereinbarung mit dem Nationalen Amt für Lebensmittelsicherheit dem Nationalen Orden der Tierärzte Marokkos an, um die Tötung von Straßenhunden zu beenden und stattdessen landesweit ein Programm zur Sterilisierung, Impfung und Markierung (Ohrmarke) der Tiere zu starten.6

Im November 2021 hat das Innenministerium ein Rundschreiben mit den neuen Maßnahmen veröffentlicht und an die Gemeindeverwaltungen und Gouverneure im ganzen Land verschickt.7

Das Töten der Hunde ist also offiziell seit 2019 in Marokko verboten. Die vereinbarten Maßnahmen werden jedoch nicht in die Praxis umgesetzt. Dieser Mangel an Umsetzung hat brutale und unmenschliche Methoden, wie das Einfangen und Töten von Tieren (einschließlich Welpen und Kätzchen) im ganzen Land, einschließlich der bereits sterilisierten Tiere, die geimpft und gekennzeichnet sind, zur Folge.8

In 2023 haben sich mehrere Organisationen zusammengetan und sich an die Presse gewandt, als in Marokko wieder Straßenhunde getötet und die versprochenen TNVT-Programme nicht umgesetzt wurden.

Den Pressebrief findet ihr hier: https://www.tierbotschafter.ch/fileadmin/webdaten/Pressetexte/Cp_Pdf_version_anglaise_.pdf

Die Umsetzung obliegt den Gemeinden

Ein Budget von 608 Millionen Dirham (ca. 66 Millionen Euro) wurde für die Jahre 2019 bis 2024 von der Regierung zur Verfügung gestellt. Die Rolle des Innenministeriums besteht darin, Gemeinden bei der Umsetzung der TNVR-Programme (Bau und Ausstattung von Impfzentren, Anschaffungs von Fahrzeugen, Ausbildung von Teams, die für den Fang verantwortlich sind usw.) zu unterstützen. Das Ministerium greift jedoch nicht in die Verwaltung ein, da es sich um eine lokale Angelegenheit handelt.9

„Oft wird die Verwaltung der Streunerpopulation an unprofessionelle und unerfahrene Organisationen und Unternehmen delegiert, was zu Grausamkeiten und ineffektiven Geldausgaben führt.“10 Mit anderen Worten: Die meisten Städte stecken sich die Gelder in die eigene Tasche und beauftragen günstige Organisationen mit der Tötung der Tiere.

Es ist dringend erforderlich, dass die offiziellen und erfahrenen Tierschutzorganisationen in den gesamten Prozess des TNVR-Programms, auf transparenten Weise integriert werden.


Hundetötung im Zusammenhang mit Sport-Events

Im Vorfeld der FIFA-Weltmeisterschaft, die unter anderem in Marokko ausgetragen werden soll, wurden Berichte veröffentlicht, dass die marokkanischen Behörden Maßnahmen ergreifen wollen, um die ca. 3 Millionenen Straßenhunde im Land zu beseitigen.11

Bereits im Rahmen der Bewerbung zur Austragung der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2030, waren Funktionäre des Internationalen Fußballverbandes (FIFA) in Marokko zu Besuch. In 2018 kam es in der Küstenstadt Aourir12 und in 2023 in Tanger13 zur Tötung von Straßenhunden, auch von denen die bereits kastriert, geimpft und markiert waren. Als Grund für das Vorgehen der Hundejäger wird angenommen, dass man Eindruck auf die FIFA machen wollte.

Mitte Februar 2024 wurden bei Essaouira Hunde anlässlich einer Quad-Competition eingefangen und ohne Nahrung und Wasser in eine Fourrière gesteckt. Ohne den Einsatz von unermüdlichen Tierschützern würden die Tiere dort innerhalb weniger Tage sterben.

Am 20.02.2024 wurden in Taghazout die Streunerhunde wegen eines internationalen Surf-Wettbewerbs vergiftet.

Dies sind nur einige wenige Beispiele für weitere Tötungen in Zusammenhang mit öffentlichen Events.

„Wahre Zivilisation beginnt mit einer Kultur der Freundlichkeit gegenüber allen Lebensformen. Leider wird diese Kernidee in Marokko für Wirtschaftswachstum und schnelle Entwicklung oft übersehen. Es ist jedoch wichtig zu erkennen, dass Mitgefühl mit Tieren ein Schlüsselindikator für wahre Zivilisation ist.“Unis Pour Créatures14


Gesetzesentwurf Nr. 19.25

Im Sommer 2025 wurde in Marokko der Gesetzesentwurf Nr. 19.25 vorgestellt, der offiziell den Umgang mit frei streunenden Tieren, insbesondere Hunden, regeln soll. Ziel sei es laut Regierung, einen „modernen und humanen Rechtsrahmen“ zu schaffen, der öffentliche Sicherheit und Tierschutz miteinander verbindet. Der Entwurf sieht die Einführung eines digitalen Registers vor, in dem Tiere erfasst und nachverfolgt werden sollen. Zudem sollen in den Gemeinden Pflegestationen unter tierärztlicher Leitung aufgebaut werden, in denen Hunde sterilisiert, geimpft, registriert und anschließend entweder zur Adoption vermittelt oder wieder freigelassen werden. Auch strengere Strafen bei Tierquälerei sind vorgesehen.15

Besonders umstritten sind jedoch Artikel 5 und 44 des Entwurfs: Sie verbieten das Füttern, Unterbringen oder Behandeln streunender Tiere im öffentlichen Raum ohne offizielle Genehmigung. Befürworter:innen argumentieren, dies diene einer regulierten, hygienischen und sicheren Tierpflege. Kritiker:innen hingegen betonen, dass dieses Verbot im klaren Widerspruch zum TNVR-Rahmen steht: Hunde, die nach Sterilisation und Impfung wieder freigelassen werden, sind auf Fütterung angewiesen. Ohne einen strukturierten Fütterungsplan droht das Gesetz, das Wohlergehen der Tiere massiv zu gefährden.16

Tierschutzorganisationen warnen daher, dass der Entwurf zwar eine juristische Grundlage vorgibt, in der Realität jedoch repressiv gegenüber Tierschützer:innen wirkt, während die dringend notwendige flächendeckende Umsetzung von TNVR-Programmen weiterhin ausbleibt.


Petition zur FIFA Fußballweltmeisterschaft

Sende der marokkanischen Regierung anlässlich der zur FIFA Fußball-WM geplanten Hundetötungen eine Botschaft, dass die Tötung der Hunde aufhören muss! Zur Petition gelangst du hier: https://iawpc.org/

Es ist wichtig, dass die Versprechen der Regierung umgesetzt werden und die TNVR-Programme unter Einbeziehung der offiziellen und erfahrenen Tierschutzorganisationen möglichst schnell vorangetrieben werden!


Wie kann ich helfen?

Ihr plant eine Reise nach Marokko? Und wollt euch vor Ort im Tierschutz engagieren oder habt ein Tier in Not gefunden? Im folgenden Beitrag wollen wir euch einen Überblick über die verschiedenen Tierschutzorganisationen und Vereine in Marokko geben. Zusätzlich zählen wir euch Möglichkeiten auf, wie ihr von Zuhause aus helfen könnt.

Den Straßenhunden in Marokko helfen

Straßenhunden in Marokko helfen

Ihr wollt euch in Marokko im Tierschutz engagieren oder einem Straßenhund in Not helfen? In diesem Beitrag stellen wir euch …

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Quellenverzeichnis:

  1. vgl. https://spadumaroc.com/stray-dogs, Stand 20.02.2024 ↩︎
  2. vgl. https://spadumaroc.com/stray-dogs, Stand 20.02.2024 ↩︎
  3. vgl. https://spadumaroc.com/stray-dogs, Stand 20.02.2024 ↩︎
  4. vgl. https://www.sftmorocco.org/what-we-do/, Stand 20.02.2024 ↩︎
  5. vgl. https://spadumaroc.com/stray-dogs, Stand 20.02.2024 ↩︎
  6. vgl. https://spadumaroc.com/stray-dogs, Stand 20.02.2024 ↩︎
  7. vgl. https://spadumaroc.com/stray-dogs, Stand 20.02.2024 ↩︎
  8. vgl. https://www.tierbotschafter.ch/fileadmin/webdaten/Pressetexte/Cp_Pdf_version_anglaise_.pdf ↩︎
  9. https://mobile.telquel.ma/2023/06/20/ministere-de-linterieur-la-problematique-de-la-gestion-des-chiens-errants-est-dans-le-collimateur-du-ministere_1819733, Stand 21.02.2024 ↩︎
  10. https://www.partyfortheanimals.com/de/help-moroccan-animal-welfare-organisation-stop-the-killing-of-dogs, Stand 20.02.2024 ↩︎
  11. https://iawpc.org/morocco-dog-campaign/, Stand 03.02.2025 ↩︎
  12. vgl. https://www.die-stiftung.de/schweiz/76942-76942/, Stand 20.02.2024 ↩︎
  13. vgl. https://orf.at/stories/3303707/#:~:text=In%20der%20marokkanischen%20Hafenstadt%20Tanger,erlitten%2C%20werden%20%C3%B6rtliche%20Tierschutzorganisationen%20, Stand 20.02.2024 ↩︎
  14. https://www.instagram.com/p/CynaDE5NvGC/?igsh=MXVvbTdmY3NrNnRoNg==, Stand 21.02.2024 (eigene Übersetzung) ↩︎
  15. https://www.moroccoworldnews.com/2025/08/237309/free-ranging-dogs-management-in-morocco-the-feeding-dilemma-under-law-no-19-25/, Stand 27.08.2025 ↩︎
  16. https://www.moroccoworldnews.com/2025/08/237309/free-ranging-dogs-management-in-morocco-the-feeding-dilemma-under-law-no-19-25/, Stand 27.08.2025 ↩︎

Straßenhunden in Marokko helfen

Ihr plant eine Reise nach Marokko? Und wollt euch vor Ort im Tierschutz engagieren oder habt ein Tier in Not gefunden? In diesem Beitrag wollen wir euch einen Überblick über die verschiedenen Tierschutzorganisationen und Vereine in Marokko geben.

Zur besseren Übersicht haben wir ein Inhaltsverzeichnis für euch erstellt:


Hintergrund

Vielen Reisenden geht es wie uns. Sie möchten in Marokko eine Tierschutzorganisation vor Ort besuchen bzw. unterstützen. Oder sie haben ein verletztes oder krankes Tier gefunden und möchten diesem helfen. Die Hilfsangebote in Marokko sind beschränkt und teilweise ist viel Recherchearbeit notwendig, um eine Organisation oder einen guten Tierarzt zu finden. Aus diesem Grund haben wir entschieden, diesen Blogbeitrag zu schreiben und euch einige Tierschutzorganisationen und Anlaufstellen vorzustellen. Wir hoffen, dass wir euch damit eine kleine Hilfestellung geben können.

In unserem Blogbeitrag „Straßenhunde in Marokko“ versuchen wir einen kurzen Überblick darüber zu geben, warum die Situation der Straßenhunde so ist – wie sie ist. Wir gehen auf die Gesetzeslage, die aktuelle Situation, Kastrations- und Impfkampagnen und auf das Thema Aufklärungsarbeit ein. Wenn euch das Ganze interessiert schaut gerne vorbei:

Straßenhunde in Marokko

Jedes Jahr werden in Marokko Tausende von Hunden auf tragische Weise getötet, aus Angst vor Tollwut und als Versuch, die …


Verletztes Tier gefunden – Was tun?


„Wenn ihr ein krankes, verletztes oder ein gefährdetes Tier findet, geht bitte nicht davon aus, dass jemand anderes helfen wird. Wenn ihr dem Tier nicht helft, wird es niemand tun.“


Wenn ihr ein krankes, verletztes oder ein gefährdetes Tier findet, geht bitte nicht davon aus, dass jemand anderes helfen wird. Helft ihr dem Tier nicht, wird es auch niemand anderes tun. Wartet auch bitte nicht darauf, dass eine Tierschutzorganisation ausrückt, oft haben diese leider keine Kapazitäten dafür.

Tierschutzorganisation kontaktieren

Was ihr aber auf jeden Fall tun könnt, ist eine Tierschutzorganisation zu kontaktieren, um euch Handlungsanweisungen einzuholen und die weitere Unterbringung des Tieres sicherzustellen. Im nachfolgenden Abschnitt zählen wir euch einige Tierschutzorganisationen auf.
Die Tierschutzorganisationen in Marokko sind privat organisiert und arbeiten ehrenamtlich. Sie tun bereits ihr Bestes, daher habt bitte Verständnis dafür, wenn ihr nicht sofort eine Antwort erhaltet.

Viele Welpen werden von ihren Müttern getrennt und außerhalb der Ortschaften „abgeladen“

Eigene Initiative

An erster Stelle ist eure eigene Initiative gefragt. Falls möglich, sichert das Tier. Natürlich ist es hierbei wichtig, dass ihr euch selbst nicht in Gefahr bringt. Wenn ihr die Sicherung des Tieres als ein Risiko für euch oder für das Tier einschätzt, wartet erst auf die Anweisung einer Tierschutzorganisation.

⇨ In Marokko gibt es schätzungsweise drei Millionen Straßenhunde. Es ist nicht möglich, all diese Tiere in einem Tierheim unterzubringen. Die Tierheime sind meistens schon maßlos überfüllt. Es ist daher notwendig, zu beurteilen, für welches Tier es wirklich wichtig ist, von einer Tierschutzorganisation aufgenommen zu werden.

Das wäre z.B. ein verletztes Tier, ein Katzenbaby oder ein Hundewelpe ohne Muttertier (bitte hier unbedingt länger beobachten, ob die Mama nicht doch noch auftaucht) oder ein offensichtlich krankes Tier.

Schätzungsweise leben drei Millionen Straßenhunde in Marokko

Wir haben vorsorglich immer eine faltbare Tiertransportbox an Bord. Natürlich hat das nicht jeder. Vielleicht könnt ihr einen Karton oder etwas Ähnliches auftreiben, in dem ihr das Tier vorübergehend sichern könnt.

Tierarztbesuch

Je nach Notlage des Tieres sollte es am besten direkt zu einer fachkundigen Tierarztpraxis gebracht werden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass nicht alle Tierärzte in Marokko fachkundig sind, was Hunde und Katzen angeht. Im übernächsten Abschnitt verweisen wir auf eine Liste mit Tierarztpraxen in Marokko.

Nachdem ihr ggf. zur medizinischen Erstversorgung in einer Tierarztpraxis gewesen seid, solltet ihr das Tier am besten zu einer Tierschutzorganisation bringen. Bitte fragt dort im Vorfeld an, ob noch genügend Kapazitäten für ein weiteres Tier frei sind. Es kann auch sein, dass eine lange Anfahrt erforderlich ist, da es eben nicht an jeder Ecke eine Tierschutzorganisation gibt.

Im Beldi Refuge wird sich liebevoll um die Vierbeiner gekümmert

Falls ihr es am Fundtag nicht zu einer Tierarztpraxis oder einer Organisation schafft, gibt es noch die Möglichkeit eine Apotheke anzufahren. Diese verkaufen auch Medizin für Tiere und können euch ggf. beraten.


Tierschutzorganisationen in Marokko

Es gibt einige Organisationen und Rettungsgruppen, die verschiedene Gebiete in Marokko betreuen. Bitte beachtet, dass einige davon nicht legal/registriert sind.

Auf der Webseite der Société Protectrice des Animaux du Maroc auch bekannt als The Humane Society of Morocco findet ihr eine gute Übersicht über einige Organisationen und Rettungsgruppen in Marokko und deren Kontaktdaten: https://spadumaroc.com/resources/moroccan-animal-protection-associations/.

Diese Aufzählung ist allerdings nicht abschließend.

Quelle: SPA Maroc – Die Kontaktdaten der Organisationen findet ihr auf der Webseite der SPA Maroc


Weitere Tierschutzorganisationen

In 2023 haben sich mehrere Organisationen zusammengetan und sich an die Presse gewandt, als in Marokko wieder Straßenhunde getötet und die versprochenen TNR Programme nicht umgesetzt wurden. Die Liste der Tierschutzorganisationen stellen wir euch nachfolgend zur Verfügung.

Den Pressebrief findet ihr hier: https://www.tierbotschafter.ch/fileadmin/webdaten/Pressetexte/Cp_Pdf_version_anglaise_.pdf


Im Nachfolgenden möchten wir euch gerne noch acht Organisationen vorstellen, deren Arbeit wir schon länger verfolgen:

Sanctuaire de la Faune Tanger (SFT) – Tanger

Webseite: sftmorocco.org

Instagram: animalsanctuary_tangier

Facebook: SFT Animal Sanctuary

E-Mail: info@sftmorocco.org

Die SFT befindet sich bei Tanger im Norden Marokkos. Die SFT beherbergt nicht nur über 500 Tiere, sondern arbeitet auch intensiv mit der Gemeinde Tanger zusammen, um die Einstellung gegenüber Tieren zu ändern. Sie gehen regelmäßig in die örtlichen Schulen, um mit den Kindern über die Arbeit der SFT zu sprechen und ihnen zu erklären, wie wichtig es ist, sich um jedes Lebewesen zu kümmern, und ihnen zu zeigen, dass die Sorge um die Tiere die Verantwortung eines jeden ist.

Außerdem hat die SFT ein beeindruckendes Kastrations- und Impfprogramm (Projekt Hayat) auf die Beine gestellt. Seit dem Start des Projekts in 2017, haben sie es geschafft mehr als 1.500 Hunde und 600 Katzen kastrieren und impfen zu lassen.

Le Cœur Sur la Patte & SARA Morocco – Agadir

Webseite: https://www.saramorocco.com/

Instagram: @sunshine_animal_refuge_agadir

Facebook: SARA Morocco

Das Sunshine Animal Refuge bei Agadir ist ein Tierheim mit zwei Standorten, welches seinen Ursprung aus dem Verein Le Coeur sur la patte (CSP) hat. Der CSP wurde 2013 von Michele Augsburger gegründet. Im Jahr 2016 überzeugte sie die örtliche Gemeinde in der Stadt Agadir, das erste staatlich subventionierte TNR-Programm (Kastrations- und Impfprogramm) in Marokko aufzustellen. Bis April 2018 hatte CSP über 1.300 Hunde geimpft, gekennzeichnet und kastriert. Dann beschlossen jedoch die Behörden, dass alle Hunde von der Straße entfernt werden müssen. Der CSP hatte keine andere Wahl als diese Hunde von der Straße zu retten. Derzeit beherbergt das Refuge 900 Hunde.

Die Stadtverwaltung von Agadir hat sich vor einiger Zeit mit dem CSP in Verbindung gesetzt, um die Einrichtung eines neuen TNR-Programms zu besprechen. Da die Versorgung, der sich in ihrer Obhut befindlichen Tiere Priorität hat, wurde SARA als weitere Organisation gegründet, um das Refuge zu verwalten und zu unterhalten. CSP wird weiterhin Kampagnen durchführen, aufklären und mit den lokalen Behörden in Sachen TNR zusammenarbeiten.

Quelle: https://www.saramorocco.com/our-story, Stand 19.02.24

Morocco Animal Aid – Agadir

Webseite: https://www.sftmorocco.org/

Instagram: @moroccoanimalaid

Facebook: MAA – Morocco Animal Aid 

E-Mail: info@moroccoanimalaid.com

Morocco Animal Aid ist eine Tierschutzorganisation bei Agadir. In ihrer Obhut befinden sich mehr als 500 Hunde. Begonnen hatte alles mit mit Lucy Austin, einer einzelnen Person, die den örtlichen Straßenhunden von Taghazout geholfen hat. Jahre später wurde daraus ein Team von Freiwilligen, welches Hunderte von Straßentieren in der Region Agadir und Umgebung rettet und rehabilitiert.

Mit dem NoMad Dogs leitet MAA zusätzlich ein TNR-Programm (Kastrations- und Impfprogramm). Ihr Pilotprojekt Im’sone Project, das Gebiete in und um Imsouane unterstützt, war ein Erfolg und über 300 Straßentiere konnten behandelt werden.

Société Protectrice des Animaux du Maroc – Rabat & Casablanca

Webseite: spadumaroc.com

Instagram: @spadumaroc

Facebook: Société Protectrice des Animaux du Maroc 

E-Mail: info@spadumaroc.com

Die Humane Society of Morocco (HSM), auch bekannt als Société Protectrice des Animaux du Maroc (SPA ), ist eine in Marokko eingetragene Wohltätigkeitsorganisation, die sich der Förderung der Mensch-Tier-Beziehung und der humanen Behandlung aller Tiere widmet. Die Organisation wurde vor mehr als 20 Jahren gegründet, um allen Arten von Tieren in Marokko zu helfen. Heute sind sie ein Team von Freiwilligen, das landesweit Hunderte von Tieren rettet und rehabilitiert.

Die HSM engagiert sich sehr für die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen, Regierungsbehörden und besorgten Mitgliedern in der Bevölkerung. Zudem setzen sie sich seit langem für TNR (Kastration und Impfung) ein, da dies die einzige Möglichkeit ist, die Population streunender Hunde in Marokko zu reduzieren und die öffentliche Gesundheit zu schützen.

Auf der Webseite findet ihr viele weitere Informationen, auch zu den Zuständen in Marokko.

Quelle: https://spadumaroc.com/, Stand 19.02.24

Unis for Creatures – Essaouira

Webseite: unispourcreatures.com

Instagram: @unis_pour_creatures

Facebook: Unis Pour Créatures

E-Mail: unis@unispourcreatures.com.

United for Creatures (UPC) ist ein marokkanischer Verein, der sich der Rettung und Betreuung von streunenden Tieren, insbesondere von Hunden in der Region Essaouira, widmet. Der Verein wurde 2022 von Azeddine Ikhrichi gegründet. Zu ihren Tätigkeitsfeldern gehören u.A. die medizinische Versorgung, die Kastration und Impfung und die Vermittlung geretteter Tiere. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für sie die Sensibilisierung der Bevölkerung. Sie haben in weniger als einem Jahr bereits über 100 Hunde gerettet und 31 erfolgreiche Adoptionen verzeichnet. Azeddine, der Vorsitzende, hat seit 2002 zunächst allein und dann mit anderen Freiwilligen gearbeitet und Hunderte von Tieren gerettet, bevor er den Verein 2022 gründete.

Quelle: https://www.unispourcreatures.com/p/qui-sommes-nous.html, Stand 19.02.2024

L’Arche de Noé – Marrakesh

Webseite: https://adnmarrakech.com/

Instagram: @adn_marrakesh

Facebook: L’Arche de Noé 

E-Mail: Adn.ma@hotmail.com

Der Verein L’Arche de Noé setzt sich in allen Bezirken von Marrakesch und Umgebung dafür ein, leidende Tiere zu retten und organisiert Kastrations- und Impfkampagnen. Vereinsleiter Karim und sein Team kümmern sich ebenfalls um die Verpflegung von behinderten oder pensionierten Tieren, die sie in ihrem Tierheim untergebracht haben.

Association Ranch Beldi – Marrakesh

Instagram: @ranchbeldisterilisation

Facebook: Association Ranch Beldi

E-Mail: associationranchbeldi@gmail.com

Die Beldi-Ranch ist eine von Laurence Lallement gegründete Tierschutzorganisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die TNVR-Sterilisation von Straßenhunden zu praktizieren. Das Ziel der Beldi-Ranch ist es, ein offizielles TNVR-Kastrationszentrum in der marokkanischen Stadt Marrakesch zu werden und von den lokalen Behörden das Versprechen zu erhalten, dass geimpfte, sterilisierte und gekennzeichnete Hunde nicht mehr auf der Straße eingefangen werden. Derzeit warten rund sechzig Hunde im Tierheim auf ihre Adoption, wo sie gefüttert und untergebracht werden.

Quelle: https://www.teaming.net/ranchbeldi, Stand 21.02.2024

Beldi Dog Rescue – Chefchaouen

Instagram: @beldi.rescue / @beldi.leeny

Das Beldi Dog Rescue (auch bekannt als Beldi Refuge) ist ein Tierheim für verletzte und verwaiste Hunde im Rif-Gebirge im Norden von Marokko. Mit einem Team von wechselnden Freiwilligen retten sie Hunde, die ohne sie keine Chance gehabt hätten. Ausgesetzte, misshandelte, kranke oder verletzte Hunde finden in ihrem Refugium, in dem sie derzeit über 120 Hunde beherbergen, medizinische Hilfe. Außerdem kümmern sie sich täglich um viele entlaufene und einsame Straßenhunde. Sie sind auch damit beschäftigt, Hunde zu kastrieren und zu impfen – denn nur so kann das Leiden der Streunerhunde verringert und hoffentlich beendet werden. Ihnen ist es wichtig, auch der Gemeinschaft im Dorf zu helfen, wenn sie uns braucht. So versorgen sie Tierhalter, die um Hilfe bitten, mit Futter und auch medizinischer Versorgung.

Die Gründerin Leeny beeindruckt uns mit ihrer Geschichte sehr. 2019 hat sie in Deutschland alles aufzugeben, um in den marokkanischen Bergen einen Ort zu schaffen, an dem Hunde zum ersten Mal in ihrem Leben Liebe, Akzeptanz und Gesundheit erfahren können.

Quelle: https://beldi-refuge.org/about-us, Stand 19.02.2024


Freiwilligenarbeit in einer Tierschutzorganisation in Marokko

Ihr möchtet eure Zeit in Marokko sinnvoll nutzen und eine Tierschutzorganisation vor Ort unterstützen? Oder ihr wollt einer Organisation Spenden vorbeibringen? In diesem Abschnitt möchte ich euch einige Tipps mit auf den Weg geben.

Die meisten Organisationen haben eine Webseite mit reichlichem Informationsangebot. Bevor ihr eine Organisation anschreibt, nehmt euch bitte erst die Zeit und schaut, ob ihr auf der Webseite die benötigten Informationen finden könnt. Zum Thema Freiwilligenarbeit (engl. Volunteering) gibt es auf den Webseiten häufig eine eigene Rubrik.

Freiwilligenarbeit im Beldi Refuge

Es gibt Organisationen, die einen Mindestzeitraum für Freiwilligenarbeit vorgeben. Wiederum gibt es andere Organisationen, die man auch für einen kürzeren Zeitraum unterstützen kann. Das liegt häufig an den vorhandenen Kapazitäten vor Ort, denn die Betreuung und die Einarbeitung von Freiwilligen nimmt viel Zeit in Anspruch.

Wollt ihr eine Organisation besuchen und Spenden vorbeibringen? Hier ist es ratsam die Organisation im Vorfeld zu kontaktieren, um einen Termin auszumachen und um in Erfahrung zu bringen, welche Spenden gerade benötigt werden. In vielen Tierheimen wird z.B. nur spezielles Hundefutter verfüttert. Jede Organisation wird sich aber ganz sicher, über eure Spende freuen!


Tierarztpraxen in Marokko

Wir selbst haben bereits die Erfahrung gemacht, dass nicht jede Tierarztpraxis in Marokko auch fachkundig in Sachen Hund und Katze ist. Am besten geht man zu einer Tierklinik.

Auf der Webseite der Société Protectrice des Animaux du Maroc findet ihr ein Suchfeld, über das ihr in der rechten Spalte eine Region eintragen könnt und dann eine Liste mit dort registrierten Tierarztpraxen erhaltet: https://spadumaroc.com/resources/moroccan-vets/.

Wenn ihr euch unsicher seid, kann euch bestimmt auch eine Tierschutzorganisation eine Tierarztpraxis /-klinik empfehlen.

Folgende Tierkliniken können wir euch empfehlen:

  • Veterinary Clinic California in Tangier (Koordinaten auf Google Maps) sehr empfehlen, hierfür haben wir auch drei Stunden Anfahrt in Kauf genommen.

Straßenhündin Sadiqa in der Tierklinik bei Fes – Dank der Hilfe von Lina und Marc (@malilogs) hat Sadiqa ein Für-Immer-Zuhause in Deutschland gefunden (Bildquelle: @malilogs)


Füttern & Versorgen der Straßentiere

Die Streunertiere auf Marokkos Straßen ernähren sich hauptsächlich von Müll und Lebensmittelresten. Wenn ihr den marokkanischen Straßenhunden oder Katzen etwas Gutes tun wollt, dann kauft bitte richtiges Tierfutter. Am besten, ihr deckt euch bereits in Europa damit ein. Alternativ gibt es auch in den größeren Supermarktketten Futter zu kaufen. Auch vor kleinen Shops finden sich häufig große Säcke mit Tierfutter, aus denen man etwas kaufen kann.

Bevor ihr den Tieren etwas von euren Essensresten gebt, lest bitte erst im Internet nach, ob es nicht schädlich für die Tiere sein könnte. Im Internet finden sich auch gute Rezepte, um Hunden etwas selbst zuzubereiten. Das ist zum Beispiel eine Alternative, wenn ihr keine Möglichkeit habt, an richtiges Tierfutter zu gelangen.

Ganz wichtig ist auch Trinkwasser. Hier kann man z.B. ganz einfach einen 5-Liter Wasser-Kanister zur Hälfte zu schneiden und den Tieren hinstellen.

Beim Füttern der Hunde gebt am besten darauf Acht, dass ihr die Hunde einzeln füttert und keine große Aufmerksamkeit bei anderen Hunden erregt, um Futterneid und Kämpfe zwischen den Tieren zu vermeiden.

Kastration & Impfung

Wenn ihr einem Tier ganz besonders helfen wollt und auch die Möglichkeit habt, etwas länger vor Ort zu bleiben, dann bringt es zu einem fachkundigen Tierarzt und lasst es impfen und ggf. auch kastrieren. Hier ist es sinnvoll, mit einer Tierschutzorganisation aus der Umgebung das Vorhaben abzusprechen. Wichtig ist, dass sich das Tier nach der Kastration in fürsorglicher Obhut erholen kann und später dann wieder in sein Revier zurückgebracht wird.

Um euch einen ungefähren Anhaltspunkt über die Kosten zu geben: Das komplette TNR-Programm für einen Rüden, also Kastration, Tollwutimpfung, Knopf im Ohr, elektronischer Chip inkl. Eintragung im Impfausweis / Carnet de Santé kostet bei Essaouira z.B. 850 Dirham (aktuell ca. 78 €) und für ein Weibchen 1.150 Dirham (ca. 106 €).

Damit Welpen kein Opfer von Krankheiten werden, können sie ihre Erstimmunisierung (gegen Parvovirose, Staupe, Hepatitis und Zwingerhusten) im Alter von 8 Wochen erhalten, eine Auffrischung erfolgt in der 12. Woche. Pro Impfung fallen ca. 250 Dirham (ca. 23 €) an.

Auch könnt ihr helfen, in dem ihr den Tieren etwas gegen Parasiten verabreicht. Informiert euch hierzu in einer Tierarztpraxis oder in einer Apotheke. In Marokko erhält man in der Regel auch in der Apotheke (rezeptfrei) Medizin für Tiere.


Ein Tier mit nach Deutschland nehmen?

Ziemlich schnell erobern die marokkanischen Vierbeiner die Herzen der Touristen. Die Vierbeiner sind auch einfach alle unglaublich dankbar und lieb. Wenn ihr darüber nachdenkt, einen marokkanischen Vierbeiner zu adoptieren, sollte euch bewusst sein, dass die Einreisebestimmungen nach Europa sehr streng sind und eine legale Ausreise eine lange Wartezeit beansprucht.

Für die Ausreise benötigt das Tier:

  • Einen vollständigen Tollwut-Impfschutz.
  • Einen Bluttest (Tollwutantikörpertest), der in einem EU-zugelassenen Labor durchgeführt wurde.
  • Eine Kennzeichnung durch einen Mikrochip.
  • Eine amtliche Veterinärbescheinigung, in der die Mikrochipnummer eingetragen ist.
  • Zusätzlich sind Impfpapiere sowie der Befund des Bluttests (Tollwutantikörpertest) mitzuführen.

In Marokko sind zwei Tollwutimpfungen für den vollständigen Impfschutz nötig. Der Bluttest kann erst einen Monat nach der letzten Tollwutimpfung durchgeführt werden. Nach der Blutentnahme für die Titerbestimmung beginnt eine 90-tägige Wartezeit. Erst dann darf das Tier nach Europa reisen.

Weitere Informationen zur Einreise in die EU findet ihr auf der Webseite des deutschen Zolls.

Lasst euch davon jedoch nicht abschrecken. Die meisten Tierschutzvereine können euch dabei unterstützen oder das Tier für euch ausreisefertig machen.


Von Zuhause aus helfen?

Uns hat die Situation der Straßentiere in Marokko sehr mitgenommen und wir möchten gerne nachhaltig dazu beitragen, dass es den Tieren dort besser geht. Auch wenn wir nicht mehr in Marokko vor Ort sind, gibt es viele Möglichkeiten zu helfen.

  • Petition unterzeichnen: Sende der marokkanischen Regierung anlässlich der zur FIFA Fußball-WM geplanten Hundetötungen eine Botschaft, dass die Tötung der Hunde aufhören muss! Zur Petition gelangt ihr hier: https://iawpc.org/
  • Wir können die Organisationen vor Ort durch Spenden unterstützen. Ebenso können wir die Organisationen unterstützen, in dem wir ihre Beiträge und Spendenaufrufe teilen.
  • In Marokko gibt es viele tolle Hunde, die auf der Suche nach einem Zuhause sind. Vielleicht wollt ihr selbst einen Hund adoptieren oder Freunde und Bekannte darauf aufmerksam machen. #adoptdontshop
  • Wir können über die Situation in Marokko berichten, um noch mehr Menschen zu erreichen, die unterstützen können, aber auch um Druck auf das Land auszuüben, endlich die versprochenen Kastrationskampagnen umzusetzen.
  • Wir können Protestbriefe oder E-Mails an Reisebüros, Fremdenverkehrsämter, Konsulate und Behörden versenden.

Bitte seht nicht weg und lasst uns gemeinsam den Straßenhunden und Katzen in Marokko helfen.

Wir freuen uns, wenn ihr dem Beitrag ein „Gefällt mir“ schenkt und diesen teilt. Auch sind für über Anregungen und Ergänzungen jederzeit dankbar.


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