Bärenbeobachtung in Finnland: Erlebnisse und atemberaubende Fotos

Auf unserer ersten Reise durch Finnland haben wir uns einen Traum erfüllt: Wilde Bären in der freien Natur beobachten.

Schon ein Jahr vor der geplanten Reise durch Finnland ist der Traum einer wilden Bärenbeobachtung entstanden. Bei der Recherche zu unserer langen Skandinavien-Reise sind wir auf die Bärenbeobachtungshütten im Osten von Finnland aufmerksam geworden. Der Gedanke, frei lebende Braunbären im natürlichen Lebensraum zu sehen, hat uns direkt gepackt.


Bären bei Kuusamo

Wir haben uns entschieden, in der Nähe der finnischen Stadt Kuusamo diesen Traum in Erfüllung gehen zu lassen. Die Gegend rund um Kuusamo ist gekennzeichnet durch viel Wald, Moor und Seen – typisch für Finnland.


Anreise nach Kuusamo

Ende Mai 2023 sind wir von unserem Aufenthalt in Schweden über die Grenze nach Finnland gefahren. Unsere erste Anlaufstelle war die favorisierte Bärenbeobachtungshütte, um nach freien Plätzen für unseren Wunschtermin zu fragen. Nach einigen Stunden erhielten wir die Bestätigung vom Betreiber – die Vorfreude war riesig!

Da wir noch einige Kilometer bis Kuusamo vor uns hatten, machten wir uns direkt auf den Weg. Gegen Abend erreichten wir einen kleinen See, etwa 10 km vom Beobachtungspunkt entfernt, und begannen mit den letzten Vorbereitungen: Kamera-Akkus aufladen, Objektive reinigen, Proviant einpacken.


Reiseplanung

Du planst deinen nächsten Trip? Dann benutze gerne unsere Links. Mit jeder Buchung über die untenstehenden Links erhalten wir eine kleine Provision und ihr helft uns somit aktiv diesen Blog weiter auszubauen – es entstehen euch keine Extrakosten! Vielen Dank!


Der Anbieter: Taiga Bear Kuusamo

Wir entschieden uns für den Anbieter Taiga Bear Kuusamo, der eine Beobachtungsstation nur 1,5 km vor der russischen Grenze betreibt. Die Anfahrt erfolgt über eine 10 km lange Schotterstraße, bis man einen kleinen Parkplatz erreicht. Von dort sind es noch 400 Meter zu Fuß bis zur Beobachtungsstation.


Ausstattung der Beobachtungshütten

Die Station besteht aus zwei kleinen Hütten mit insgesamt 14 Plätzen. Neben den Hütten gibt es zwei Trockentoiletten im geschützten Bereich. Wer bis zum nächsten Morgen bleiben möchte, kann in bereitgestellten Betten übernachten.


Wichtige Fakten zur Bärenbeobachtung

  • Preis pro Person: 120 € (mit Übernachtung: 190 €)
  • Beobachtungszeit: 18:00 – 22:00 Uhr
  • Saison: Mai bis September
  • Sichtungsgarantie: 99 % – Falls keine Bären erscheinen, gibt es eine kostenlose zweite Chance
  • Verboten: Parfum, starkes Deodorant und Mückenspray (um die Bären nicht abzuschrecken)
  • Website: www.taigabearkuusamo.fi

Ankunft an der Beobachtungsstation

Nach einer 20-minütigen Fahrt auf der Schotterstraße erreichten wir den Parkplatz. Dort trafen wir den Betreiber Eerik, der uns gemeinsam mit drei finnischen Fotografen durch ein Waldstück zur Beobachtungshütte führte.

Die Lage der Station hat uns direkt begeistert: Am Rand des Waldes gelegen, bietet sie eine perfekte Sicht auf eine offene Lichtung mit kahlen Bäumen. Im Hintergrund ragen die Berge des russischen Nationalparks Paanajärvi auf – eine beeindruckende Kulisse.


Perfekt für Fotografen

Die Hütten sind speziell für Naturfotografen konzipiert:

  • Große Glasscheiben für eine freie Sicht
  • Kleine herausnehmbare Fenster, durch die man die Kamera nach draußen führen kann
  • Ein Tarnvorhang, um ungestört zu fotografieren
  • Bequeme Stühle – offenbar aus einem alten Bus entnommen 😄


Welche Kamera-Ausrüstung braucht man?

Um die Bären hautnah und in guter Qualität festzuhalten, ist ein Objektiv mit hoher Brennweite ideal. Wir hatten unser Sigma 150-600 mm -Objektiv* dabei – perfekt für Wildtieraufnahmen.

Falls du mehr über unsere Kamera-Ausrüstung erfahren möchtest, klicke einfach auf das Bild!


Wann kommen die Bären?

Die Spannung stieg – würden wir heute tatsächlich wilde Braunbären sehen? Eerik informierte uns, dass die Bären sich in diesem Jahr weniger als üblich in der Region bewegten, vermutlich aufgrund des späten Schneefalls.

Während wir warteten, bot sich eine andere spektakuläre Möglichkeit: Seeadler aus nächster Nähe zu beobachten! Schon zu Beginn des Abends konnten wir mehrere majestätische Adler in der Nähe kreisen sehen. Später sind diese extrem nah an unsere Hütte herangekommen.


Die Ankunft der Bären

Nach 1,5 Stunden Warten war es so weit: Lea entdeckte mit dem Fernglas zwei Bärenköpfe in der Ferne. Erst konnten wir es kaum glauben – doch dann sahen wir sie deutlich: Eine Bärenmutter mit ihrem Jungtier.

Wir waren sofort euphorisch und machten dutzende Fotos. Die zwei Braunbären kamen in unsere Richtung gelaufen.

Eerik erzählte uns später, dass diese Bärenmutter letztes Jahr zwei Jungtiere zur Welt brachte, von denen leider nur noch eines übrig war – ein trauriges, aber natürliches Schicksal in der Wildnis.


Warum kommen die Bären zur Hütte?

Vor der Beobachtungshütte befinden sich zwei Holzkästen mit Fisch, die aus lokalen Seen stammen. Der Fisch dient als Anreiz, aber nicht als Fütterung – die Bären können frei entscheiden, ob sie kommen oder nicht.

Zu unserem Glück hat die Bärenmutter den Fisch erschnüffelt und machte sich an die Kästen ran. Auf den Kästen liegen lose Holzdeckel, damit die Seeadler, Möwen und Raben den Fisch nicht schon vor den Bären aufessen.


Perfekte Fotomotive und beeindruckende Seeadler

Jetzt war die kleine Bärenfamilie zum Greifen nah an uns dran. Wir machten unzählige Fotos und Videos. Selbst mit einem gewöhnlichen Handy konnte man nun gute Fotos schießen. Während der ganzen Zeit haben wir die beiden Braunbären in unterschiedlichsten Posen fotografieren können.

Nach 30 Minuten Beobachtung hatten die Bären genug gefressen und verschwanden in den Wald. Wir waren zwar traurig, dass sie gingen, aber gleichzeitig unglaublich glücklich, dieses magische Erlebnis gehabt zu haben.

Während wir die Bären aus nächster Nähe fotografierten, versammelten sich immer mehr Vögel – darunter fünf Seeadler. Diese geduldigen Jäger warteten darauf, dass etwas Fisch übrig blieb.

Besonders beeindruckend: Die Seeadler flogen mit weit aufgespannten Flügeln direkt vor der Hütte entlang – eine seltene Gelegenheit, diese Vögel in ihrer ganzen Pracht zu fotografieren.

Nachdem die beiden Bären weg waren, machten die Seeadler, an die Reste des Fisches ran. Wir haben so auch sehr viele gute Bilder von jüngeren und älteren Seeadlern machen können.

Um 22:00 Uhr war dann auch nicht mehr viel los auf der Fläche vor der Hütte. Ab und zu hat man noch einen Seeadler in der Ferne fliegen sehen. Wir packten unsere Sachen und gingen zusammen mit dem Tourguide zum Parkplatz zurück.

Völlig überwältigt von dem Erlebnis machten wir uns auf den Weg zurück zum Stellplatz und gingen ins Bett. Am nächsten Tag haben 1.700 Bilder und einige Videos zum Auswerten gehabt.


Fazit: Lohnt sich die Bärenbeobachtung in Kuusamo?

Diese Begegnung mit den Braunbären in freier Natur war für uns eines der absoluten Highlights unserer Reise durch Finnland. Die Begegnung mit den Braunbären hat uns nochmal deutlich vor Augen geführt, wie schützenswert Lebensräume von Wildtieren sind.

Warum ist das Erlebnis besonders?

Der Anbieter Taiga Bear Kuusamo legt großen Wert darauf, dass die Braunbären, die vorbeikommen, ihre natürliche Angst vor dem Menschen behalten. Diese Angst vor dem Menschen ist sehr wichtig für die Bären. Bären meiden jegliche Begegnung mit Menschen. Die Möglichkeit, einem Braunbären in der freien Natur zu begegnen, ist höchst unwahrscheinlich.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass man nie weiß, ob und wie viele Bären an dem Abend vorbeikommen. Auch wie lange sich Bären vor der Hütte aufhalten, kann man im Vorfeld nicht wissen. An manchen Abenden sind es nur wenige Minuten, an anderen wurden schon bis zu 16 Bären gesichtet!

Die Bären sind frei und entscheiden selber, ob und wie lange sie vorbeischauen wollen. Letztendlich ist es auch das, was die Begegnung so besonders macht.


Weitere Bilder unserer Bärenbeobachtung


Weitere Beiträge

Unter der Rubrik Finnland findet ihr weitere Beiträge über unsere Reise. Eine kleine Auswahl verlinken wir euch hier:

Roadtrip durch Finnland

Roadtrip durch den Norden von Finnland

Zwei Wochen durch den Norden von Finnland mit dem Camper. Wir berichten euch von den besonderen und sehenswerten Orten, an …

Wandern im Pyhä-Luosto Nationalpark

Wir berichten dir von unseren beiden Wanderungen im Pyhä-Luosto Nationalpark in Finnland …

Varanger Roadtrip – Naturparadies im Nord-Osten Norwegens

Ihr plant einen Roadtrip nach Varanger? Wir zeigen euch die schönsten Orte für euren nächsten Roadtrip im äußersten Nordosten Norwegens …

< zur Finnland-Übersicht


Verfolge unsere Reisen auf Instagram, um nichts zu verpassen!


Du interessierst dich für Themen rund um Vanlife und Camper? Dann schau gerne hier vorbei!


*Hinweis: Wir verwenden in unserem Beitrag Affiliate-Links. Das bedeutet, wir bekommen eine kleine Provision, wenn du über den Sternchen-Link (*) etwas kaufst. Der Preis bleibt für dich natürlich immer derselbe und wir erhalten auch keine Daten oder Namen. Wenn du Interesse an den hier vorgestellten Produkten hast und unsere Arbeit unterstützen möchtest, würden wir uns sehr freuen, wenn du über den Produktlink einkaufst.

Moschusochsen im Dovrefjell Nationalpark

Seitdem wir eine Netflix-Doku über die wilde Tierwelt Norwegens gesehen haben, entwickelte sich bei uns eine Faszination für Moschusochsen.

Auf unserer Reise durch Norwegen ergab sich die Chance, wilde Moschusochsen im Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark zu sehen.

Wo wir gestartet sind und welchen Weg wir durch den Nationalpark genommen haben, um den wilden Moschusochsen zu begegnen, erzählen wir euch in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis


Allgemeines zum Moschusochsen

Moschusochsen sind absolut beeindruckende Tiere. Obwohl der Name es vermuten lässt, gehört der Moschusochse nicht zu den Rindern, sondern zählt zu den Ziegenartigen. Mit einem Gewicht von 400 kg und 1,5 m Schulterhöhe wandern diese Lebewesen durch die arktischen Tundren unserer Erde.

Sein imposantes Auftreten hat der Paarhufer seinen Hörnern zu verdanken. Diese kräftigen Hörner wachsen von der Hornbase an der Stirn nach unten und richten sich dann in einem Halbkreis mit der Spitze nach oben.

Mit nur ungefähr 300 Tieren ist die Population in Norwegen extrem klein. Die größte Population hat Kanada mit über 120.000 Tieren. Auf der ganzen Welt schätzt man den Bestand auf ca. 145.000 Tiere.


Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark

Der Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark ist ein norwegischer Nationalpark in einem Hochgebirgsgebiet auf Dovrefjell und Sunndalsfjella. Der Nationalpark umfasst eine Fläche von 1.830 km²  des Dovrefjell-Gebirges und weitere 2.730 km² sind als Landschaftsschutzgebiet oder Biotopschutzgebiet ausgewiesen.

Er ist der einzige Ort in Norwegen, an dem die wildlebenden Moschusochsen vorkommen.

In den Sommermonaten kann man entlang des Moschusochsentrails mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Pferde antreffen, diese leben in den Sommermonaten völlig frei auf den Hochflächen. Es sind allerdings keine Wildpferde.

Das Dovrefjell ist außerdem Heimat für wilde Rentiere, Elche, Polarfüchse und viele verschiedene Vögel. Es Fernglas* dabei zu haben, lohnt sich auf alle Fälle.

Hier zählen wir euch einige der Regeln auf:

  • Zu Rentieren muss ein Abstand von mindestens einem Kilometer gehalten werden. Wenn man auf Rentiere trifft, soll man in die entgegengesetzte Richtung gehen. Das Vorkommen von wilden Rentierpopulationen in Skandinavien ist sehr selten.
  • Von Polarfuchsbauten muss man mindestens 300 Meter Abstand halten. Das Stören dieser Bauten ist verboten.
  • Wie bereits erwähnt, soll zum Moschusochsen ein Sicherheitsabstand von 200 Metern eingehalten werden.
  • Das Fliegen von Drohnen ist im Nationalpark und im Hjerkinn Naturschutzgebiet verboten.

Geführte Moschusochsen Safari

Wenn ihr nichts dem Zufall überlassen wollt, dann empfehlen wir euch eine geführte Moschusochsen-Safari* zu buchen. Hier ist die Chance Moschusochsen zu sehen deutlich höher, da die Tour-Guides täglich im Nationalpark unterwegs sind und daher wissen, wo sich die Moschusochsen aufhalten.

Werbung / Empfehlungslink*


Der Moschusochsen-Weg (Musk-Ox Trail)

Der Moschusochsenpfad ist ein angelegtes Wegenetz, von welchem aus die Chancen hochstehen Moschusochsen zu sehen. Hier kann man zwischen Rundtouren von 4,5 bis 15 Kilometern Länge wählen. Ausgangs- und Zielpunkt sind die Orte Kongsvoll oder Grønbakken.

Indem ihr auf dem Moschusochsenweg bleibt, hilft man, die wilden Rentiere in der Gegend zu schützen. 

Übersichtskarte / Quelle: https://dovrefjell-sunndalsfjella.no/en/musk-oxen/the-musk-ox-trail/, Stand 01.09.2024

Eine Sache vorab: Wir können euch keine Garantie geben, Moschusochsen zu sehen. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, Moschusochsen auf dem Moschusochsenpfad und unserem beschriebenen Weg zu sehen, relativ gut. Es gehört natürlich immer eine gewisse Portion Glück dazu. Die Herdentiere sind ziemlich bewegungsfaul und wandern innerhalb eines Tages nur etwa zwei Kilometer.

Theoretisch könnten sich die Tiere bereits ganz am Anfang des Nationalparks befinden, also: immer die Augen offen halten!

Jeder Felsen in der Ferne könnte sich als Moschusochse entpuppen. Mit bloßem Auge kann man den Unterschied nur schwer erkennen – aus diesem Grund dürft ihr auf keinen Fall euer Fernglas* vergessen!

Wir können euch dieses Fernglas empfehlen, das wir selber dabei gehabt haben. Super scharf, robust und nicht zu teuer!

Kylietech Fernglas 12x42 HD Kompakte Ferngläser wasserdicht für Vogelbeobachtung, Jagd, Wandern, Sightseeing, FMC-Linse Feldstecher inkl. Tragetasche, Tragegurt und Smartphone-Adapter

Werbung

Ausgangspunkt unserer Moschusochsen-Wanderung

Wir haben unsere Entdeckungstour am Rastplatz bei Grønbakken gestartet (Koordinaten auf Google Maps). Hier gibt es reichlich Platz zum Parken.

Vom Parkplatz aus geht man über die Straße und folgt ihr ein kleines Stück Richtung Nordosten, bis zur Brücke. Nach der Brücke geht es ein paar Minuten den Weg entlang, bis man eine Unterführung erreicht – hier fängt nun offiziell der Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark an.

An der Unterführung war während unseres ersten Besuches dieses Warnschild angebracht. Inzwischen wurde es durch neue Infotafel ersetzt.


Unsere Moschusochsen-Wanderung

Als wir 2020 im Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark unterwegs gewesen sind, haben wir nach einer Weile den offizielen Moschusochsen-Pfad verlassen und sind weiter den Fluss „Stropla“ bis zu einer wild gelegenen, verlassenen Ranch entlang gewandert.

Der Weg hin und zurück beträgt etwa 14 Kilometer. Die Höhenmeter sind kaum erwähnenswert. Nach dem ersten Viertel überquert man den Fluss „Stropla“ und läuft diesen dann den Rest der Strecke entlang.

Der Weg ist teilweise sehr matschig und es gilt kleiner Bachläufe zu überqueren. Wir empfehlen daher unbedingt wasserfestes Schuhwerk zu tragen.


Begegnung mit dem Moschusochsen

Ständig schauten wir in die Ferne und analysierten jeden Felsen, der auch nur annähernd nach einem Moschusochsen aussah – nach genauerem Betrachten blieben es nur Felsen.

Den ersten Sichtkontakt hatten wir dann nach einem Drittel der Strecke, ein Stück nach der Flussüberquerung. Eine Familie, die uns zuvor überholt hatte, blieb vor uns stehen und schaute in die Ferne. Sie haben wohl ein einzelnes Tier in der Ferne entdeckt, waren sich aber noch nicht ganz sicher, ob es wirklich ein Moschusochse war.

Wir packten unser Teleobjektiv* aus dem Rucksack und machten ein Foto mit unserer Kamera. Und tatsächlich, nach dem Heranzoomen sah man ihn, den Moschusochsen. Unsere Freude war groß.

Das Tier war geschätzte 2 km entfernt, dementsprechend war es unmöglich ein anständiges Foto von ihm zu machen. Mit dem positiven Gefühl unserer Entdeckung ging es für uns weiter den Fluss entlang. Ständig schauten wir auch zum Fluss, denn es könnten sich auch Tiere bei ihrer Trinkstelle aufhalten.

Mit dem Fluss hatten wir zwar keinen Erfolg, jedoch zeigte sich ein Kilometer vor der verlassenen Ranch ein stattlicher Moschusochse aus nicht allzu weiter Entfernung zu unserer Rechten. Wir haben ihn klar und deutlich auf seiner Anhöhe beobachten können, wie er sich die Umgebung anschaut. Wir wurden schlagartig sehr aufgeregt – wir machten die ersten Fotos mit dem Teleobjektiv, um den Moment einzufangen.

Unsere Freude war riesig! Dieses wunderschöne Tier aus der Nähe zu sehen und das in seinem natürlichen, wilden Lebensraum.

Langsam bewegte sich der Paarhufer parallel zum Weg von uns. Wir gingen mit sicherem Abstand auf dem Weg hinterher.

Werbeanzeige

Mehrmals blieb der Ochse stehen, um sich die Umgebung anzuschauen und um direkt wieder weiterzulaufen. Er legte einen entspannten Gang hin.

Nach einigen Minuten sahen wir in der Ferne zwei kleine Häuschen mit einem umzäunten Bereich. Wir konnten unseren Augen kaum glauben, was sich direkt hintendran befand: Eine ganze Herde Moschusochsen!

Moschusochsen Herde im Dovrefjell-Nationalpark

Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Was für ein Glück, direkt einer ganzen Herde Moschusochsen zu begegnen. In der Herde befanden sich auch mehrere kleinere Ochsen – super niedlich.

Wir gingen weiter in Richtung Herde und sahen, dass sich in der Nähe der Hütten noch ein paar Leute befanden und die Ochsen beobachteten.

Mit sicherem Abstand beobachteten wir die Herde und nahmen Bilder und Videos auf. Der Wind war leider extrem stark an diesem Tag, sodass wir nur verwackelte Videos aufnehmen konnten. Hinter einem größeren Felsen in der Nähe versteckten wir uns, um uns zu stärken.

Nach unserer kleinen Pause trauten wir uns ein kleines Stück näher und machten weiter fleißig Aufnahmen aus sicherer Entfernung. Diese altertümlichen Tiere in ihrem natürlichen Habitat zu sehen, hat uns wirklich beeindruckt. Besonders toll fanden wir die kleinsten Herdentiere mit ihren kaum ersichtlichen Hörnern und relativ kleinen Köpfen.

Plötzlich endete die friedliche Atmosphäre – zwei Herdentiere fingen an, sich gegenseitig zu attackieren. Die Tiere jagten sich gegenseitig, wobei beide Moschusochsen ohne Probleme den mehr als ein Meter hohen Zaun übersprungen haben. Sie kamen immer näher in unsere Richtung.

Uns wurde das Ganze zu heikel und beschlossen so schnell wie möglich Abstand zu den beiden Moschusochsen zu gewinnen. Wir gingen in die Richtung, aus der wir auch gekommen sind und merkten, dass die zwei angriffslustigen Tiere so schnell nicht aufhören würden. Sie standen bereits auf dem Wanderweg. Wir entschieden uns zurück zum Parkplatz zu laufen und es nicht darauf anzulegen diese zwei Rabauken zu stören.

Auf dem Weg zurück sahen wir dann noch eine weitere Herde, diesmal von Weitem. Die Herde lief von einem tiefliegenden Fluss auf einen Hügel. Wahrscheinlich haben sich die Tiere eine Erfrischung gegönnt.

Hier haben wir euch unsere Laufstrecke auf Komoot zusammengestellt:


Du interessierst dich für unsere Kamera-Ausrüstung? Hier haben wir dir unser Equipment aufgelistet.

Werbung

Fazit zur Moschusochsen-Begegnung

Die Begegnungen mit den wilden Moschusochsen im Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark in Norwegen war bis dato unsere beeindruckendste Wildtier-Begegnung. Diese beeindruckenden und altertümlichen Lebewesen aus nächster Nähe beobachten zu können, war für uns ein unvergessliches Erlebnis.

Die Chance einen oder mehrere Moschusochsen in diesem Areal des Nationalparks zu treffen empfinden wir als relativ groß. Natürlich benötigt es auch eine gewisse Portion Glück. In diesem Gebiet werden auch geführte Moschusochsen-Touren* mit Garantie einer Sichtung angeboten.

Abgesehen von den wilden Moschusochsen, hat uns auch der Nationalpark an sich gefallen. Die halbkahle Landschaft und die schier unendliche Weite mögen wir sehr.


Weitere Aktivitäten im Dovrefjell

Aussichtspunkt SNØHETTA

Der höchste Gipfel des Nationalparks ist der Snøhetta. Dieser liegt 2.286 Meter über dem Meeresspiegel. Da das Gebiet um den Berg Snøhetta besonders beliebt ist, es gleichzeitig aber auch ein wichtiges Weidegebiet für die wilden Rentiere ist, wurde der Aussichtspunkt SNØHETTA (Koordinaten auf Google Maps) errichtet. Dieser bietet die Möglichkeit, die Gegend zu erleben, ohne die am stärksten gefährdeten Gebiete zu besuchen.

Der Aussichtspunkt ist von einem Wanderparkplatz über einen 1,5 km langen geschotterten Weg zu erreichen.


Besucherzentrum „Wild Reindeer

In Hjerkinn gibt es das Besucherzentrum „Wild Reindeer„, in dem man Wissenswertes über die wilden Rentiere erfahren kann. Mehr Informationen findet ihr auf der Webseite https://villrein.no/visitorcentre/.


Gamle Konigsvegen

Auf der Ostseite der E6 befindet sich die alte Pilgerroute von Oslo nach Nidaros. Hier gibt es zwar keine Moschusochsen, aber die Wanderung durch die Landschaft ist trotzdem sehr schön und man hat einen guten Blick auf das Moschusochsengebiet. Wir haben unsere Wanderung auf dem Parkplatz unterhalb von Kongsvoll gestartet (Koordinaten auf Google Maps).


Unsere Kamera-Ausrüstung

Die Wildtieraufnahmen haben wir mit unserer Nikon Z50* gemacht. Wir verwenden für die Nahaufnahmen das Objektiv Sigma 150-600mm*.

In unserem Amazon-Shop* haben wir euch unsere gesamte Kamera-Ausrüstung verlinkt.

Verfolge unsere Reisen auf Instagram, um nichts zu verpassen!


Weitere Beiträge

Unter der Rubrik „Norwegen“ findet ihr weitere Beiträge über unsere Norwegen-Reisen. Eine kleine Auswahl verlinken wir euch hier:

Lofoten Rundreise mit dem Wohnmobil

Zwei Wochen Lofoten Rundreise mit dem Wohnmobil. In unserem Beitrag stellen wir euch die schönsten Ausflugsziele vor und erzählen euch …

Urlaub in Norwegen: Tipps zum Kosten sparen

Wir verraten euch in diesem Beitrag einige gute Tipps, wie wir während unseres Norwegen Urlaubs einige Kosten gespart haben …

Elche in Norwegen: Unsere Beobachtungstipps

Der Elch ist in Norwegen ein weit verbreitetes Tier. Wir geben euch nützliche Tipps, um Elche in freier Wildbahn zu …

< zur Norwegen-Übersicht


*Hinweis: Wir verwenden in unserem Beitrag Affiliate-Links. Das bedeutet, wir bekommen eine kleine Provision, wenn ihr über den Sternchen-Link (*) etwas kauft. Der Preis bleibt für euch natürlich immer derselbe und wir erhalten auch keine Daten oder Namen. Wenn ihr Interesse an den hier vorgestellten Produkten habt und unsere Arbeit unterstützen möchtet, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr über unseren Produktlink einkauft.