Der Ausblick vom Skierffe war für uns einer der schönsten, die wir bisher erleben durften. Vom 1179Meter hohen Berg Skierffe hat man eine phänomenale Aussicht auf das Rapadalen-Delta. Die Wanderung führt zum Anfang des Sarek Nationalparks. Dieser wird als auch als „letzte Wildnis Europas“ bezeichnet.
In diesem Blogbeitrag geben wir euch wertvolle Tipps und Informationen für die Wanderung zum Skierffe und teilen unsere Erfahrungen mit euch. Ganz unten im Beitrag verlinken wir euch die Wanderung auf komoot.de.
Damit ihr euch besser in unserem Beitrag zurechtfindet, haben wir ein Inhaltsverzeichnis mit Sprungmarken für euch erstellt:
Der perfekte Startpunkt der Mehrtageswanderung befindet sich bei der Brücke Sitoälvsbron (Koordinaten auf Google Maps), hier gibt es einen Parkplatz, auf dem man sein Fahrzeug ohne Probleme mehrere Tage stehen lassen kann.
Parkplatz Sitoälvsbron
Der Parkplatz ist etwas abgelegen. Die Anfahrt bis zum Parkplatz ist aber gut machbar. Wir haben mit unserem Camper keine Probleme auf dem Weg dorthin gehabt.
Der Parkplatz ist umgeben von Bäumen und direkt an einem Fluss, aus dem man auch Wasser entnehmen kann. Der Internetempfang ist ziemlich dürftig.
Die Wanderung zum Skierffe
Grundsätzlich läuft man die Wanderung bis zum Skierffe in drei Etappen. Ambitionierte Wanderer schaffen diese Wanderung bestimmt auch in zwei Tagen, wovon wir persönlich aber abraten würden.
1. Etappe
Die erste Etappe führt vom Parkplatz zur Wanderhütte Aktse (Google Maps). Insgesamt 16 Kilometer dauert diese Etappe. Die ersten 10 Kilometer sind landschaftlich ziemlich unspektakulär, denn hier läuft man die ganze Zeit auf einer Schotterstraße entlang.
Links und rechts hohe Bäume und keine Aussicht. Erst nach rund 10 km erreicht man den ersten sehenswürdigen Punkt – den See „Lájtávrre (Laitaure)“. Am See ist ein kleiner Steg mit mehreren kleinen Booten. Hier kann man eine kurze Pause einlegen, bevor es weiter geht. Außerdem hat man bereits eine sehr gute Aussicht auf das eigentliche Ziel- den Skierffe.
Bootsanlegestelle an Lájtávrre
Wer seinen Weg etwas verkürzen will, kann hier von einem Bootstransfer Gebrauch machen, welche die Wanderhütte Aktse anbietet. Danach ist es nur noch einen Kilometer bis zur Wanderhütte. Der Bootstransfer kostet 300 SEK für einen Erwachsenen und wird nur im Sommer angeboten. Mehr Informationen und genaue Abfahrtzeiten bekommt ihr auf folgender Website: Bootstransfer Kungsleden.
Übrigens: Viele fahren mit ihrem Fahrrad die 10 Kilometer bis zum Steg und lassen ihr Rad vor Ort, um von hier aus zu Fuß weiterzulaufen.
Vom See geht es nun 6 Kilometer weiter zur Wanderhütte Aktse. Der restliche Weg führt über angelegte Wanderstege und durch ein Waldstück hindurch. Dieser Teil der Strecke ist wieder recht unspektakulär und man wandert schnell weiter, um den Mücken zu entfliehen und um zum ersten Ziel zu gelangen.
Auf dem Weg finden sich immer wieder Schilder, die darauf hinweisen, wie viele Kilometer noch bis zur Wanderhütte zurückzulegen sind.
Angekommen an der Wanderhütte waren wir erstmal überrascht, wie viele Menschen sich dort befinden. Kein Wunder – Aktse ist ein wichtiger Punkt auf dem weltberühmten Fernwanderweg Kungsleden. Hier machen viele Wanderer Halt, um Vorräte aufzufüllen und um sich etwas auszuruhen.
Aktse Wanderhütte – Kungsleden
Grundsätzlich endet die erste Etappe an der Wanderhütte, wo beide Nächte verbracht werden. Es gibt drei Möglichkeiten wie ihr übernachten könnt:
Schlafen in der Hütte
Wer in der Hütte einen Schlafplatz haben möchte, sollte diesen am besten vorher online buchen. Die Buchung könnt ihr hier vornehmen: STF Aktse Fjällstuga
Zelten an der Wanderhütte Aktse
Alternativ könnt ihr auf einem der vielen Zeltplätze an und um die Hütte herum zelten. Für das Zelten im Bereich um die Wanderhütte herum fällt jedoch eine Gebühr an. Für Mitglieder der STF kostet eine Übernachtung mit dem Zelt pro Person 200 SEK – Nicht-Mitglieder zahlen 100 SEK mehr. Im Preis inbegriffen ist die Nutzung aller öffentlichen Einrichtungen der Wanderhütte. Darunter zählen unter anderem: Küche, Toilette und Sauna. Weitere Informationen findet ihr hier: STF Zeltgebühr.
Zelten außerhalb von Aktse
Wer sich die Gebühr sparen will und lieber etwas außerhalb zelten mag, muss etwas weiter laufen. Wenn ihr von Aktse etwa 30 Minuten den Wanderweg weiterfolgt, erreicht ihr die Abzweigung zum Skierffe. Die Abzweigung befindet sich knapp über der Baumgrenze und man sieht schon die vielen anderen Zelte der Wanderer. Hier haben auch wir unser Zelt für die zwei Nächte aufgeschlagen. Hier findet ihr die Koordinaten: Google Maps.
Zeltplatz oberhalb der Aktse-Hütte
2. Etappe
Die zweite Etappe führt zum berühmten Aussichtspunkt über dem Rapadalen-Delta. Von unserem Zeltplatz aus war es nur noch ein ca. 6,5 Kilometer langer Abschnitt bis zum Skierffe. Unsere Zeltausrüstung haben wir vor Ort gelassen und sind nur mit leichtem Gepäck zum Skierffe los gewandert, da wir am selben Tag auch wieder zum Zeltplatz zurückgewandert sind.
Auf dem Weg zum Skierffe
Der Weg ist grundsätzlich in Ordnung und typisch für skandinavische Hochebenen. Man wandert durch einige feuchte Stellen, bis man den Rücken vom Skierffe erreicht. Bereits auf dem Weg dorthin sieht man das Rapadalen-Delta zur linken Seite.
Wir hatten sehr viel Glück und konnten sogar eine Rentierherde aus nächster Nähe beobachten. Der Boden hat sogar vibriert, als die Herde an uns vorbeilief!
Angekommen am Rücken vom Skierffe sind es nur noch 100 Höhenmeter über einen steinigen Weg bis zum berühmten Aussichtspunkt über das Rapadalen-Delta.
Angekommen auf dem Skierffe waren wir erstmal überwältigt von dieser phänomenalen Aussicht. Das Rapadalen-Delta lässt sich von hier oben aus in seiner vollen Pracht bestaunen.
Die unzähligen Flussarme, umgeben von dem satten Grün, wirken wie ein riesiges Kunstwerk. Die Natur malt bekannterweise die schönsten Bilder.
Wir blieben einige Stunden auf dem Skierffe und genossen einfach nur die Ruhe und diesen herrlichen Ausblick. Die Wanderung hat sich für uns mehr als gelohnt.
Von einem Wanderer haben wir gehört, dass man sogar Elche im Rapadalen-Delta vom Skierffe sehen kann. Wir haben mit unserem Fernglas* die Landschaft abgescannt, aber leider kein Glück gehabt.
Zur rechten Seite sieht man die schneebedeckten Gipfel des Sarek-Nationalparks.
Nach einer kurzen Stärkung und längeren Fotosession begaben wir uns auf den Rückweg zu unserem Zelt. Auf dem Weg gibt es mehrere gute Stellen, um sein Trinkwasser aufzufüllen. Auf längeren Wandertouren filtern wir unser Wasser immer mit der Gray Trinkflasche*.
Nach ca. zwei Stunden waren wir zurück am Zelt und verbrachten dort den restlichen Tag.
Grayl Trinkflasche
Die Grayl Trinkflasche* ist eine innovative Trinkflasche, mit der wir unterwegs gefahrlos Wasser aus Flüssen, Seen oder Bächen filtern und trinken können. Die Filterflasche begleitet uns inzwischen auf all unseren Wanderungen.
Die dritte Etappe der Wanderung ist der Rückweg von der Aktse Wanderhütte zum Parkplatz.
Wir haben so gut es geht ausgeschlafen und uns am Morgen erstmal mit Kaffee und Haferbrei gestärkt. Dann hieß es Zelt abbauen und alles wieder ordentlich in die Rucksäcke verstauen.
An der Wanderhütte angekommen, haben wir erstmal noch unsere Trinkwasservorräte für den restlichen Tag aufgefüllt. Danach ging es für uns 16 Kilometer zurück zum Parkplatz.
Rückweg zum Parkplatz
Auch wenn der Weg für geübte Wanderer technisch überhaupt nicht anspruchsvoll ist, waren wir aufgrund der Mückenplage fix und fertig, als wir an unserem Camper ankamen. Wir haben lediglich ein einziges Mal für eine kurze Stärkung gehalten, da uns sonst die Mücken wortwörtlich zerstochen hätten – so sind wir also die 16 Kilometer so gut wie durchgelaufen.
Wanderung auf Komoot.de:
Wetter
Es ist sehr wichtig, sich vor der Wanderung mit der Wettersituation zu beschäftigen. Das Wetter ist sehr wechselhaft und ihr solltet unbedingt vorbereitet sein.
Besonders auf der Hochebene über Aktse kann es im Sommer kalt und ungemütlich werden. Der Schlafsack für das Zelt sollte daher dick genug sein! Mitte Juni liegt auf der Hochebene teilweise noch der Schnee aus dem letzten Winter und ab September kann bereits mit neuem Schneefall gerechnet werden. Dazu kommt, dass es auf der Hochebene auch sehr windig werden kann. Es ist daher wichtig, dass ihr euer Zelt gut befestigt.
Wir waren Ende Juli dort und hatten ziemliches Glück mit dem Wetter, da es trotz Regenmeldung trocken geblieben ist. Es schadet nicht vorab den Wetterbericht zu checken, jedoch sollte man sich nicht unbedingt darauf verlassen, da sich das Wetter im Gebirge sehr schnell ändern kann.
Fazit zur Wanderung zum Skierffe
Für uns war die Wanderung zum Skierffe eine einmalige Erfahrung. Die Aussicht auf das Rapadalen-Delta ist die Mühe allemal wert. Auch wenn die ersten 16 Kilometer hin uns zurück bis zur Aktse-Hütte ziemlich unspektakulär sind, können wir diese Wanderung wirklich jedem empfehlen.
Leider waren wir in der Mücken-Hochsaison dort. Die Mücken haben uns teilweise wirklich bis zum Wahnsinn getrieben. Dies war jedoch unser Verschulden, da wir uns gar nicht gegen Mücken vorbereitet haben. Lasst euch das deshalb eine Lehre sein und schützt euch ausreichend vor Mücken bei dieser Wanderung!
Schützt euch vor Mückenstichen! Nehmt genug Anti-Mücken-Spray (z.B. Autan-Spray*) mit. Zusätzlich empfehlenswert ist lange stichfeste Kleidung sowie ein Mückenschutz-Hut*
Genug Essen und Trinken mitnehmen! Ihr solltet mindestens Essen für einen Tag mehr einplanen. Optimal sind hier trockene Nahrungsmittel wie z.B. Instantnudel*, Fertigreis*, Müsliriegel* und Treckingnahrung*
Wir empfehlen, einen Wasserfilter mitzunehmen. Auch wenn grundsätzlich das Wasser aus fließenden Quellen getrunken werden kann, kann man sich nie sicher genug sein. Wir benutzen einen Wasserfilter von GRAYL: GRAYL Wasserfilter*
Checkt eure Ausrüstung vorher unbedingt auf Funktionstüchtigkeit. Es wäre sehr ärgerlich, wenn der Gaskocher auf einmal nicht mehr gehen sollte.
Der Weg ist zwar gut ausgeschildert, trotzdem schadet es nicht eine Karte mitzunehmen. Wir persönlich haben uns auf unser Handy verlassen und eine komoot-Karte für den Offline-Gebrauch downgeloadet.
Um den Wetterbericht zu checken, nutzen wir die Apps Yr und Ventusky.
Unsere Ausrüstung
Wir haben fast unsere ganze Wanderausrüstung aus dem Decathlon*.
Eine genaue Auflistung unserer Ausrüstung für Mehrtageswanderungen findet ihr in folgendem Blogbeitrag von uns:
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Im April 2023 war es endlich soweit. Wir brachen auf in unser bisher größtes Abenteuer – einer einjährigen Europareise mit unserem Camper.
Doch bevor es überhaupt losging auf diese große Reise, ist viel Planung und Zeit vorhergegangen.
Was wir von der Idee einer einjährigen Europareise bis hin zum Start der Reise alles organisieren und vorbereiten mussten, erzählen wir euch in diesem Beitrag.
Damit ihr euch in unserem Beitrag besser zurechtfindet, haben wir ein Inhaltsverzeichnis mit Sprungmarken für euch erstellt:
Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Wir haben uns aus den folgenden Gründen für Europa entschieden:
Europa ist ein sehr facettenreicher Kontinent mit sehr unterschiedlichen Landschaftsbildern und Kulturen. In relativ kurzen Entfernungen kann man die verschiedensten Regionen bereisen. Von der rauen Landschaft in Skandinavien bis hin zu traumhaften Stränden auf der Balkanhalbinsel ist einfach alles dabei.
Wegen der guten Infrastruktur ist das Reisen in Europa mit verschiedensten Fortbewegungsmittel ziemlich gut machbar.
Da für uns klar war, dass wir mit unserem Camper eine Langzeitreise antreten wollen, war Europa naheliegend.
PlanungderReiseroute
Im ersten Schritt solltet ihr euch Gedanken darüber machen, welche Länder ihr unbedingt bereisen wollt. Wir empfehlen euch die Reiseroute für eure Europareise zumindest grob zu planen und auch mögliche Ausweichpläne in der Hinterhand zu haben.
In Europa gibt es sehr viele Länder zu erkunden und so solltet ihr euch mit jedem einzigen Land, das ihr bereisen wollt, beschäftigen.
Hierbei spielen bei der Planung der Reiseroute folgende Aspekte eine Rolle:
Zeitfaktor
Der wohl wichtigste Punkt ist natürlich der Zeitfaktor. Es ist klar, dass ihr eure Route ganz anders planen könnt und auch weitere Ziele ansteuern könnt, wenn euch genügend Zeit zur Verfügung steht.
Besonders, wenn ihr nicht einfach durch ein Land „hetzen“ wollt, nur um es auf eurer „Bucket-List“ abzuhacken, sondern auch um es intensiver kennenzulernen zu können.
Beschäftigt euch vorher mit den verschiedenen Ländern bzw. Regionen und speichert euch Orte und Punkte ein, die ihr unbedingt besuchen wollt (z.B. auf Google Maps).
Plant realistisch ein, wie lange ihr dann das Land bereisen wollt. Denkt unbedingt auch an die Fahrtage, die immer länger dauern als geplant. Ganz wichtig ist es dann noch Pufferzeit mit einzubauen – Zeit, in der man sich bewusst nichts vornimmt, um die Tage Revue passieren zu lassen und sich zu entspannen.
Besonders am Anfang unserer Europareise waren wir viel zu schnell unterwegs und so hatten wir mehrmals ein kleines „Reise-Burnout“. Dies kam immer ziemlich überraschend und wir mussten uns dann erstmal einige Tage wieder erholen und die Eindrücke der letzten Tage verarbeiten.
Fortbewegungsmittel
Sehr entscheidend ist natürlich auch die Wahl eures Fortbewegungsmittels. Am flexibelsten ist man natürlich mit einem Wohnmobil oder Auto.
Wenn ihr auf die öffentlichen Verkehrsmittel, wie Bus, Bahn oder Flugzeug angewiesen seid, könnt ihr unter Umständen nicht so unabhängig eure Route planen, wie mit einem eigenen Fahrzeug.
Ein sehr entscheidender Punkt, den ihr bei euerer Planung eurer Europareise berücksichtigen müsst, ist die Wetterlage in den Reiseregionen. Unter Umständen lassen sich Reiseziele kaum oder gar nicht bereisen oder es ist schlichtweg nicht zu empfehlen bestimmte Ziele zu bestimmten Jahreszeiten zu bereisen.
Beispiel: Für uns war der hohe Norden von Skandinavien ein absolutes Muss auf unserer großen Europareise. Diese Region lässt sich aber nur sehr schwer im Winter und Frühjahr bereisen. Sehr viele Regionen in Skandinavien sind gesperrt und unzugänglich wegen dem teilweise meterhohen Schnee im Winter.
Informiert euch gründlich über das Klima in der Reiseregion und schaut euch Reisezeitempfehlungen im Internet an
Politische Lage / Sicherheitslage
Leider ein Thema, das erwähnt werden muss. Wir wollen keinesfalls unnötig Angst schüren, aber auch in Europa kann es unter Umständen in einigen Regionen unsicher sein.
Auch regelmäßiges Lesen der Nachrichten kann keinesfalls schaden.
Finanzen / Budgetplanung
Der wohl ausschlaggebendste Punkt bei der ganzen Planung ist das Thema Finanzen – wer hätte es gedacht.
Ohne die nötigen finanziellen Mittel ist auch keine Reise möglich.
Wenn ihr (wie wir) auf eure Ausgaben achten müsst, ist es wichtig eine Budgetplanung zu erstellen, damit ihr Überblick darüber bekommt, wie viel euch diese Reise wahrscheinlich kosten wird.
Kostenplanung
Erstellt euch eine große Liste mit allen Kostenpunkten, die auf eurer Reise anfallen werden (Einkaufen, Essen, Tanken usw.). Nun versucht abzuschätzen, wie viel Geld ihr monatlich für diese Punkte ausgeben werdet. Multipliziert diesen Wert jetzt mit den voraussichtlichen Reisemonaten und ihr habt schonmal einen groben Anhaltspunkt.
Vergesst nicht, eure laufenden Fixkosten mit einzuberechnen! Das können sein: Wohnung (falls nicht gekündigt), Versicherungen, Abos, Handytarif etc.
Neben den laufenden Fixkosten ist es ratsam einen gewissen Puffer mit einzukalkulieren. Wir empfehlen auf den ermittelten Ausgaben nochmals ca. 20 % draufzuschlagen. Es ist besser, mit zu viel, als zu wenig zu rechnen!
Zusammengefasst habt ihr dann schonmal eine gute Vorstellung davon, wie viele Ausgaben auf euch auf der Reise erwarten.
Die Budgetplanung ist sehr individuell und hat viele Stellschrauben, an denen man drehen kann.
Sicherheitseinlage
Es ist sehr empfehlenswert bzw. sogar notwendig eine gewisse Sicherheitseinlage zu hinterlegen, die nur im äußersten Notfall benutzt werden sollte. Ein Notfall könnte z.B. sein: unerwartete Reparaturkosten, Vorauszahlungen für Krankenkosten etc…
Tipps für eure Finanzen
Erstellt euch direkt am Anfang der Reise eine neue Tabelle, in der ihr alle Ausgaben während eurer Reise notiert. Bei uns sieht diese Tabelle so aus:
Datum
Rubrik
Wert
Land
Bemerkung
20.05.2023
Maut
1,42 €
Schweden
Stockholm
22.05.2023
Gas
21,16 €
Schweden
4 kg
24.05.2023
Tanken
78,84 €
Finnland
24.05.2023
Aktivitäten
240,00 €
Finnland
Taiga Bear Kuusamo
28.05.2023
Einkauf
72,75 €
Finnland
Lidl
Diese Tabelle haben wir in unserem Cloud-Speicher (Google Drive) abgelegt. So können wir einfach vom Handy aus die Kosten eintragen.
Der Vorteil einer solchen Tabelle ist, dass ihr mit nur ein paar Klicks seht, wie viel Geld ihr für welche Kostenrubrik und in welchem Land ausgegeben habt. Für uns persönlich ein super nützliches Tool. So wissen wir dann auch für die Zukunft, ob wir mit unserem eingeplanten Budget auskommen werden.
Spartipps für eure Reise
Es gibt viele Tipps um auf Reisen Geld zu sparen. Wir stellen euch hier, die unserer Meinung nach, besten Spartipps vor, die auch unabhängig vom Reiseland gelten.
Kreditkarte
Sehr wichtig ist es eine gute Kreditkarte dabei zu haben, die euch nicht unnötig mit Zusatzgebühren belastet. In Ländern mit anderer Währung, erheben die meisten Banken ein sogenanntes “Auslandseinsatzentgelt”. Dieses wird auf Transaktionen erhoben, die mit einer Fremdwährung getätigt werden.
Beispiel: Ihr bezahlt umgerechnet 1.000 Euro in fremder Währung mit der Kreditkarte eurer Hausbank. Hierauf fallen i.d.R. 2% Auslandseinsatzengelt an. Das macht 20 Euro an Zusatzkosten.
Wenn ihr also im Ausland mit ausländischer Währung unterwegs seid, könnt ihr hier viel Geld sparen.
Zudem ist eine Kreditkarte für Reisen unerlässlich geworden. In sehr vielen Situationen lässt sich heutzutage nur noch per Kreditkarte bezahlen.
Die Mastercard Gold* ist komplett kostenlos und erhebt keine Fremdwährungsgebühr. Auf unseren Langzeitreisen sparen wir so mehrere hundert Euro im Jahr. Ihr braucht hierfür auch kein extra Girokonto. Die getätigten Umsätze werden ganz einfach vom hinterlegten Konto monatlich abgebucht. Zusätzlich bietet euch die Karte eine gratis Reiseversicherung an!
Auch mit dem richtigen Girokonto könnt ihr eine Menge Geld sparen! Bei unserer alten Bank (Sparkasse) haben wir mehr als 100 € Kontoführungsgebühren jährlich zahlen müssen.
Vergleichbare Leistungen bekommt man bei Direktbanken auch für 0 € Kontoführungsgebühren!
Welche Versicherungen brauche ich auf einer Langzeitreise? Diese Fragen haben wir uns auch gestellt.
Das Thema Versicherungen sollte auch individuell gesehen werden. Je nachdem, wie ihr reist, können bestimmte Zusatzversicherungen durchaus Sinn machen.
Krankenversicherung
Die wohl wichtigste aller Versicherungen ist natürlich die Krankenversicherung.
Wenn ihr (wie wir) vorhabt euer Arbeitsverhältnis regulär zu kündigen, habt ihr entweder die Möglichkeit bei eurer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu bleiben, und dort eine freiwillige Mitgliedschaft zu beantragen oder man wechselt zu einer Langzeit Auslandskrankenversicherung.
Langzeit Auslandskrankenversicherung
Unsere Empfehlung geht ganz klar an die sogenannten Langzeit Auslandskrankenversicherung. Eine solche Versicherung bietet vergleichbare Krankenleistungen wie die GKV. Der klare Vorteil: Sie ist deutlich günstiger als die freiwillige Mitgliedschaft in der GKV.
Während du bei der GKV ca. 160 € monatlich (+ Zusatzbeitrag) zahlen musst, zahlst du bei der Auslandskrankenversicherung lediglich einen Bruchteil.
Der Knackpunkt bei der Langzeitauslandskrankenversicherung: Der Versicherungsschutz gilt nur im Ausland. Ein sogenannter „Heimaturlaub“ während eurer Reise muss mitversichert werden.
Nach langer Recherche und Suche nach einer passenden Krankenversicherung für unsere Europareise haben wir uns endgültig für die Hanse Merkur entschieden. Die Leistungen bei der Hanse Merkur sind absolut vergleichbar mit der GKV.
Ein Heimaturlaub bis zu 6 Wochen ist auch mit inbegriffen (Mindestlaufzeit 1 Jahr).
Um von der GKV zur Auslandskrankenversicherung zu wechseln, müsst ihr im Voraus mit ihnen Kontakt aufnehmen und Bescheid geben, wann ihr wechseln wollt.
Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung
Natürlich könnt ihr auch weiterhin bei der GKV bleiben. Wenn euer Arbeitsverhältnis endet und ihr freiwillig bei der GKV bleiben wollt, müsst ihr rund 160 € plus Zusatzbeitrag monatlich zahlen.
Nehmt Kontakt auf mit eurem Berater bei der GKV und sagt ihnen, dass ihr vorhabt eine Langzeitreise zu starten und nennt ihnen den letzten Tag des Arbeitsverhältnisses. Die GKV wird dann die nächsten Schritte mit euch abklären.
Rentenversicherung
Solltet ihr für eure Langzeitreise euer Arbeitsverhältnis gekündigt haben, so zahlt ihr auch automatisch keine Rentenbeiträge mehr.
Ihr könnt jedoch freiwillig einen sogenannten Mindestbeitrag zahlen, um keine sogenannte „Rentenlücke“ zu bekommen.
Der Freiwillige Mindestbeitrag beträgt 96,72 € monatlich (Stand 2023). Da dies ein ziemlich großer Kostenblock von über 1.000€ jährlich ist, muss man sich gut entscheiden, ob es das einem wert ist.
Wenn ihr mit dem eigenen Fahrzeug / Camper unterwegs seid, ist eine gute Kfz-Versicherung und ggf. Zusatzversicherung unerlässlich.
Neben einer verpflichtenden Kfz-Haftpflichtversicherung ist es durchaus sinnvoll zumindest eine Teilkasko– oder noch besser, eine Vollkasko-Versicherung abzuschließen.
Eine passende Kfz-Versicherung könnt ihr ganz einfach über den Vergleichsrechner von Tarifcheck finden. Hier findet man immer den günstigsten Tarif.
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Zusätzliche Versicherungen
Wir zählen euch hier noch einige Versicherungen auf, die je nach Reiseart relevant sein können:
ADAC-Mitgliedschaft – achtet hier darauf, dass ihr mindestens die PLUS-Mitgliedschaft abschließt (versichert euch in Europa)
Haftpflichtversicherung – die beste Haftpflichtversicherung findet ihr bei Tarifcheck*
Unfallversicherung – besonders geeignet für Leute die viel (Extrem)-Sport treiben
Auf langen Fahrten hören wir am liebsten Hörbücher mit der Hörbuch-App BookBeat*. Mit mehr als 500.000 Hörbüchern und einer großen Auswahl an E-Books lässt sich für jeden Geschmack etwas finden! Dank der Offline-Funktion können wir die Hörbücher auch hören, wenn wir mal keinen Internetempfang haben.
Mit unserem Aktionscode „60tgratis“ kannst du BookBeat zwei Monate kostenlos testen. Das BookBeat-Abo ist jederzeit kündbar. Du kannst dein Probeabo nach der Testphase einfach beenden oder du lässt es weiterlaufen. Die Wahl liegt ganz bei dir. Weitere Informationen findest du hier.
Reisedokumente
Welche Dokumente benötigt man eigentlich alles bei einer Langzeitreise durch Europa? Das kann auch sehr individuell sein, jedoch gibt es einige sehr wichtige Dokumente, die fast jeder mitnehmen sollte.
Personalausweis & Reisepass
Neben dem Personalausweis solltet ihr unbedingt auch einen Reisepass mitführen. Europäische Länder, die nicht in der EU sind, kontrollieren gerne euren Reisepass. Falls ihr noch keinen besitzt, solltet ihr den unbedingt frühzeitig beantragen. Die Bearbeitungszeit dauert in der Regel 8 bis 10 Wochen!
Wenn ihr bereits Personalausweis und Reisepass besitzt, schaut unbedingt nochmal auf das Ablaufdatum. Sollte es innerhalb eurer Reisezeit ablaufen, so ist es besser, diese nochmal vor Abreise zu erneuern.
Führerschein
Wenn ihr mit einem Camper oder Auto unterwegs seid, müsst ihr logischerweise auch euren Führerschein mitführen.
Zusätzlich kann es durchaus Sinn machen, einen „internationalen Führerschein“ zu beantragen. Diese Art des Führerscheins ist eine Ergänzung zu eurem Standard Führerschein und erleichtert z.B. Behörden und Autoverleihern im Ausland die Überprüfung.
Grundsätzlich reicht der nationale Führerschein für EU- und EWR-Länder. Der ADAC empfiehlt jedoch auch den internationalen Führerschein, z.B. für Albanien.
Beantragen könnt ihr den internationalen Führerschein bei eurer zuständigen Führerschein-Stelle. Die Kosten hierfür liegen ungefähr bei 15 Euro.
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Fahrzeugdokumente
Ihr seid mit eurem eigenen Fahrzeug unterwegs? Dann sind die folgenden Dokumente wichtig:
Zulassungsbescheinigung
Wer mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs ist, sollte natürlich unbedingt die Fahrzeugzulassung Teil 1 mitführen. Wichtig: dieses muss im Original mitgeführt werden. Eine Kopie reicht hier nicht aus.
Internationale Versicherungskarte
In einigen Ländern wird nach wie vor die internationale Versicherungskarte benötigt. Diese dient als Nachweis für eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung. Teilweise wird diese auch bei der Einfahrt in die Länder kontrolliert. Achtet darauf, dass die Länder die ihr mit eurem Fahrzeug bereisen wollt nicht auf eurer internationalen Versicherungskarte durchgestrichen sind.
Vorgeschrieben ist sie bei Reisen in folgende Länder:
Albanien
Moldawien
Montenegro
Nordmazedonien
Türkei
Ukraine
Persönliche Unterlagen
Solltet ihr weitere Unterlagen mitnehmen wollen, macht euch am besten Kopien davon, falls diese nicht im Original notwendig sind.
Sinnvoll ist auch ein USB Stick* mitzunehmen, der einen Passwortschutz besitzt. Auf diesen könntet ihr auch vertrauliche Dokumente abspeichern und mitnehmen. Wir haben zusätzlich unsere wichtigen Unterlagen noch eingescannt und auf einem Cloud-Speicher hochladen.
Wichtige Unterlagen, die ihr nicht auf Reisen mitnehmen müsst, solltet ihr gut sortiert zu Hause lassen. Falls ihr eure Wohnung gekündigt habt, übergebt eure Unterlagen am besten einem Familienmitglied.
Arbeitsverhältnis
Beim Thema Arbeitsverhältnis gibt es viele verschiedene Optionen. Es kommt stark darauf an, wie lange ihr Reisen wollt und wie „tolerant“ euer*e Arbeitgeber*in gegenüber eurem Vorhaben ist.
Wir zählen euch die üblichsten Vorgehensweisen für eine Langzeitreise auf. Daneben gibt es natürlich auch noch die Option von unterwegs zu arbeiten.
Kündigung des Arbeitsverhältnisses
Besonders wenn ihr für eine längere Zeit verreisen wollt, bleibt den meisten nichts anderes übrig, als das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Die wenigsten Arbeitgeber werden euch für eine lange Zeit freistellen und eine freie Stelle nach Ende eurer Reise garantieren.
Beim Kündigen eures Arbeitsverhältnisses gibt es folgende wichtige Punkte zu beachten:
Kündigungsfrist
Schaut unbedingt in eurem Arbeitsvertrag nach, ob eine abweichende Kündigungsfrist beschrieben ist. Ist dies nicht der Fall, gilt die gesetzliche Kündigungsfrist. Gebt unbedingt rechtzeitig eure Kündigung beim Arbeitgeber ab, sodass eurem geplanten Reisebeginn nichts im Wege steht.
Arbeitsamt kontaktieren
Nach dem Einreichen der Kündigung solltet ihr euch am besten zeitnah mit dem Arbeitsamt in Verbindung setzen. Wir empfehlen euch alles online zu erledigen. Aufarbeitsagentur.de könnt ihr euch registrieren und euch mit der Online-Ausweisfunktion eures Personalausweises identifizieren.
So könnt ihr alle relevanten Schritte ohne Besuch beim Arbeitsamt erledigen. Nach der Kündigung solltet ihr euch direkt online „arbeitssuchend“ melden. In einem zweiten Schritt nehmt ihr Kontakt mit eurem Berater auf und erklärt ihm euer Vorhaben. Für die Zeit eurer Reise bekommt ihr so den Status „nicht verfügbar für den Arbeitsmarkt“.
Ab diesem Zeitpunkt beginnt eine Frist von drei Monaten, bis ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld habt. Die Frist läuft auch ab, wenn ihr auf Reisen seid. Allerdings könnt ihr Arbeitslosengeld erst beantragen, wenn ihr dem deutschen Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung steht.
Nach Ablauf der dreimonatigen Frist habt ihr nach Reiseende direkt eine Sicherheit, falls ihr nicht sofort eine neue Arbeitsstelle findet. Außerdem seid ihr in dieser Zeit auch über die Bundesagentur für Arbeit krankenversichert.
Sabbatical
Eine deutlich sicherere Variante für eine längere Reise ist ein sogenanntes „Sabbatical„. Es gibt verschiedene Variationen bei einem Sabbatical, läuft aber im Grunde immer gleich ab.
Man arbeitet für eine bestimmte Zeit vor und verdient während dieser sogenannten „Ansparphase“ weniger Geld. Im zweiten Teil des Sabbaticals werdet ihr von eurer Arbeit freigestellt und erhaltet in dieser Zeit das angesparte Geld.
In unserem konkreten Fall hatte Lea in der Ansparphase ein Jahr lang (Vollzeit) für 50 % ihres Gehaltes gearbeitet. Im zweiten Teil wurde sie für ein Jahr freigestellt und erhielt weiterhin 50 % ihres Gehaltes.
Es gibt noch deutlich mehr Variationen bei der Gestaltung des Sabbaticals.
In der privaten Wirtschaft obliegt ist dem Arbeitgeber, ob ein Sabbatjahr genehmigt wird. Bei Beamten und Beschäftigten im öffentlichen Dienst ist dagegen der Anspruch auf ein Sabbatical (bzw. auch Blockzeitmodell) gesetzlich geregelt.
Unbezahlter Urlaub
Bei dieser Art der Arbeitsauszeit kommt es ganz auf die Kulanz eures Arbeitgebers an. Sprecht mit eurem Arbeitgeber über euer Vorhaben.
Je länger die Reisezeit, desto unwahrscheinlicher ist es, dass euer Arbeitgeber mitmacht.
Zusammenfassung
Eine Langzeitreise durch Europa ist sehr aufregend und absolut lohnenswert. Jedoch solltet ihr euch nicht blauäugig in das Abenteuer stürzen und alles gründlich durchdenken.
Für uns persönlich sind die Themen Versicherungen und Finanzen sehr wichtig. Eine gute Grundlage an Versicherungen lässt einen viel entspannter reisen. Das Wissen, dass z.B. in einem medizinischen Notfall, die Kosten gedeckt werden ist sehr beruhigend.
Wir können wirklich jedem diese Art von Reise empfehlen. Für uns ist dadurch ein ganz großer Traum in Erfüllung gegangen. Es ist so schön, die Länder mit viel Zeit im Gepäck zu bereisen. Dadurch entsteht ein vollkommen neues Reisegefühl.
Wir hoffen euch, mit unserem Beitrag bei eurer eigenen Reiseplanung helfen zu können und wünschen viel Spaß beim Planen eurer Euopareise!
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Du willst mit dem Wohnmobil nach Marokko reisen? In diesem Artikel verraten wir dir, wie du am einfachsten mit dem Camper nach Marokko einreist und welche Dinge es in Marokko zu beachten gibt.
Außerdem teilen wir mit euch unsere Erfahrungen, die wir in Marokko gemacht haben, als wir Anfang 2024 dort unterwegs gewesen sind.
Um mit dem eigenen Fahrzeug nach Marokko reisen zu können, ist ein Nachweis über eine gültige KFZ-Haftpflichtversicherung erforderlich.
Dies erfolgt mithilfe der internationen Versicherungskarte – IVK (ehemals Grüne Karte). Auf der Versicherungskarte darf Marokko nicht durchgestrichen sein. Die meisten Versicherungen haben Marokko nicht standartmäßig versichert.
Wir mussten unsere Wohnmobil-Versicherung sogar vor Reiseantritt wechseln, da uns unsere ehemalige Versicherung (HUK24) auf mehrmalige Anfrage keinen Versicherungsschutz für Marokko gewähren wollte.
So sind wir mit unserem Camper zur RMV-Versicherung gewechselt. Die RMV hat uns ohne Probleme eine Versicherungskarte mit Marokko ausgestellt, die insgesamt drei Monate gültig ist.
Fahrzeugpapiere
Wichtig für Marokko sind Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) und Führerschein. Besonders der Fahrzeugschein wird an Grenzkontrollen gerne nachgefragt.
Für Marokko empfiehlt der ADAC sicherheitshalber einen internationalen Führerschein mitzunehmen. Wir hatten lediglich unserer „normalen“ Führerschein dabei und hatten keine Probleme. Wir mussten ihn aber auch nicht einmal vorzeigen.
Die deutsche Krankenversicherungen übernehmen häufig keine medizinischen Behandlungen in Marokko. Auch einen möglichen Krankenrücktransport nach Deutschland müsste man im Notfall selbst tragen. (Quelle: HanseMerkur*)
Wir empfehlen ganz klar eine zusätzliche Absicherung durch eine Auslandskrankenversicherung. Wir sind bereits seit unserer Langzeitreise bei der HanseMerkur versichert und können diese ganz klar weiterempfehlen. Hier lassen sich neben kurzfristigen Urlaubsversicherungen auch Langzeit-Auslandskrankenversicherungen abschließen.
Der kürzeste Weg vom europäischen Festland nach Marokko befindet sich bei der Straße von Gibraltar. Es gibt viele Fähren, die diese Meerenge überqueren. Die beliebtesten Fährverbindungen sind:
Algeciras – Ceuta
Algeciras – Tanger Med
Tarifa – Tanger
Auf unserer Reise nach Marokko haben wir uns für die Fähre von Algeciras nach Ceuta entschieden. Wichtig zu erwähnen ist es, dass Ceuta eine spanische Enklave auf afrikanischem Kontinent ist.
Dies hat einen entscheidenden Vorteil: die Grenzkontrolle direkt nach Verlassen der Fähre oder sogar auf der Fähre selber entfallen. Erst wenn ihr Ceuta auf dem Landweg verlasst, kommt ihr in die Grenzkontrolle.
Wir haben unsere Fährtickets beim sagenumwobenen „Carlos“ gekauft. Jeder, der sich mit der Thematik Fähre nach Marokko beschäftigt, wird früher oder später über den Namen Carlos stolpern.
Mit Carlos ist der Gründer vom Ticketverkauf „VIAJES NORMANDIE“ bei Algeciras gemeint. Inzwischen haben wohl seine Töchter den Laden übernommen. Bei Carlos bekommt man Tickets für die Überfahrt von Algeciras nach Marokko deutlich günstiger als im Internet. Das wollten wir zuerst auch nicht glauben, wurden dann aber überrascht.
Geschenke wie eine Flasche Wein, Kuchen und verschiedenes Werbematerial sind beim Kauf eines Tickets bei Carlos obligatorisch.
Hier findest du „Carlos“:
Im Januar 2024 haben wir für ein Fährticket (Hin & Zurück) bei Carlos 230 € bezahlt. Beim Vergleichsportal directferries.de* hätten wir bei der gleichen Reederei knappe 100 € mehr zahlen müssen (2 Personen und 6 m Kastenwagen).
Das Beste: das Ticket von Carlos ist ein Jahr lang gültig. Ihr werdet zwar nach eurem voraussichtlichen Reisedatum gefragt, diese stehen auch auf dem ausgedruckten Ticket, jedoch sind diese nicht bindend.
Die Überfahrt von Algeciras nach Ceuta dauert je nach Schiff zwischen 1 – 1,5 Stunden.
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Grenzkontrolle Ceuta – Marokko
Die Grenzkontrollen nach Marokko sind schon ein kleines Abenteuer, besonders wenn man mit einem Wohnmobil unterwegs ist. Wir können euch nur unsere Erfahrungen zur Grenzkontrolle in Ceuta mitteilen, da wir bisher nur über Ceuta nach Marokko eingereist sind.
Tipp: Wenn du lange Warteschlangen an der Grenzkontrolle bei Ceuta vermeiden willst, solltest du unbedingt früh dran sein. Das heißt: Früh die Fähre nach Ceuta nehmen! Wir haben bereits die erste Fähre von Algeciras nach Ceuta um 7 Uhr genommen. So konnten wir uns bereits kurz nach 8 Uhr an der Grenzkontrolle einreihen.
Da wir um 8 Uhr schon an der Grenze waren, hatten wir nur wenige Autos vor uns. Die spanischen Beamten wollten lediglich unsere Reisepässe sehen und wir konnten direkt weiter zur marokkanischen Grenzkontrolle.
Bei der marokkanischen Grenzkontrolle ging es leider nicht so schnell. Neben den obligatorischen Reisepässen wollen die Grenzbeamten auch den Fahrzeugbrief sehen und zwangsläufig den Reisepass desFahrzeughalters!
Nach näherem Betrachten behielt der Beamte den Reisepass und Fahrzeugschein und bat uns, mit dem Wohnmobil auf eine freie Parkfläche direkt daneben zu parken. Er kam zu unserem Camper und bat uns die Seitentür und Hecktüren zu öffnen. Der Beamte schaute sich unseren Camper grob von innen an und machte dabei einige Schubladen und Schränke auf, um hineinzusehen. Währenddessen fragte er mehrmals, ob wir Drohne, Alkohol, Waffen oder andere Gegenstände mitführen, die deklariert werden müssen oder verboten sind.
Ein paar Minuten nach der kurzen Kontrolle konnten wir nach einigen Verständnisschwierigkeiten (kein Beamter sprach Englisch) unseren Pass und Fahrzeugschein an einer Kontrollhütte abholen. Zudem haben wir noch einen kleinen Zettel mitbekommen, auf dem notiert ist, wie lange unser Wohnmobil sich in Marokko aufhalten darf (6 Monate).
Fazit: An sich war der Grenzübergang nicht sonderlich kompliziert. Wir fanden es nur etwas schade, dass die kontrollierenden Beamten kein Englisch sprechen konnten. Von Freunden haben wir bereits viel unentspanntere Erfahrungen erzählt bekommen, bei denen so gut wie das ganze Wohnmobil einmal ausgeräumt werden musste – dies ist uns zum Glück erspart geblieben.
Geld abheben – Bezahlen in Marokko
In Marokko wird grundsätzlich alles bar bezahlt. Eine Möglichkeit, mit der Kreditkarte zu zahlen, werdet ihr höchstwahrscheinlich nur in größeren Supermärkten und Tankstellen finden.
Ohne Bargeld kommt man in Marokko nicht weit
Im besten Falle solltet ihr deshalb direkt am Anfang nach einem Bankautomaten (ATM) Ausschau halten, um Bargeld abzuheben. Da so gut wie alles bar bezahlt wird, gibt es dementsprechend auch ziemlich viele Bankautomaten – besonders an Hauptverkehrsstraßen.
Die verschiedenen Geldautomaten können sich jedoch stark von den Gebühren unterscheiden. Deshalb geben wir euch zwei wertvolle Tipps, wie ihr beim Geld abheben in Marokko viel Geld sparen könnt:
Tipp #1: der richtige Bankautomat
Wir haben uns durch einige Bankautomaten „durchprobiert“ und meistens eine Abhebegebühr von 4 % bis 6 % vorgefunden. Dies ist doch wirklich viel und man sollte nur im Notfall solch eine hohe Automatengebühr hinnehmen.
Die besten Erfahrungen haben wir mit den Bankautomaten von „Al Barid Bank“ gemacht. Bei dieser Bank gibt es keine Automatengebühren bzw. Wechselgebühren.
Tipp #2: die richtige Kreditkarte
Mit der richtigen Kreditkarte müsst ihr keine Abhebegebühr (seitens Kreditkartenaussteller) und keineFremdwährungsgebühren zahlen.
Die Landeswährung in Marokko bildet der Marokkanische Dirham(MAD). Wenn man per Kreditkarte bezahlt, verlangt eure Hausbank in den allermeisten Fällen eine Fremdwährungsgebühr, die sich meist um die 2 % bewegt.
Hier ein Beispiel: Ihr gebt 1.000 € in Fremdwährung (z.B. MAD) in eurem Urlaub aus. Darauf berechnet eure Hausbank nun die Fremdwährungsgebühr in Höhe von 20 € (2 % vom Umsatz).
Dieser Kostenpunkt kann sich ganz schön schnell läppern. Besonders, wenn man öfters in Ländern Urlaub macht, in denen der Euro nicht die Landeswährung ist.
Die Mastercard Gold* ist komplett kostenlos und erhebt keine Fremdwährungsgebühr. Auf unseren Langzeitreisen sparen wir so mehrere hundert Euro im Jahr. Ihr braucht hierfür auch kein extra Girokonto. Die getätigten Umsätze werden ganz einfach vom hinterlegten Konto monatlich abgebucht. Zusätzlich bietet euch die Karte eine gratis Reiseversicherung an!
In Marokko gibt es drei große Mobilfunkanbieter, bei denen ihr euch SIM-Karten für eure Handys bzw. mobilen Router kaufen könnt:
Maroc Telecom
Inwi
Orange Maroc
Maroc Telecom bietet die beste Netzabdeckung im Land und es finden sich viele Shops und Kioske, in denen ihr die Prepaid SIM-Karten kaufen könnt.
⇨ Für unsere beiden Smartphones haben wir uns jeweils eine Prepaid SIM-Karte von Maroc Telecom gekauft und vor Ort aktivieren lassen. So hatten wir immer die beste Netzabdeckung, wenn wir unterwegs waren.
Bei Inwi gibt es einen interessanten Datentarif für 249 MAD (ca. 23 €) im Monat. Mit dieser SIM-Karte hat man einen Monat lang Unlimited-Internet im Netz von Inwi.
⇨ die SIM-Karte von Inwi haben wir uns zusätzlich für unseren mobilen WLAN-Router* von Neatgear gekauft. Die meiste Zeit sind wir mit unseren Handys und Laptops im WLAN-Router eingeloggt gewesen.
Für mehr Informationen zum Thema SIM-Karten und mobiles Internet schaut in unserem folgenden Blogartikel vorbei: SIM-Karte in Marokko kaufen.
Zeitvertreib beim Autofahren
Auf langen Fahrten hören wir am liebsten Hörbücher mit der Hörbuch-App BookBeat*. Mit mehr als 500.000 Hörbüchern und einer großen Auswahl an E-Books lässt sich für jeden Geschmack etwas finden! Dank der Offline-Funktion können wir die Hörbücher auch hören, wenn wir mal keinen Internetempfang haben.
Mit unserem Aktionscode „60tgratis“ kannst du BookBeat zwei Monate kostenlos testen. Das BookBeat-Abo ist jederzeit kündbar. Du kannst dein Probeabo nach der Testphase einfach beenden oder du lässt es weiterlaufen. Die Wahl liegt ganz bei dir. Weitere Informationen findest du hier.
Camping- und Stellplätze in Marokko
Die Campingplätze in Marokko sind deutlich günstiger als der Durchschnitt in Europa.
Die meisten Camping- und Stellplätze verlangen durchschnittlich zwischen 50 und 100 Dirham pro Nacht (ca. 5 € bis 9 €). Oft handelt es sich hier auch um private Stellflächen von Einheimischen, die auch ihre Waren oder etwas zu Essen anbieten.
Campingplätze in Marokko lassen sich nicht mit denen in Europa vergleichen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es oft nicht sehr hygienisch ist. Die Einrichtungen und sind auch oft sehr rudimentär und gewöhnungsbedürftig. Man sollte sich also nicht zu viel Luxus erhoffen.
Der günstigste Preis rechtfertigt die Zustände ein bisschen und immerhin hat man etwas Ruhe, in dem sonst so turbulenten Marokko.
Freistehen und Wildcampen in Marokko
Das Wildcampen in Marokko ist grundsätzlich verboten.
In ländlichen Regionen stellt dies aber kein Problem dar. Außerhalb von touristischen Hochburgen ist das Freistehen von den Behörden geduldet und wird auch nicht geahndet.
Was vorkommen kann ist jedoch, dass Beamte am Camper klopfen und sagen, dass es „nicht sicher“ sei hier zu stehen und einen bitten weiter zu fahren. Dies kann laut Erfahrungsberichten auch selbst nachts vorkommen.
Aus Erzählungen wissen wir, dass dies nichts Ungewöhnliches ist, und man sich auch keine Sorgen machen muss. Die Beamten wollen in diesem Falle tatsächlich nur helfen und verhängen keine Strafe.
In der App park4night findet man viele gute Stellplätze. Das Lesen von den neuesten Kommentaren kann einem nochmal Sicherheit geben.
Wasserqualität in Marokko
Die Wasserqualität in Marokko gilt nicht als besonders gut. Man sollte auf keinen Fall davon ausgehen, dass bei öffentlichen Wasserstellen, Trinkwasser aus dem Wasserhahn kommt. Im Zweifelsfall sollte das Wasser nicht getrunken und auf gekauftes Wasser aus dem Supermarkt zurückgegriffen werden.
Vor unserer Reise nach Marokko haben wir uns deshalb dafür entschieden einen Wasserfilter im Camper einzubauen. So haben wir uns ziemlich gut vor schlechtem Wasser absichern können. Während unserer Reise durch Marokko hatten wir keine Probleme mit dem Wasser. Das gefilterte Wasser war sehr bekömmlich.
In unserem Camper haben wir unter der Spüle einen Aktivkohle-Filter von ALB-Filter* eingebaut. Falls ihr mehr dazu erfahren wollt, könnt ihr hier zu unserem Blogartikel springen:
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Straßenverkehr in Marokko
Der Straßenverkehr in Marokko kann ziemlich wild sein.
Wir haben sehr viele halsbrecherische Überholmanöver erleben müssen. Besonders in Stadtregionen ist der Verkehr absolut chaotisch. Eine Fahrt mit dem Wohnmobil durch eine Stadt können wir nicht empfehlen. Solltet ihr eine Stadt besuchen wollen, raten wir euch dazu in einen nahegelegen Campingplatz zu fahren und dann mit dem Taxi in die Innenstadt zu fahren.
Aber seid gewarnt: eine Taxifahrt durch eine Stadt in Marokko ist nichts für empfindliche Mägen…
In ländlichen Regionen ist die Autofahrt zwar deutlich entspannter, jedoch gibt trotzdem einige Dinge auf die man achten sollte.
Oft sieht man „bettelende“ Kinde am Straßenrand, die einem Beeren oder ähnliches verkaufen wollen. Diese kommen meist sehr nah an das fahrende Auto heran ohne den Anschein zu machen ausweichen zu wollen.
Eine andere Sache auf die man ständig ein Auge haben sollte sind die unzähligen Straßentiere (insbesondere Hunde) die in ganz Marokko streunern. Es gibt unserer Erfahhrung nach wirklich nicht eine Straße in Marokko an der keine Streunerhunde leben.
Fazit: Mit dem Wohnmobil in Marokko
Grundsätzlich ist es sehr einfach als Europäer mit dem Wohnmobil nach Marokko zu reisen. In Marokko selber merkt man sehr schnell, dass es nicht mehr Europa ist und Dinge einfach anders laufen.
Man ist gefühlt nie irgendwo alleine. Überall scheinen Menschen zu sein, selbst an den abgelegensten Orten. Die Verkaufskultur der Marokkaner kann auch ziemlich anstrengend sein. Ein einfaches „Nein, Danke“ reicht oft nicht aus und man wird doch weiter „belästigt“.
Die Landschaft in Marokko ist sehr beeindruckend. Die Vielfalt ist enorm: von Stränden bis hin zu sehr hohen Gebirgsketten (Atlasgebirge) und malerischen Wüstendlandschaften (Sahara) ist alles dabei.
Tipps zum Reisen in Marokko
Genug Bargeld dabei haben – Es wird fast nur bar bezahlt.
Einkaufen auf den Märkten ist um ein vielfaches günstiger als in den großen Supermärkten.
Auf Campingplätzen ist es ruhiger und man kann sich ggf. vom „Kulturschock“ erholen.
Lasst euch nichts „aufschwätzen„- besonders in Städten können manche Menschen sehr penetrant sein.
Weitere Beiträge
Unter der Rubrik „Marokko“ findet ihr weitere Beiträge über unsere Reise. Eine kleine Auswahl verlinken wir euch hier:
Vor unseren Roadtrips decken wir uns am liebsten mit den Produkten von Greenforce ein. Diese sind nämlich auch ohne Kühlung lange haltbar und schnell zubereitet. Also perfekt für unterwegs mit dem Camper.
Ab einem Bestellwert von 19,99 € erhaltet ihr mit unserem Code “LINASREISEN” einen Rabatt von 25 % (außer auf bereits reduzierte Produkte). Hier gelangt ihr zum GREENFORCE Online-Shop*.
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*Hinweis: Wir verwenden in unserem Beitrag Affiliate-Links. Das bedeutet, wir bekommen eine kleine Provision, wenn ihr über den Sternchen-Link (*) etwas kauft. Der Preis bleibt für euch natürlich immer derselbe und wir erhalten auch keine Daten oder Namen. Wenn ihr Interesse an den hier vorgestellten Produkten habt und unsere Arbeit unterstützen möchtet, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr über unseren Produktlinkeinkauft.
Wenn euch eure Stromkapazität im Wohnmobil nicht mehr ausreicht, kann eine mobile Powerstation sehr nützlich sein.
Warum wir uns zusätzlich eine Powerstation mit mobilem Solarpanel angeschafft haben und warum dies auch für euch interessant sein kann, erklären wir euch in unserem Beitrag.
Damit ihr euch besser in unserem Artikel zurechtfindet, haben wir für euch ein Inhaltsverzeichnis erstellt.
Wir besitzen bereits seit über drei Jahren einen Adria Twin 600SP. Während unserer einjährigen Vollzeit-Reise im Camper ist uns ziemlich schnell aufgefallen, dass die Stromkapazität unserer Bordelektronik für unsere Zwecke nicht mehr ausreichend ist.
Als Aufbaubatterie haben wir eine 150 Ah Lithium-Batterie eingebaut. Mit unserer Aufbaubatterie könnten wir ca. 3-4 Tage bei schlechtem Wetter autark stehen. Auf unseren Reisen stehen wir so gut wie immer autark und beziehen keinen Landstrom.
Da wir inzwischen eine Menge Elektronikgeräte zum Aufladen besitzen und auch von unterwegs häufiger an unseren Laptops arbeiten, hat uns unser Strom-Setup einfach nicht mehr gereicht. Wir wollten unsere Stromkapazität deutlich erweitern, um bei Bedarf noch länger autark stehen zu können und gleichzeitig unsere Batterie schneller aufladen.
Werbung: Es handelt sich hierbei um Werbung für das Solarkit “BLUETTI AC200P + PV350 Stromgenerator„. Warum wir uns für genau diese Powerstation entschieden haben und weshalb wir sie weiterempfehlen können, erfahrt ihr im nachfolgenden Text.
Warum eine Powerstation mit mobilem Solarpanel im Wohnmobil?
Ziemlich schnell haben wir uns dafür entschieden, eine Powerstation mit mobilem Solarpanel zusätzlich zur fest eingebauten Bordelektronik in unser Wohnmobil zu integrieren.
Die wichtigsten Vorteile einer Powerstation mit mobilem Solarpanel gegenüber einem Festeinbau erläutern wir euch hier:
Kein Einbau notwendig
Der wohl offensichtlichste Vorteil ist der Wegfall des Einbaus. Kaufen – Auspacken – Hinstellen. Schon ist die Powerstation einsatzbereit. Lediglich Platz sollte man im Wohnmobil haben, um die Powerstation sicher hinstellen zu können.
Mobiler Stromspeicher
Ihr seid nicht dauerhaft mit dem Wohnmobil auf Reisen? Kein Problem! So kann man die Powerstation auch für ganz andere Zwecke benutzen als nur für das Wohnmobil. Wir benutzen Sie z.B. beim Werkeln im Garten um Stichsäge, Bohrer und Co. anzutreiben.
Aber auch für Gartenpartys oder als Backup bei Stromausfall ist eine Powerstation sehr nützlich.
Integrierter Wechselrichter
Die allermeisten Powerstations haben einen integrierten Wechselrichter. Das ist besonders für uns vorteilhaft, da wir noch keinen Wechselrichter an unserer Bordelektronik verbaut haben und nur mit Gleichstrom laden.
Jetzt können wir sogar unseren Stabmixer und Föhn benutzen. Unsere Laptops laden nun auch schneller auf.
Vorteile eines mobilen Solarpanels
Zusätzlich zur Powerstation haben wir uns ein mobiles Solarpanel zugelegt.
Der Vorteil eines mobilen Solarpanels gegenüber einem festverbautem Solarpanel auf dem Dach liegt in der Ausrichtung. Eine mobile Solartasche kann man gegen die Sonne richten, sodass man immer den optimalen Winkel hat.
Ein festverbautes Solarpanel auf dem Dach des Campers wird nur in den aller seltensten Fällen das volle Potenzial der Sonne ausschöpfen
Besonders bei niedrigstehender Sonne ist der Mehrertrag durch den richtigen Winkel enorm. So haben wir schon oft die Erfahrung gemacht, dass trotz strahlend blauem Himmel unserer auf dem Dach installierten Solaranlage nur sehr wenig Strom generiert, da der Einstrahlungswinkel der Sonne schlecht war. Dies ist besonders im Winter der Fall.
Unsere Wahl: BLUETTI AC200P und PV350
Da der Markt für Powerstations und mobile Solarpanels inzwischen relativ groß ist, haben wir erstmal etwas Zeit für die Recherche benötigt.
Besonders wichtig für uns war es nicht die erstbeste und günstige Powerstation auf Amazon zu bestellen. Wir wollten eine hochwertige und leistungsfähige Powerstation von einem erfahrenen Hersteller. Auf unserer Recherche stießen wir auf BLUETTI*, die bereits seit über 10 Jahren in dieser Industrie tätig sind.
Auf der Webseite von BLUETTI* fanden wir die für uns optimale Kombi: die BLUETTI AC200P*mit insgesamt 2000Wh Batteriekapazität und dem Solarpanel PV350* mit 350W Spitzenleistung.
Das Herzstück unserer neuen Stromkombi ist natürlich die große Powerstation*. Mit insgesamt 2000Wh hat diese richtig viel Power. Damit schaffen wir es unseren Laptop mit 60Wh Akku ganze 33 Mal von 0 % auf 100 % aufzuladen! Das ist eine Ansage.
Anschlüsse der Powerstation
Die BLUETTI AC200P* besitzt alle Anschlüsse, die man im normalen Gebrauch benötigt.
Die Powerstation hat folgende Anschlüsse:
2 x AC-Steckdosen (220-240V/2000W)
4 x USB A-Anschlüsse (5V/3A)
1 x PD USB-C-Anschluss (60W)
2 x DC5521-Anschlüsse (12V/3A)
1 x RV DC-Anschluss (12V/25A)
1 x KFZ-Steckdose (12V/10A)
2 x kabelloses Aufladen (15W)
Diese Anschlüsse ermöglichen das Aufladen und Betreiben einer Vielzahl von Geräten unterwegs oder in Notfällen.
Super praktisch ist der PD Anschluss (USB-C) mit 60W Leistung. Hier laden wir immer unsere Laptops auf, ohne die klobigen Netzteile der Laptophersteller benutzen zu müssen.
Die zwei Steckdosen mit einer Dauer-Spitzenleistung von maximal 2000W sind natürlich das Highlight. Ohne Probleme lassen sich hier energiehungrige Elektrogeräte wie Stabmixer, Föhne, Wasserkocheroder Kaffeemaschine anschließen und benutzen. Und braucht man wirklich mal mehr als zwei Steckdosen, so hilft man sich mit einer Mehrfachsteckdose aus.
Eine weitere Auflademöglichkeit, die wir nicht mehr missen wollen, sind die beiden Wireless Charging-Punkte auf der Oberfläche von der Powerstation. Einfach Handy auflegen und los geht’s.
Aufladen der Powerstation
Die Powerstation lässt sich grundsätzlich auf drei verschiedene Arten aufladen:
Steckdose: Die AC200P kann über eine herkömmliche Steckdose aufgeladen werden. Dies ist die schnellste Methode und dauert in der Regel etwa 4-5 Stunden, um die Powerstation vollständig aufzuladen.
Solarmodul (BLUETTI PV350*): Das BLUETTI PV350 Solarmodul ist ein tragbares Solarpanel. Die Ladezeit über Solar kann je nach Sonneneinstrahlung stark variieren. Unter optimalen Bedingungen kann es etwa 6-8 Stunden dauern, um die AC200P vollständig aufzuladen. Beachte jedoch, dass dies stark von den Umgebungsbedingungen abhängt, wie z.B. der Sonneneinstrahlung und dem Neigungswinkel der Solarmodule.
Auto-Ladegerät: Der AC200P kann auch über einen Auto-Zigarettenanzünder aufgeladen werden. Die Ladezeit über das Auto-Ladegerät beträgt ähnlich wie bei der Steckdose etwa 4-5 Stunden.
Mit insgesamt 2000Wh besitzt der LiFePO4-Akku der BLUETTI AC200P* genügend Speicher, um sehr viele Geräte aufzuladen und zu betreiben. Um euch einen besseren Überblick zu verschaffen, haben wir euch mal eine Tabelle mit unseren klassischen Verbrauchern erstellt:
Elektrogerät
Energieverbrauch (Wh)
Anzahl der Anwendungen
Laptop
60
≈ 33x
Drohne (DJI Mini 3)
17
≈ 118x
Föhn
1500 / Stunde
≈ 1 Stunde
Stabmixer
300 / Stunde
≈ 6 Stunden
Kamera-Akku
14
≈ 142x
Smartphone aufladen
10
≈ 200x
Tablet aufladen
30
≈ 66x
LED-Lampe (10 Watt)
10 / Stunde
≈ 200 Stunden
Wasserkocher (1500 Watt)
1500 / Stunde
≈ 1 Stunde
Wie ihr seht, lassen sich damit eine Menge Elektrogeräte sehr oft aufladen. Da wir von unterwegs oft am Laptop arbeiten, ist diese Kennzahl für uns am wichtigsten. Insgesamt lassen sich unsere Laptops ca. 33x von 0 auf 100 % aufladen, bis die Powerstation wieder leer ist – das finden wir sehr beachtlich.
Die AC200P von BLUETTI *besitzt einen Wechselrichter, der eine Dauerleistung von 2000W standhält. Kurzfristig ist sogar eine Leistung von 4800W möglich.
Der integrierte Wechselrichter ist ein echter Zugewinn in unserem Camper. Mit 2000W lassen sich viele nützliche Elektrogeräte betreiben, die wir vorher nur mit Landstrom betreiben konnten.
Hier einige Beispiele, die mit dem 2000W Wechselrichter möglich sind:
Haarföhn
Mixer
Wasserkocher
Elektrischer Grill/Sandwichmaker
Kaffeemaschine
Elektrische Kochplatte
Außerdem lässt sich im äußersten Notfall sogar die Aufbaubatterie des Wohnmobils mit der Powerstation wieder aufladen. Dies haben wir schon häufiger machen müssen, wenn wir mal länger als gedacht an einem Ort standen.
Display
Auf dem Display der Powerstation hat man alle relevanten Informationen auf einen Blick:
Akkustand in Prozent
Eingangsleistung über PV/KFZ/Netzteil
Ausgangsleistung über DC oder AC
Per Touch kommt man in verschiedene Einstellungen der BLUETTI. Unter anderem kann man detaillierte Informationen über den Akkuzustand abrufen oder vergangene Fehlermeldungen im Fehlerprotokoll einsehen.
Im Hauptmenü befinden sich auch die Auswahlknöpfe zum Aktivieren der DC und AC Ladung. Erst nach Aktivierung fängt die Powerstation an Geräte aufzuladen. So wird effektiv eine Entladung der Batterie verhindert.
Das Touchdisplay ist sehr einfach und intuitiv aufgebaut. Man kommt wirklich sehr schnell zurecht und findet alle nötigen Informationen.
Mobilität
Die AC200P von BLUETTI* wiegt 27,5 kg bei Abmessungen von 42 × 28 × 38,6 cm. Ja, das ist ziemlich schwer und nicht wirklich für jeden gemacht. Eine gewisse Grundkraft wird benötigt, um die Powerstation bei Bedarf durch die Gegend zu tragen.
Es sind zwei sehr stabile Griffe im Gehäuse der AC200P vorhanden, die einem den nötigen Grip geben, die Powerstation zu tragen.
Das Solarpanel: BLUETTI PV350
Mit diesem Solarpanel hat BLUETTI wirklich eine überragende Solar-Falttasche* auf den Markt gebracht. Mit einer Spitzenleistung von 350W ist dies einer der größten Solar-Falttaschen auf dem Markt.
Zugegeben, sie ist natürlich nicht mehr ganz so handlich und leicht wie kleinere mobile Solarpanels. Wer jedoch genug Platz in Camper hat und Wert auf eine hohe Leistung legt, ist mit der PV350 von BLUETTI* sehr gut beraten.
Leistung des Solarpanels
Was uns wirklich gut gefällt, ist die Tatsache, dass die geworbenen 350W Spitzenleistung kein unrealistischer Wert ist. An einem sonnigen Tag in Spanien konnten wir tatsächlich 347W Leistungseingang mit unserer Powerstation messen – extrem beeindruckend.
Durchschnittlich bewegt sich die Leistung der PV350* bei einem sonnigen und wolkenfreien Tag zwischen 250 – 320 W. Aber auch bei eher bedecktem oder halb-bewölktem Himmel lässt sich dank der Größe des Solarpanels auch noch ein guter Eingangsstrom verzeichnen.
So ist es möglich, die BLUETTI AC200P *mit insgesamt 2000 Wh Batteriekapazität von 0 auf 100 % in realistischen 6 – 8 Stunden mithilfe eines Solarpanels aufladen. Vorausgesetzt ist natürlich ein sonniger und wolkenfreier Tag.
Anschluss des Solarpanels
Die PV350* besitzt auf der Rückseite eine kleine praktische Tasche, in der sich der Anschluss und das Kabel befindet. Das mitgelieferte Adapter-Kabel der AC200P-Powerstation lässt sich dort auch ohne Probleme hineinlegen. So muss man nur noch die Solartasche aufstellen, Kabel aus der Rücktasche herausholen und an die Powerstation anschließen – sehr einfach.
Mobilität
Das Solarpanel wiegt knappe 14 kg und hat eine Abmessung von 90,4 cm x 61,2 cm x 6,3 cm in zugeklapptem Zustand. Insgesamt sind es im aufgeklapptem Zustand vier verbundene Solarpanels, die super easy mithilfe von integrierten Füßen aufgestellt werden können. Sehr praktisch finden wir, dass die Füße sich automatisch wieder zurückziehen und dann an der Tasche per Klettverschluss halten.
Unsere Erfahrungen mit der BLUETTI AC200P & PV350 im Wohnmobil
Wir benutzen unsere Powerstation von BLUETTI täglich mehrmals. Sei es um unsere Laptops, Handys oder den Kamera-Akku aufzuladen oder doch mal um einen Föhn oder Stabmixer zu betreiben. Sie befindet sich bei uns schon praktisch im Dauerbetrieb.
Unsere Powerstation befindet sich in unserem Camper direkt im Fußbereich unter dem Esstisch. Hier ist genug Platz für die BLUETTI und außerdem kommen wir dort sehr gut an die Anschlüsse zum Aufladen ran.
Wie bereits erwähnt, ist die Leistung der BLUETTI AC200P* enorm. Sie hilft uns dabei viel entspannter autark zu stehen und nimmt uns die Sorgen vor einer leeren Aufbaubatterie.
Sobald die Sonne am Himmel zu sehen ist, packen wir sofort die mobileSolar-Falttasche PV350* raus und schließen diese an unsere Powerstation. Dabei legen wir das Kabel durch einen Fensterspalt in den Camperinnenraum, sodass die Powerstation ganz einfach im Camper bleiben kann. Diese Vorgehensweise ist sehr einfach und funktioniert wunderbar.
Es ist erstaunlich, wie viel Leistung, die das BLUETTI PV350-Solarpanel hat. Bei strahlendem Sonnenschein ist die Powerstation erstaunlich schnell wieder aufgeladen. Ein kleineres Solarpanel würden wir nicht mehr haben wollen.
Die Kombination aus der BLUETTI AC200P-Powerstation und dem PV350-Solarmodul ist eine echte Bereicherung für jeden, dem eine stabile Stromverfügbarkeit wichtig ist.
Wir sind sehr froh, dieses Kraftpaket in unserem Camper dabei zu haben.
Unser Fazit zur Powerstation im Wohnmobil
Für uns ist eine zusätzliche Powerstation im Wohnmobil genau die richtige Wahl. Wir wollten unsere Stromkapazität im Wohnmobil kurzfristig erweitern, ohne dabei irgendetwas an der Bordelektronik verändern zu müssen. Zusätzlich wollten wir unbedingt einen Wechselrichter mit genug Power, um Elektronikgeräte schnell aufladen zu können oder stromhungrige Geräte zu betreiben. Und genau für solche Anwendungszwecke ist eine Powerstation bestens geeignet.
Auch ein zusätzliches mobiles Solarpanel wollen wir auf unseren Reisen nicht mehr missen. Es ist erstaunlich, wie viel Leistung Solar-Falttaschen mit richtiger Ausrichtung gegen die Sonne erbringen können.
Wir können jedem Camper eine Powerstation empfehlen, der auf der Suche nach einer schnellen und unkomplizierten Erweiterung seiner Stromkapazität ist.
Ein zusätzliches mobiles Solarpanel macht für autarke Camper Sinn, die auch an entlegenen Orten schnell ihre Batteriereserven auffüllen wollen. Hier empfehlen wir ganz klar: je mehr Wattleistung, desto besser.
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In diesem Blogbeitrag verraten wir euch, warum es sich lohnt in einem Wohnmobil die Aufbaubatterie von einer AGM-Batterie auf eine Lithium-Batterie (LiFePO4) umzurüsten.
Neben der eigentlichen Umrüstung der Batterie, gehen wir auch auf die einzelnen Vorteile einer Lithium-Batterie im Wohnmobil ein. Wir erklären euch Schritt für Schritt, was ihr bei einer eigenen Umrüstung beachten solltet und welche Lithium-Batterie wir euch empfehlen können.
Damit ihr euch besser in unserem Artikel zurechtfindet, haben wir für euch ein Inhaltsverzeichnis erstellt:
Bereits seit drei Jahren reisen wir in einem fertig ausgebauten Adria Twin 600. Unser Camper hatte ab Werk 2 x 100 Ah AGM-Batterien unter dem Beifahrersitz verbaut.
Anfangs waren wir mit unserer Batterie-Kapazität auch zufrieden, bis sich auf unserer Langzeitreise im Camper der Leistungsverlust der Batterien bemerkbar machte. Nach drei Jahren mit unserem Camper machten die AGM-Batterien einfach schlapp. Selbst nach stundenlangem Fahren konnte unser Ladebooster* die Batterien nicht mehr voll bekommen. Wir hatten ständig Sorge, dass unser Kühlschrank ausgeht und wir nicht mal mehr unsere Laptops zum Arbeiten aufladen können.
Besonders kritisch war es bei uns an regnerischen Tagen, an denen wir eigentlich nicht fahren wollten und auch keine Sonne für unsere Solaranlage durchkam.
Wir wollten kein Risiko eingehen und weiterhin mit Batterien, die nicht mehr die volle Leistung erbrachten, unterwegs sein. Daher machten wir uns schlau über eine mögliche Lösung. Schnell wurden wir auf die Lithium-Batterien aufmerksam.
Werbung: Es handelt sich hierbei um Werbung für die „LifePO4 150 Ah 12.8V Lithium-Batterie*“ von Supervolt. Warum wir uns für diese Lithium-Batterie entschieden haben und weshalb wir sie weiterempfehlen können, erfahrt ihr im nachfolgenden Text.
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Warum eine Lithium-Batterie für das Wohnmobil?
Sehr schnell haben wir uns dafür entschieden unsere 2 x 100 Ah AGM-Batterien durch eine Lithium-Batterie zu ersetzen. Doch was genau macht die sogenannte LiFePO4-Batterie besser als gewöhnliche AGM-Batterien?
Auf die für uns wichtigsten Kriterien gehen wir im Folgenden ein:
Nutzbare Kapazität
Die nutzbare Kapazität von gewöhnlichen AGM- oder Blei-Säure Batterien beträgt ca. 50-60 %. Moderne Lithium-Batterien hingegen haben eine nutzbare Kapazität von 100 %!
Weniger Gewicht
Dank der vollen nutzbaren Kapazität und der effizienteren Batterien-Technologie wiegt eine Lithium-Batterie bei gleicher Energieausbeute deutlich weniger!
Hier ein Vergleich unserer AGM-Batterien mit einer modernen Lithium-Batterie von Supervolt:
Batterie
Nennkapazität
Nutzbare Kapazität
Gewicht
kg pro Ah
AGM
200 Ah
100 Ah (50 %)
52,0 kg
0,520
Lithium
100 Ah
100 Ah (100 %)
10,8 kg
0,108
Gewichtsvergleich
⇨ Die AGM-Batterie wiegt das 5-fache bei gleicher nutzbarer Kapazität! Die Gewichtsersparnis ist enorm.
Höhere Lebensdauer
Dies ist ein Punkt, der für uns besonders ausschlaggebend war. Die Lebensdauer einer Batterie wird in Zyklen angegeben – Ein Zyklus besteht aus 1x Aufladen und 1x Entladen.
–Lebensdauer AGM-Batterien
AGM-Batterien mögen es überhaupt nicht, wenn man sie wenig entlädt und sofort wieder auflädt. Das verkürzt die Lebensdauer enorm.
Herkömmliche AGM-Batterien schaffen ca. 500 Zyklen bei nur 50 % Entladungstiefe. ⇨ Je nachdem wie oft man mit seinem Wohnmobil unterwegs ist, sind diese relativ schnell erreicht.
–Lebensdauer Lithium-Batterien (LiFePO4)
Bei einer modernen Lithium-Batterie hingegen sind über 3.000 Zyklen bei 90 % Entladungstiefe gar kein Problem. Die Lebensdauer einer solchen Batterie ist um ein Vielfaches höher.
Dies ist auch der Grund, warum es sich langfristig lohnt, auf eine Lithium-Batterie umzurüsten, anstelle wieder eine günstigere AGM-Batterie einzubauen.
Keine Zusatzgeräte
Bei einer Umrüstung auf eine Lithium-Batterie braucht man in den allermeisten Fällen keine zusätzlichen oder neuen Ladegeräte. Das heißt: Ihr müsst nichts an eurem bisherigen Strom Setup ändern, sondern lediglich die Batterie austauschen.
⇨ Was ihr trotzdem bei euren vorhandenen Ladegeräten beachten solltet, verraten wir euch weiter unten im Text.
10 € Rabatt
Mit unserem Rabattcode „LINASREISEN“ erhaltet ihr 10 € Rabatt auf eure Bestellung bei Supervolt.
Der Markt für Lithium-Batterien ist inzwischen relativ groß und so machten wir uns auf die Suche nach der passenden Batterie.
Auf Amazon und Co. findet man inzwischen relativ preiswerte Lithium-Batterien, die auf den ersten Blick sehr verlockend klingen, jedoch haben wir bei solchen „Schnäppchen“ immer unsere Bedenken. Wir recherchierten also weiter und stießen auf die Lithium-Batterien von Supervolt*.
Sehr schnell hat uns Supervolt* mit seinen Leistungen überzeugt. Die wichtigsten Vorteile als Kunde bei Supervolt zählen wir euch hier auf:
5 Jahre Herstellergarantie – Das gibt einen hohen Vertrauensbonus.
Technischer Support – kompetente Hilfe per Telefon und Mail, sollte es Probleme geben.
Supervolt App – Überwachung von Ladezustand, Stromfluss und mehr.
DIN-Standardmaße – Die Batterien passen perfekt unter die Fahrersitze vom Fiat Ducato.
Netzwerk-Schnittstellen – Möglichkeit zum Ausschalten der Batterie sowie Software-Update.
Unsere Erfahrungen mit der Supervolt Lithium-Batterie teilen wir am Ende des Beitrags.
Umrüstung von AGM auf Lithium
Kommen wir zur eigentlichen Umrüstung der Batterie.
Eins vorab: Wir sind beide ziemliche „Elektrik-Laien“ und hatten vorher so gut wie keine Ahnung von dem Thema.
Der Umtausch der Batterien hat sich zum Glück als viel einfacher herausgestellt als es vielleicht im Vorfeld klingen mag. Man muss lediglich ein paar sehr simple Sachen beachten.
Wir zeigen euch hier, wie man in ein paar einfachen Schritten seine Wohnraumbatterien wechseln kann und worauf man achten sollte, wenn man den Batterietyp innerhalb eines bestehenden Elektrik-Systems ändert.
Für den Einbau haben wir folgende Werkzeuge benötigt:
Beginnen wir mit dem ersten Schritt. Dieser ist natürlich nur notwendig, sollten sich eure Batterien (wie bei uns) unterhalb des Fahrer- oder des Beifahrersitzes befinden.
Der Sitz lässt sich grundsätzlich ziemlich einfach lösen und zusammen mit der Drehkonsole ausbauen.
Insgesamt gibt es sechs Schrauben zu lösen. Fünf davon lassen sich einfach mit einem Torx 40 lösen.
⇨Achtung: Nehmt unbedingt einen gut passendenT40-Bit*. Da ansonsten die Gefahr besteht, dass sich die Schrauben „rund drehen“.
Die letzte Schraube ist die „Arretierungsschraube„, womit sich der Drehsitz in Position einrastet. Diese ließ sich bei uns per Hand herausdrehen.
Dafür müsst ihr den Sitz in die richtige Position drehen, sodass ein passendes Loch über der Schraube ist. Nur so kommt man an die Schraube ran.
Habt ihr alle sechs Schrauben entfernt, müsst ihr noch das Airbag-Kabel trennen.
⇨Achtung: Trennt das Airbag-Kabel nur bei ausgeschaltetem Motor und zündet den Motor erst wieder, wenn das Kabel wieder angeschlossen ist. Ansonsten wird eine Fehlermeldung im Bord-Computer auftauchen, die man erst wieder in der Werkstatt zurücksetzen kann.
Jetzt kann der Sitz vorsichtig entfernt werden. Der Sitz inklusive Drehkonsole ist unglaublich schwer und sollte im besten Falle nicht alleine entfernt werden.
Passt auf, dass ihr den Sitz nicht auf empfindliche Böden stellt. Die Schrauben unter dem Sitz können euch einiges kaputt machen. Am besten auf etwas Weiches stellen.
AGM-Batterien ausbauen
Nachdem ihr eure Batterie zugänglich gemacht habt, könnt ihr sie nun ausbauen. In unserem Falle waren es 2x 100 Ah AGM-Batterien in Parallelschaltung.
⇨Achtung: Bevor ihr mit dem Ausbau der Batterie beginnt, müsst ihr unbedingt vorher alle Verbraucher sowie möglichen Stromeingänge (Solarladeregler, Ladegerät etc.), die mit der Batterie verbunden sind, ausstellen!
In unserem Fall: EBL per Knopfdruck ausstellen und Batterie-Trennschalter auf „Off“ stellen.
Jetzt gilt der Grundsatz: Erst alle Kabel vom Minuspol (schwarz) trennen, danach die Kabel vom Pluspol (rot). So lässt sich ein möglicher Kurzschluss vermeiden. Zum Entfernen der Pol-Schrauben eignet sich wunderbar ein M8 Steckschlüssel*.
Achtet darauf, dass ihr nicht aus Versehen mit den Kabelschuhen an die Metallteile der Sitzkonstruktion kommt, auch hier droht die Gefahr eines Kurzschlusses. Wir haben deshalb die offenen Kabelschuhe einfach in kleine Plastiktüten gewickelt.
Da wir zwei Batterien parallel geschaltet hatten und jetzt durch lediglich eine Batterie ersetzen, mussten wir noch die überflüssigen Kabelbrücken entfernen.
Nachdem alle Kabel entfernt sind, müsst ihr nur noch die Batterie-Befestigungen lösen. Unsere Batterien waren mit zwei Winkeln befestigt, die nur mit einem langen Verbindungsstück zu entfernen waren.
Sind alle Befestigungen ab, könnt ihr endlich die Batterien herausnehmen. Beim Herausheben, haben wir uns wirklich erschreckt, wie schwer doch die AGM-Batterien sind.
Lithium-Batterie einbauen
Nachdem die alten Batterien aus der Untersitzkonstruktion raus waren, konnten wir uns endlich an den besten Teil der Umrüstung machen.: Den Einbau der Lithium-Batterie. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel leichter die neue Batterie ist.
Die neue Lithium-Batterie von Supervolt musste jetzt noch in der Untersitzkonstruktion sicher befestigt werden. Leider konnten wir die Batterie nicht exakt so einbauen wie die alten, da sie ca. 1 cm länger ist.
Wir entschieden uns, die Lithium-Batterie quer zu befestigen. So hat sie perfekt hineingepasst. Hierfür haben wir zunächst passende Löcher für die Nietmuttern gebohrt. Zum Befestigten nahmen wir die gleichen Winkel, mussten lediglich zwei neueNietmuttern* in die vorhandene Bodenplatte aus Kunststoff einsetzen.
Nachdem ihr die neue Batterie befestigt habt, kann es an das Befestigen der zuvor gelösten Kabeln gehen.
Wir empfehlen euch die Kabel mit Batteriepolklemmen* anzuschließen. Man kann die Kabel auch mit einer einfachen M8 Schraube befestigen, jedoch würde es nur noch sehr knapp unter den Fahrersitz passen. Auch die mitgelieferten Plastikabdeckungen könnte man nicht mehr auflegen.
Beim Befestigen der Kabel gilt: erst alle Pluskabel (rot) dann alle Minuskabel (schwarz) anbringen. Achtet auch hier darauf, dass ihr mit den Kabelschuhen nicht an Metallteile kommt.
Lade-Einstellungen
Grundsätzlich funktionieren Lithium-Batterien mit smartem BMS (Battery-Management-System), wie die von Supervolt, per „Plug & Play„. Das heißt einfach anschließen und loslegen.
Jedoch haben die meisten Ladegeräte für Batterien Einstellungen für verschiedene Batterietypen. Moderne Ladegeräte weisen auch eine eigenständige Lade-Einstellung für LiFePO4 bzw. Lithium auf. Sollte es keine eigenständige Lade-Einstellung für Lithium-Batterien geben, wird zumeist die Einstellung für Blei/Gel-Batterien empfohlen, da diese der Lithium-Ladekurve am nächsten kommt.
Mögliche Ladegeräte mit Einstellungen wären zum Beispiel:
Aufladegeräte (z.B. EBL)
Solarladeregler
Ladebooster
Schaut unbedingt in die Bedienungsanleitungen eurer Ladegeräte, welche die optimale Einstellung für die neue Lithium-Batterie ist.
In unserem Falle haben wir unseren EBL 211 von „AGM“ auf „Lead-Gel“ eingestellt, da keine eigenständige Einstellung für Lithium vorhanden war.
Unseren Ladebooster und Solarladeregler konnten wir hingegen auf eine Lithium-Ladekurve umstellen.
Testlauf
Wenn ihr alle Kabel wieder angeschlossen habt und die Einstellungen eurer Ladegeräte umgestellt habt, solltet ihr einen Testlauf durchführen.
Schaltet dafür nach und nach eure Verbraucher ein und eure möglichen Stromeingänge.
Wir haben unseren angeschlossenen EBL eingeschaltet und alle möglichen Verbraucher getestet. Licht, Wasserpumpe, USB-Anschlüsse – alles hat wunderbar funktioniert.
Dank der App von Supervolt konnten wir auch die Ladevorgänge der neuen Lithium-Batterie prüfen, da diese den Stromfluss anzeigt. Aufladen per Solaranlage und Landstrom haben sofort funktioniert. Den Ladebooster konnten wir erst später testen, da wir aufgrund des abgeklemmten Airbag-Kabels das Auto nicht starten durften.
Nach erfolgreichem Testlauf haben wir den Sitz wieder eingebaut.
Die eigentliche Umrüstung von AGM auf Lithium-Batterie in unserem Camper verlief sehr viel einfacher als wir es uns zuerst vorgestellt haben. Der schwierigste Part war eigentlich der Aus- und Wiedereinbau des Sitzes.
Wir sind super froh, endlich eine zuverlässige Batterie an Bord zu haben und haben keine Angst mehr, dass uns „der Saft“ ausgeht. Zusätzlich zur enormen Gewichtseinsparung von fast 40 kg (!) haben wir noch 50 Ah mehr effektiven Energiespeicher – eine Echte Win-win-Situation. Außerdem ist unter dem Beifahrersitz Platz frei geworden, den man zum Beispiel für einen Wechselrichter* nutzen könnte.
Ehrlich gesagt hätten wir die Umrüstung schon viel früher durchführen sollen. So hätten wir uns schon viel Ärger wegen zu geringer Batterieladung sparen können.
Wir können nur jeden dazu ermutigen, seine alten AGM oder Bleibatterien im Wohnmobil auf Lithium umzurüsten. Auch wenn eine Lithium-Batterie zuerst von den Investitionskosten etwas höher ist, so kommt man über ein paar Jahre trotzdem günstiger weg, da sie deutlich länger hält.
Unsere Erfahrung mit der Supervolt Batterie
Bei der Auswahl der Lithium-Batterie haben wir alles richtig gemacht.
Unsere neue 150 Ah Lithium-Batterie von Supervolt* macht einen grandiosen Job. Wir konnten die Batterie bereits mehrere Wochen ausgiebig testen und sind begeistert.
Supervolt App
Sehr gut gefällt uns die hauseigene App von Supervolt. Mit der haben wir immer den Ladezustand im Blick und können sehen, wie viel Strom einfließt oder ausfließt.
RJ45 Schnittstellen
Auch sehr praktisch finden wir die zwei Netzwerkschnittstellen an der Batterie. An der linken Schnittstelle kann man den mitgelieferten An-/Ausschalter anschließen und somit die Batterie vor einer Tiefenentladung schützen. So spart man sich den Anschluss eines Batterietrennschalters. Zum Ausschalten der Batterie drückt man einfach oben auf den Knopf, schon trennt sich die Stromverbindung zu allen Anschlüssen. Perfekt, um die Batterie für längere Standzeiten vorzubereiten.
Zusätzlich lassen sich an den RJ45-Schnittstellen Geräte wie Bildschirme und LTE-Module anschließen, sowie Softwareupdates für das BMS durchführen.
DIN-Maße
Dank der standardisierten DIN-Maße passen die Batterien perfekt unter den Drehsitz der meisten Wohnmobile. Bei unserem Citroen Jumper würden auch zwei Batterien hineinpassen. Also ist noch Platz für ein Upgrade.
Temperaturschutz
Die Batterien von Supervolt haben einen integrierten Temperatursensor am Gehäuse. Der Sensor ist nötigt, damit das BMS den Ladevorgang bei unter 0° C abbrechen kann. Das schützt die Lithium-Zellen und erhöht die Lebensdauer.
⇨ Eine Entladung der Batterie ist weiterhin möglich, und zwar bis -20 °C!
Solltet ihr eine trotzdem eine Batterie benötigen, die auch unter 0 °CAußentemperatur aufgeladen werden kann, müsst ihr euch eine Lithium-Batterie mit integrierter Heizplatte kaufen.
Supervolt hat extra hierfür die „Polar„-Serie entwickelt. Die integrierten Heizplatten zwischen den Lithium-Zellen aktivieren sich, sobald die Außentemperatur 0 °C erreicht und heizen die Batterie bis 10 °C auf. Dieser Vorgang geschieht vollkommen automatisch!
Die Batterien der Polar-Serie machen für jeden Sinn der bei extremen Temperaturen unterwegs ist oder der seine Batterien nicht im Innenraum des Wohnmobils verbaut hat.
Rabattcode: linasreisen
Mit unserem Rabattcode „LINASREISEN“ bekommt ihr 10 € Rabatt auf eure Bestellung bei Supervolt.
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In diesem Blogbeitrag begleiten wir den Einbau eines Wasserfilters in unserem Camper.
Wir berichten euch, wie wir den Wasserfilter in unserem Adria Twin 600 SP Camper angebracht haben und warum wir uns für einen festverbauten Wasserfilter unter der Spüle entschieden haben. Außerdem zählen wir euch die Vorteile auf, die man mit einem Wasserfilter im Camper hat.
Damit ihr euch besser in unserem Artikel zurechtfindet, haben wir für euch ein Inhaltsverzeichnis erstellt.
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Die Vorteile eines Wasserfilters im Camper
Warum haben wir uns für einen Wasserfilter entschieden und welche Vorteile haben wir damit? Im Nachfolgenden stellen wir euch die für uns entscheidenden Kriterien vor.
Wasserqualität
Der ausschlaggebende Grund, einen Wasserfilter im Camper einzubauen, war für uns ganz klar die Wasserqualität. Wir sind mit unserem Camper viel unterwegs und wissen nie, welche Wasserqualität uns vor Ort erwartet. Mit einem Wasserfilter können wir auf Nummer sichergehen, denn dieser filtert unter anderem feine Partikel (z.B. Kalkflocken, Schmutz), Chlor, organische Schadstoffe, medikamentöse Rückstände und weitere Substanzen aus dem Trinkwasser.
Kostenersparnis
Bevor wir einen Wasserfilter im Camper eingebaut haben, haben wir häufig unser Wasser in Flaschen oder Kanistern gekauft. In vielen Ländern gibt es die Möglichkeit kostenlos Wasser im Camper aufzutanken oder für wenige Euro den 100-Liter-Tank aufzufüllen. Das ist natürlich deutlich günstiger als immer wieder Geld im Supermarkt ausgeben zu müssen. Filtert man das zumeist kostenlose Wasser selbst, haben sich die Kosten für den Wasserfilter schnell amortisiert.
Plastikreduzierung
Zusätzlich trägt man zur Plastikreduzierung bei, wenn man sein Wasser selber filtert und keine Wasserflaschen mehr kaufen muss. In den Ländern, in denen es Pfandsysteme gibt, war es für uns auch immer aufwendig, die Pfandflaschen zurückzubringen. Die leeren Pfandflaschen an Board haben auch eine Menge Platz eingenommen.
Festverbauter oder portabler Wasserfilter?
Es gibt portable Wasserfilter und festverbaute Wasserfilter, die für den Camper geeignet sind. Im Nachfolgenden stellen wir euch beide Systeme einmal kurz vor:
Portabler Wasserfilter
Bei einem portablen Wasserfilter wird der Filter beim Tankvorgang mit dem Wasserschlauch verbunden. Hierdurch wird das Wasser gefiltert, bevor es in den Wassertank gelangt.
Ein Vorteil des portablen Wasserfilters ist, dass im Wassertank nur gefiltertes Wasser landet, wodurch der Tank leichter zu reinigen ist. Außerdem ist dieser schnell einsatzbereit und bedarf keiner aufwendigeren Installation.
Ein Nachteil eines portablen Wasserfilter ist, dass man bei schlechtem Wasserdruck wesentlich länger braucht, bis der Wassertank beladen ist. Schwierig wird es auch, wenn man keinen Wasserschlauch an den Wasserhahn anschließen kann und mit einem Kanister oder eine Gießkanne den Wassertank auffüllen muss.
Bei einem festverbauten Wasserfilter wird das Wasser zwischen Wassertank und Wasserhahn gefiltert. Hier ist es also egal, mit welchem Wasserdruck der Wassertank befüllt wird. Ein festverbauter Wasserfilter ist natürlich eine Frage des Platzes. Zusätzlich muss auch die Wasserpumpe im Camper ausreichend Stärke haben (2,1 bar), damit weiterhin ein guter Wasserdurchfluss gewährleistet werden kann.
⇨ Wir haben uns für einen festverbauten Wasserfilter entschieden, da wir häufig in Gebieten unterwegs sind, wo man auch mal mit einem Kanister Wasser auffüllen muss.
Unsere Kaufentscheidung fiel auf den Alb Filter Travel ACTIVE* mit Vorfiltermodul*. Es gibt bei Alb Filter aber auch noch zwei weitere Filter, nämlich den Travel NANO*, dessen Kartusche filtert auch Bakterien und Viren und den Travel FUSION*, dieser enthält die NANO und die ACTIVE Kartusche.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich natürlich für eine Kombination aus beiden Filtern entscheiden. Alb Filter bietet hier sogar ein Set mit portablem und festverbauten Wasserfilter an.
Den festverbauten Wasserfilter haben wir in unserem Adria Twin 600 SP unter dem Spülbecken montiert und an den Kaltwasser-Anschluss angeschlossen. Das heißt, wenn wir unseren Wasserhahn auf „kalt“ einstellen, erhalten wir gefiltertes Wasser und wenn wir ihn auf „warm“ einstellen, wird das Wasser nicht gefiltert. Aufgewärmtes Wasser kommt nur aus dem Hahn, wenn der Boiler angestellt ist.
Wir zeigen euch nun Schritt für Schritt, wie wir den Wasserfilter im Camper eingebaut haben.
Vorbereitung
Zunächst haben wir überlegt, welche Utensilien wir für den Einbau des Wasserfilters im Camper brauchen. Diese führen wir euch in der nachfolgenden Übersicht auf.
Da wir einen bereits ausgebauten Adria Twin 600 SP haben, waren die Wahlmöglichkeiten für einen geeigneten Platz des Wasserfilters sehr beschränkt. Wir haben uns dafür entschieden, den Wasserfilter links neben dem Spülbecken an der Wand anzubringen. Hierbei mussten wir beachten, dass der Filter der oberen Schublade nicht in die Quere kommt. Dies konnten wir vermeiden, in dem wir den Filter auf der Höhe des Spülbeckens angebracht haben. Für den später installierten Wasserschlauch ist hinter den Schubladen noch genug Platz.
Zum Austesten einer geeigneten Stelle haben wir den Wasserfilter gemäß der Bedienungsanleitung zusammengesteckt und in die Wandhalterung eingelegt.
Wandhalterung anbringen
Damit der Wasserfilter während der Fahrt gut gesichert ist, haben wir eine Wandhalterung* angebracht. Diese wird mithilfe von zwei Schrauben befestigt. Um das Wasserfiltergehäuse nicht zu beschädigen, haben wir das Gehäuse für den Bohrvorgang entnommen.
Für den weiteren Einbau haben wir das Wasserfiltergehäuse provisorisch in die Wandhalterung eingesetzt. Die Filterkartusche haben wir erst ganz am Ende eingesetzt.
⇨ Durch den Schraubverschlussan der Wandhalterung lässt sich der Wasserfilter jederzeit leicht entnehmen.
Kaltwasserverbindung trennen
Im nächsten Schritt haben wir den Kaltwasserschlauch, welcher zum Wasserhahn führt, aus dem vorhandenen UniQuick Verbinder gezogen.
Den Schlauch haben wir nun nach links in Richtung Wasserfilter verlegt. An das offene Schlauchende wird der gekaufte UniQuick Gerader Tüllenverbinder* angesteckt.
Wassereinlauf an den Filter anschließen
Zu Beginn hatten wir den Kaltwasserschlauch aus dem vorhandenen UniQuick Verbinder gezogen. In diesen Verbinder soll die gekaufte UniQuick Schlauchstecktülle* gesteckt werden.
Zunächst haben wir jedoch, die Schlauchstecktülle mit einer Schlauchklemme* am Wasserschlauch befestigt. Den Wasserschlauch* haben wir mit einem Cuttermesser so zugeschnitten, dass er von dem vorhandenen UniQuick Verbinder bis zum Wasserfilter reicht.
Am anderen Schlauchende haben wir den mitgelieferten GEKA-Schlauchverbinder mit einer Schlauchklemme befestigt.
Nachdem wir die Schlauchstecktülle und den GEKA-Schlauchverbinder am Wasserschlauch angebracht haben, haben wir die Schlauchsteckhülle in den vorhandenen UniQuick Verbinder gesteckt und den GEKA-Schlauchverbinder mit dem GEKA-Hahnstecker am Wasserfilter verbunden.
Hierüber gelangt später das Wasser in den Wasserfilter.
Wasserauslauf
Damit das Wasser nach dem Filtervorgang auch aus dem Wasserhahn fließen kann, haben wir ein weiteres Schlauchstück angebracht. Dieses kommt zwischen den Filterausgang und den zu Beginn nach links gelegten Kaltwasserschlauch, an den wir den UniQuick Tüllenverbinder*gesteckt haben.
Wir haben das Schlauchstück wieder mithilfe eines Cutters passend zugeschnitten. Danach haben wir den UniQuick Tüllenverbinder vom Kaltwasserschlauch und den GEKA-Schlauchverbinder vom Wasserfilter nochmal abgemacht, um die beiden Teile mit jeweils einer Klemme am Wasserschlauch zu befestigen.
Den GEKA-Schlauchverbinder haben wir nun wieder mit dem GEKA-Hahnstecker am ALB-Filter verbunden und den UniQuick Tüllenverbinder mit der Kaltwasserleitung.
Nun kann das gefilterte Wasser zum Wasserhahn gelangen.
Testlauf
Bevor wir die die eigentliche Filterkartusche in das Filtergehäuse eingesetzt haben, haben wir zunächst einen Testlauf gemacht. Pumpe an und Wasser marsch.
Alles war dicht und das Wasser ist, wie normal aus dem Hahn geflossen.
Filterkartusche einsetzen
Da wir jetzt wussten, dass alles funktioniert, haben wir die Active-Filterkartusche eingesetzt. Hierzu mussten wir den unteren Verschlussdeckel des Filtergehäuses abschrauben. Die Filterkartusche wird mit leichten Drehbewegungen in die Aufnahme des unteren Verschlussdeckels gedreht. Danach kann der Verschlussdeckel wieder auf das Filtergehäuse geschraubt werden.
Unsere Erfahrungen und wichtige Hinweise
Wasserpumpe
Laut Empfehlung sollte die Wasserpumpe beim Festeinbau der Active-Kartusche* einen Druck von mindestens 2,1 bar. Für einen guten Durchfluss wird sogar ein Druck von 2,3 bis 2,6 bar empfohlen. Der benötigte Druck nimmt mit der Nutzungsdauer zu.
Wir haben uns zwar vorsorglich eine Wasserpumpe mit einem Druck von 2,1 bar gekauft, aber aktuell kommen wir noch ganz gut mit unserer bereits vorhandene Wasserpumpe mit einem Druck von 1,1 bar zurecht.
Der Wasserdurchfluss ist zwar etwas langsamer, was uns aber nicht stört. Zum Spülen stellen wir den Wasserhahn auf den Warmwasseranschluss um. Da dieser nicht mit dem Wasserfilter verbunden ist, fließt das ungefilterte Wasser normal schnell.
Spätestens nach vier Monaten sollte die Nano-Kartusche laut Hersteller gewechselt werden.
Da wir einen Vorfilter* verbaut haben, kann dieser die Lebensdauer der Kartusche erhöhen. Der Vorfilter sollte alle 3-6 Monate gewechselt werden.
Da der Vorfilter weiß ist, lässt sich gut erkennen, wann es an der Zeit für einen Wechsel ist. Alb Filter bietet die Wechselpads im 3er Pack* an.
Lagerung
Solltet ihr den Wasserfilter für längere Zeit (1-2 Wochen) einmal nicht nutzen, so ist es ratsam, die Kartusche aus dem Gehäuse zu entnehmen, diese gut trocknen zu lassen und dann trocken zu lagern.
Die Kartusche sollte niemals im Kühlschrank oder luftdicht gelagert werden (Schimmelgefahr). Es wird auch nicht empfohlen, die Kartusche in Reis zu legen.
Unser Fazit
Dank des Wasserfilters müssen wir uns auf unseren Reisen keine Gedanken mehr, um die Wasserqualität machen. Dadurch, dass wir keine Trinkwasserflaschen im Supermarkt kaufen, sparen wir Geld und eine Menge Platz im Van.
Die Installation des Alb Filters war super einfach und wir sind sehr zufrieden damit, den Wasserfilter unter der Spüle verbaut zu haben.
Rabattcode: LINASREISEN5
Mit unserem Rabattcode „LINASREISEN5″ bekommst du 5 % Rabatt auf deine Bestellung bei Alb Filter.
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In diesem Artikel begleiten wir unseren Selbsteinbau einer zusätzlichen Diesel-Standheizung in unserem Camper.
Wir berichten euch über unseren eigenen Einbau im vorausgebauten Citroen Jumper (baugleich Fiat Ducato) und geben euch wertvolle Tipps für den eigenen Einbau mit. Außerdem zählen wir euch die Vorteile auf, die man mit einer zusätzlichen Diesel-Standheizung im Wohnmobil hat.
Eine Sache können wir vorab schon sagen: Eine Diesel-Standheizung wie z.B. die Autoterm Air 2d*(Werbung) kann sich sehr lohnen und der Selbsteinbau ist mit etwas handwerklichem Geschick auch gut zu bewältigen.
Damit ihr euch besser in dem Artikel zurechtfindet, haben wir euch ein Inhaltsverzeichnis erstellt.
Wir fahren bereits seit drei Jahren einen Adria Twin 600 SP. In unserem Camper ist ab Werk eine Truma Combi 4 Gasheizung eingebaut. Diese Heizung ist grundsätzlich auch gut und macht seine Arbeit ordentlich. Um die Heizung zu betreiben können wir maximal 2 x 11kg Gasflaschen mitnehmen.
Warum eine zusätzliche Diesel-Standheizung?
Obwohl wir bereits eine Heizung haben, wollten wir zusätzlich eine Diesel-Standheizung im Camper nachrüsten – aber warum eigentlich?
Wir nennen euch unsere persönlichen Beweggründe und weitere Vorteile, die ihr mit zwei Heizungen habt.
Verfügbarkeit von Diesel
Da wir mit unserem Camper auch zu kälteren Jahreszeiten unterwegs sind, benutzen wir unsere Heizung dementsprechend öfters. Das größte Problem, welches wir mit unserer Gasheizung haben, ist die Verfügbarkeit von Gas. Oft sind wir in Regionen unterwegs, in denen das Angebot, Gasflaschen aufzufüllen, extrem dürftig ist. Teilweise mussten wir im Norden von Skandinavien mehrere hundert Kilometer weiterfahren, nur um unsere Gasflasche aufzufüllen, damit wir die Heizung weiter benutzen konnten. Das führte auch dazu, dass wir nur sehr sparsam heizten und oft im Kalten saßen.
Mit einer Standheizung, welche mit Diesel funktioniert, ist dies anders. Diesel bekommt man an jeder Tankstelle und somit entfällt Beschaffungs-Problematik.
Dies ist für uns der größte Vorteil gegenüber einer Gasheizung und weshalb wir letztendlich den Entschluss gefasst haben, die Autoterm Air 2D* einzubauen.
Ausfallsicherheit
Ein weiterer Vorteil einer zweiten Heizung ist die Ausfallsicherheit. Sollte tatsächlich mal eine Heizung ausfallen, so hat man noch eine zweite als Back-Up.
Besonders in eher entlegeneren und kälteren Gebieten kann das ein sehr beruhigender Gedanke sein.
Warum die Autoterm Air 2D?
Nachdem wir uns dazu entschieden haben, eine Diesel-Standheizung im Camper nachzurüsten, mussten wir uns noch entscheiden welche genau es sein sollte.
Im Internet und besonders auf Amazon gibt es unzählige preiswerte „China-Standheizungen„, die preislich zwischen 100€ – 200€ liegen. Gleichzeitig gibt es Standheizungen von „Premium-Herstellern„, die preislich weit über 1.000€ liegen.
Die Autoterm Air 2D schafft hier sozusagen den Spagat. Sie ist nicht so teuer wie die Standheizungen der Premium-Herstellermacht, macht aber keine Abstriche bei Qualität und Leistung.
Die wichtigsten Vorteile der Autoterm Air 2D zählen wir euch hier auf:
E-Prüfzeichen
Dank des sogenannten E-Prüfzeichens kann die Autoterm Air 2D auch privat eingebaut werden. Eine Eintragung oder erneute Vorführung beim TÜV ist somit nicht notwendig.
Eingebautes Höhenkit
Mit dem bereits integrierten „Höhenkit“ lässt sich die Autoterm Air 2D auch auf großer Höhe bedienen. Ohne ein Höhenkit wäre dies nicht möglich, da die Standheizung sonst nicht mit der geringeren Sauerstoffzufuhr zurechtkommen würde.
Verbrauch
Je nach Heizstufe, verbraucht die Autoterm Air 2D zwischen 0,1 l und 0,24 l Diesel pro Stunde bei einer Heizleistung von 0,8 kW bis 2 kW. Der Stromverbrauch beweget sich zwischen 10 W bis 29 W. Wir finden den Diesel- und Stromverbrauch gering.
Werbung: Es handelt sich hierbei um Werbung für das „99% Camper-Kit – Heizungs-Komplettset mit 2kW Leistung„* von tigerexped. Warum wir uns für das 99% Camper-Kit entschieden haben und weshalb wir es weiterempfehlen können, erfahrt ihr im nachfolgenden Text.
*Hinweis: Wir verwenden in unserem Beitrag Affiliate-Links. Das bedeutet, wir bekommen eine kleine Provision, wenn ihr über den Sternchen-Link (*) etwas kauft. Der Preis bleibt für euch natürlich immer derselbe und wir erhalten auch keine Daten oder Namen. Wenn ihr Interesse an den hier vorgestellten Produkten habt und unsere Arbeit unterstützen möchtet, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr über unseren Produktlinkeinkauft.
Warum bei tigerexped kaufen?
Nachdem wir beschlossen hatten, dass es die Autoterm Air 2D werden soll, waren wir auch schon nach der Suche nach dem passenden Händler. Sehr schnell sind wir auf tigerexped* gestoßen. Die Vorteile, die man bei tigerexped als Kunde hat, haben es uns sehr einfach gemacht. Welche dies sind, zählen wir euch auf:
99% Camper-Kit
tigerexped bietet mit dem 99% Camper-Kit* ein Heizungs-Komplettset, das für Selbsteinbauer grundsätzlich keine Wünsche offen lässt. Zusätzlich zum Standard Einbauset der Autoterm Air 2D kommen hier noch relevante Einbauartikel hinzu, damit ihr nichts mehr zusätzlich bestellen müsst – So spart ihr euch Zeit und Nerven.
99% Camper-Kit Lieferumfang
Autoterm Air 2D Kit
Autoterm Air 2D Heizgerät
Autoterm-Dieselpumpe
Gummihalter für Dieselpumpe
Abgasrohr (1m)
Abgasschalldämpfer
Ansaugluftschlauch mit Schalldämpfer
Hitzeschutzschlauch
Kabelbaum für Dieselpumpe
Kabelbaum für Heizgerät
Tankansaugrohr
Diesel-Kraftstoffleitung (5,5m)
Verbindungsstücke für Kraftstoffleitung
Schrauben, Muttern, Schellen, Kabelbinder
Zusätzlich im 99% Kit
Bedienteil nach Wahl
Einbauflansch (48 oder 83 mm tief)
Kraftstofffilter
60mm Warmluftrohr (3m)
Y-Stück für Warmluftrohr
Endstücke für Warmluftausgang
Support
Solltet ihr bei eurem Selbsteinbau Hilfe brauchen, steht der Support von tigerexped telefonisch und per Mail zur Verfügung. Wir finden, das ist nicht selbstverständlich und besonders bei so einem Produkt goldwert.
Bevor man mit dem eigentlichen Einbau beginnen kann, muss der richtige Einbauort für die Diesel-Standheizung im Camper ausfindig gemacht machen. Dabei gibt es einige wichtige Punkte zu beachten.
Da die Standheizung mithilfe des mitgelieferten Einbauflansches installiert wird, muss auf der Unterseite des Fahrzeuges logischerweise genug Platz für den Flansch sein.
Hierfür haben wir uns ein Rechteck aus Pappe, in der Größe des Flansches ausgeschnitten, um damit unter dem Fahrzeug eine geeignete Position zu finden. Beachtet unbedingt, dass beim Einbau auf keinen Fall durch tragende Metallteile gesägt werden darf. Bedenkt zusätzlich, dass später noch der Frischluftschlauch und das Abgasrohr am Einbauflansch montiert werden.
Im Innenraum an gleicher Stelle wird die Standheizung auf den Flansch befestigt. Hier sollte natürlich genug Platz für die Heizung sein.
⇨ Achtet hier auf den Mindestabstand der Heizung zu den Wänden. Die Mindestabstände stehen in der Bedienungsanleitung.
Den richtigen Einbauort zu finden, gestaltete sich bei uns etwas schwierig. Da wir einen fertigen Camper von Adria haben, war bei uns bereits sehr viel unter dem Fahrzeug installiert, sodass für uns nur eine mögliche Option zur Verfügung stand.
Loch sägen
Nachdem ihr euch für einen Einbauort entschieden habt, kommt wohl der schwierigste Part der Installation. Für den Einbauflansch muss nun ein passendes Loch gesägt werden
Tipp: Um nicht einfach „blind“ darauf los zusägen, bohrt euch zuerst ein kleines Loch von der Unterseite des Fahrzeuges durch. Zieht für diesen Schritt unbedingt eine Schutzbrille* auf, da sonst Eisenspäne ins Auge fliegen könnten!
Nun könnt ihr euch anhand des Bohrloches perfekt orientieren. Messt mithilfe des Bohrloches aus, wo die Kanten des Loches verlaufen sollen und setzt dann im Innenraum den Einbauflansch an die endgültige Einbaustelle. Mithilfe eines Bleistiftes könnt ihr jetzt das Loch skizzieren.
Bevor es mit dem eigentlichen Sägen losgeht, haben wir in jeder Ecke ein Loch durchgebohrt. Damit das Sägeblatt einer Stichsäge* durchpasst, benötigt es einen 10-mm-Bohrer*. Es empfiehlt sich, die Löcher in mehreren Schritten zu bohren. Z.B.: 3 mm – 7 mm -10 mm.
Jetzt kann es mit dem Sägen losgehen. Mit einem längeren Metall-Sägeblatt* kann man sehr gut durch den Metallboden des Fahrzeuges sägen. Arbeitet euch von Seite zu Seite und haltet die eingezeichnete Linie beim Sägen ein.
Nachdem ihr alle Seiten gesägt habt, sollte sich das Bodenstück eigentlich von alleine lösen und ihr müsst es nur noch herausdrücken. Probiert jetzt aus, ob der Einbauflansch hineinpasst. Falls nicht, könnt ihr vorsichtig mit der Stichsäge etwas nachbessern.
Nach dem Entgraten mit einer Metallfeile* solltet ihr unbedingt das blanke Metall mit einem Rostschutzlack* behandeln.
Dieselentnehmer einbauen
Als Nächstes geht es daran, den Dieselentnehmer zu installieren. Der Dieselentnehmer reicht in den Kraftstofftank, woraus die Dieselpumpe den Kraftstoff zur Heizung transportiert.
Grundsätzlich gibt es zwei Varianten, woher die Heizung ihren Diesel bekommen kann:
Diesel kommt aus dem Fahrzeugtank
Diesel kommt aus einem separaten Kraftstofftank (z.B. Kanister)
Wir haben uns für die erste Variante entschieden, sodass wir nicht zusätzliche Kanister mit uns führen müssen. So befördert die mitgelieferte Dieselpumpe ganz einfach den Diesel über den Fahrzeugtank zur Heizung.
⇨ Achtung: Wir berichten euch über den Einbau in einem Citroen Jumper (Baugleich Fiat Ducato & Peugeot Boxer). Wie der Tankentnehmer am besten in eurem Fahrzeug eingebaut werden soll, können wir euch nicht sagen.
Um den Tankentnehmer im Fahrzeugtank des Fiat Ducatos zu befestigen, gibt es eine sehr einfache Vorgehensweise. Dafür müsst ihr ein Loch in den Entlüftungsschlauch des Fahrzeugtanks bohren. Durch dieses Loch könnt ihr dann den Tankentnehmer führen und oben befestigen.
Der Entlüftungsschlauch befindet sich am inneren Tankdeckel. Dieser ist sehr einfach durch die Serviceklappe zu erreichen, welche sich zwischen den Fahrersitzen befindet. Mit einem passenden Steckschlüssel lässt sich der Schlauch lösen und dann abziehen.
Das Loch sollte mindestens 8 mm breit sein, damit der Tankentnehmer auch durchpasst.
⇨ Bevor ihr mit dem Bohren loslegt: Arbeitet euch auch hier mit kleineren Bohrern vor. Fangt am besten mit einem 3-mm-Bohrer an.
Der mitgelieferte Tankentnehmer wird definitiv zu lang sein, deshalb muss er gekürzt werden. Um die richtige Länge zu ermitteln, kann euch ein starrer Draht behilflich sein. Den Draht einfach durch die Öffnung des Entlüftungsschlauchs führen, bis ihr den Boden des Tanks erreicht. Achtet dabei, dass ihr den Draht an der Tankarmatur vorbeiführt (nicht hinein).
Markiert euch die Länge des Drahtes und kürzt diese, um mindestens 2 bis 3 cm. So könnt ihr sichergehen, dass die Heizung später nicht auf eure Reserve zugreift.
Jetzt könnt ihr den Tankentnehmer auf die richtige Länge zuschneiden. Das Ende des Entnehmers solltet ihr mit einer Metallfeile wieder schräg anfeilen.
Biegt jetzt das obere Teil des Entnehmers etwas gerade und führt es von unten durch das bereits gebohrte Loch im Entlüftungsschlauch. Jetzt könnt ihr es wieder zurechtbiegen. Biegt die Unterlegscheibe noch etwas zurecht, damit sich diese auf den Entlüftungsschlauch legt.
Achtet darauf, dass der Tankentnehmer außerhalb der Tankarmatur liegen muss, wenn ihr den Entlüftungsschlauch wieder einbaut.
Dieselpumpe befestigen
Damit der Diesel überhaupt vom Tank zur Heizung gelangen kann, bedarf es einer Dieselpumpe.
Die Dieselpumpe wird unter dem Fahrzeug montiert und darf laut Bedienungsanleitung maximal 1 Meter vom Anfang des Tankentnehmers entfernt sein.
Sucht euch also einen Ort an der Unterseite des Fahrzeuges, an dem ihr die Dieselpumpe befestigen könnt.
Tipp: Bei dem Fiat Ducato gibt es an der Fahrzeugunterseite sehr viele Löcher, in denen man wunderbar M6-Nietmuttern* einsetzen kann. So haben wir in der Nähe des Auspuffs eine Nietmutter in ein Loch eingesetzt und daran später die Dieselpumpe befestigt.
Im 99% Camper-Kit* von tigerexped ist zusätzlich ein Kraftstofffilter dabei. Der Filter wird mithilfe der Schlauchverbindungsstücke vor die Pumpe montiert. Die Schlauchverbindungstücke werden zusätzlich mit Klemmen gesichert. Achtet dabei auf die Laufrichtung der Pumpe. Danach muss noch jeweils ein Schlauchverbindungsstück an den Anfang des Filters sowie an das Ende der Pumpe angebracht werden.
Stülpt jetzt den Gummihalter auf die Dieselpumpe. Dieser wird das typische „Klicken“ der Pumpe im Betrieb etwas abdämpfen.
Mit der Öse des Gummihalters kann die Dieselpumpe mit dem Kraftstofffilter an der Fahrzeugunterseite befestigt werden.
⇨ Wir haben mit einer M6 Schraube den Gummihalter direkt an die von uns zuvor befestigte Nietmutter geschraubt. Zusätzlich haben wir die Konstruktion mit Kabelbindern an einen parallel liegenden Fahrzeugschlauch angebunden.
Die Dieselpumpe muss mit einem Winkel von ca. 5-15° nach oben ausgerichtet und befestigt werden.
Dieselleitung verlegen
Jetzt geht es an die eigentliche Verbindung zwischen Kraftstofftank, Dieselpumpe und Heizgerät. Die mitgelieferte Kraftstoffleitung ist 5,5 Meter lang und sollte für alle Fahrzeugtypen ausreichen.
Als Erstes verbindet ihr die Kraftstoffleitung mit einem Verbindungsstück und zwei Klemmschellen am Eingang des zuvor befestigten Tankentnehmers.
Die Kraftstoffleitung muss jetzt zur Dieselpumpe gezogen werden.
⇨ Tipp: Bei dem Fiat Ducato lässt sich die Kraftstoffleitung sehr einfach zur Fahrzeugunterseite ziehen. Dafür schiebt ihr die Leitung einfach unter der Serviceklappe nach hinten.
Zieht die Dieselleitung bis zum Kraftstofffilter und schaut dabei, wo ihr die Leitung befestigen könnt.
⇨ Tipp: Wir haben uns, die bereits da gewesenen Kabelstränge zunutze gemacht. Hier konnten wir sehr einfach die Dieselleitung in die Kabelhalter dazu fügen. Teilweise haben wir die Leitung zusätzlich mithilfe von Kabelbindern befestigt.
Nachdem ihr die Kraftstoffleitung bis zum Kraftstofffilter verlegt habt, kann diese mit einem Cuttermesser auf die richtige Länge zugeschnitten werden. Befestigt danach die Leitung mithilfe eines Schlauchverbindungsstücks und Klemmschellen mit der Dieselpumpe/Kraftstofffilter.
Befestigt am Ausgang der Dieselpumpe nun den Rest der Dieselleitung. Die Leitung muss jetzt bis zum bereits gesägten Loch für den Einbauflansch verlegt werden. Dort wird die Leitung später mit dem Heizgerät verbunden.
Auch hier machten wir uns die bereits unzähligen Kabelstränge auf der Fahrzeugunterseite zunutze und befestigten die Leitung mit Hilfe der vorhandenen Kabelhaltern.
Einbauflansch montieren
Bevor ihr den Einbauflansch fest mit dem Fahrzeug montiert, empfehlen wir euch Abgasrohr, Frischluftrohr und Dieselleitung bereits vorher mit dem Heizgerät zu verbinden.
Andernfalls müsstet ihr diese Arbeitsschritte an der Fahrzeugunterseite ausführen. Da es sich um eine eher fummelige Arbeit handelt, würde dies ohne Hebebühne von unten deutlich schwieriger werden.
Im ersten Schritt stülpt ihr das Heizgerät über den Einbauflansch. Achtet dabei auf die richtige Ausrichtung des Luftauslasses.
Frischluftrohr
Als nächstes bringt ihr das Frischluftrohr an. Dieses ist wirklich schnell angebracht. Nehmt eine große Klemmschelle aus dem Lieferumfang und befestigt sie an dem Heizgerät.
Dieselleitung
Die zuvor verlegte Dieselleitung kann jetzt auch an das Heizgerät angeschlossen werden. Zieht dafür die Leitung bis zum Einbauflansch und schneidet die Leitung auf die richtige Länge zu. Nehmt wieder ein Schlauchverbindungsstück und zwei kleine Schellen um die Leitung mit dem Heizgerät zu verbinden.
Abgasrohr
Bevor ihr das Abgasrohr an der Heizung befestigen könnt, ist etwas Vorarbeit notwendig. Befestigt das Abgasrohr provisorisch am Flansch und setzt diesen in das Loch ein. Schaut jetzt, wo genau das Abgasrohr entlang verlaufen soll. Beachtet dabei, dass noch kurz vor dem Ende des Abgasrohres der Abgas-Schalldämpfer angebracht werden muss.
Wenn ihr die richtige Position für das Abgasrohr gefunden habt, markiert euch die Stelle, an der ihr den Schalldämpfer anbringen wollt. Dieser sollte sich kurz vor dem Ende des Rohres befinden.
⇨Tipp: Den Schalldämpfer haben wir später mithilfe einer Nietmutter befestigt. Dazuhaben wir einen Metallwinkel (mitgeliefert) mit einer Schraube an der Nietmutter befestigt. Am Metallwinkel haben wir dann den Schalldämpfer befestigt.
Sägt das markierte Stück mit einer Metallsäge* ab und setzt dann den Schalldämpfer dazwischen. Dieser lässt sich mit den großen Schellen einfach anbringen.
Zieht den mitgelieferten Hitzeschutzschlauch über das Abgasrohr, bevor ihr dieses am Heizgerät fest macht. Der Hitzeschutzschlauch schützt z.B. das Frischluftrohr und die Dieselleitung in der Nähe vor Erwärmung durch die Abgase.
Nachdem ihr provisorisch die Position des Abgasrohres festgelegt habt, montiert ihr es nun mit einer Klemmschelle am Einbauflansch.
Frischluft- & Abgasrohr an der Fahrzeugunterseite befestigen
Habt ihr alles am Heizgerät befestigt, könnt ihr den Einbauflansch in Position bringen.
Auf der Fahrzeugunterseite muss jetzt das Abgasrohr mit dem Schalldämpfer sowie das Frischluftrohr befestigt werden. Dafür sind genug Befestigungschellen und Kabelbinder im Lieferumfang dabei.
Da wir den Einbauflansch direkt neben unserem Reserverad eingebaut haben, mussten wir das Frischluftrohr „hinter“ dem Reserverad befestigen. Da das Firschluftrohr leicht ist, reichten dafür ein paar Kabelbinder, um es an einem Kabelstrang zu befestigen.
Kabel verlegen
Ist der Einbauflansch mit den beiden Rohren und der Dieselleitung eingesetzt, könnt ihr bereits mit dem Verlegen der Kabel beginnen.
Es gibt drei Kabel zu verlegen:
Hauptstromkabel – Verbindung zwischen Batterie und Heizgerät
Stromkabel für Dieselpumpe – Verbindung zwischen Heizgerät und Dieselpumpe
Stromkabel für Bedienelement – Verbindung zwischen Heizgerät und Bedienelement
Hauptstromkabel
Das Hauptstromkabel wird mit Ringkabelschuhen direkt am Plus- und Minuspol euerer Batterie befestigt. Es ist eine integrierte Sicherung eingebaut, die in der Nähe der Batterie befestigt werden kann.
⇨ Da wir einen bereits ausgebauten Van haben, war das Verlegen der Kabel etwas schwierig. Wir haben uns mit einem Forstnerbohrer* Löcher durch die Holzverkleidungen gebohrt, um das Kabel zu verlegen. Das Kabel haben wir sogar am Frostwächter vorbeigeführt.
Stromkabel – Dieselpumpe
Um die Dieselpumpe mit dem Heizgerät zu verbinden, muss ein kleines Loch in der Breite des Kabelstrangs in den Boden gebohrt werden. Das Loch kann direkt neben der Standheizung sein. Hierdurch führt ihr nun das Kabel.
An der Unterseite des Fahrzeuges zieht ihr jetzt das Kabel bis zur Dieselpumpe. Befestigt den Kabelstrang an der Unterseite des Fahrzeuges. Der Kabelstrang kann sich den Weg mit der bereits verlegten Dieselleitung teilen.
⇨ Das „überschüssige“ Kabel haben wir an einer geeigneten Stelle unter dem Fahrzeug aufgerollt und befestigt. Natürlich kann das Kabel auch gekürzt werden.
Das Kabel wird mit einer Art „Adapter“ direkt an der Dieselpumpe befestigt.
Stromkabel – Bedienelement
Das Anschließen des Bedienelements ist denkbar einfach. Schließt das dazugehörige Kabel (mit dem breiten Stecker) an das Heizgerät an. An das andere Kabelende wird das Bedienelement angeschlossen.
Wenn ihr das gemacht habt, sollte normalerweise auch schon das Display aufleuchten. Falls nicht, bekommt das Heizgerät keine Stromzufuhr und ihr müsstet euch auf Fehlersuche begeben.
Testlauf
Es fehlt theoretisch noch ein Arbeitsschritt (Abdichten und befestigen des Einbauflansches), trotzdem könnt ihr jetzt schon einen Testlauf mit der Heizung starten.
⇨ Wir empfehlen euch auf jeden Fall jetzt schon die Diesel-Standheizung zu starten und einen Testlauf zu machen. Sollte diese aus irgendeinem Grund nicht funktionierten, könnt ihr noch sehr einfach auf Fehlersuche gehen, solange die Heizung nicht endgültig befestigt ist.
Für einen Testlauf könnt ihr die Diesel-Standheizung in einer beliebigen Einstellung starten. Die Autoterm Air 2D startet und im Normalfall solltet ihr nach einiger Zeit das typische „Klicken“ der Dieselpumpe hören. Jetzt versucht die Dieselpumpe Kraftstoff durch die leere Leitung in Richtung Heizgerät zu befördern.
Achtung: Die Dieselheizung wird mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht beim ersten Anlauf starten. Nach einiger Zeit bekommt ihr eine Fehlermeldung auf dem Bedienpanel angezeigt. Die Fehlermeldung taucht auf, weil das Heizgerät keinen Diesel bekommt. Ignoriert die Fehlermeldung und startet die Heizung mehrmals erneut.
⇨ Wir haben mehrere Anläufe gebraucht (mehr als 10) bis die Dieselpumpe den ersten Kraftstoff bis zur Dieselheizung durch gepumpt hat.
Ihr merkt sofort, dass das Heizgerät funktioniert, wenn die Luft warm wird. Falls am Anfang ein unangenehmer Geruch entsteht oder etwas Rauch aus dem Abgasrohr entweicht, ist das grundsätzlich normal. Der Geruch und Rauch verschwinden sehr schnell wieder.
Die Standheizung sollte unbedingt für einen längeren Zeitraum (ca. 2 Stunden) auf höchster Stufe laufen. So könnt ihr sicher sein, dass auch wirklich alles damit stimmt.
Abdichten
Nach dem erfolgreichen Testlauf muss der Einbauflansch nur noch befestigt und abgedichtet werden.
Unserer Meinung nach reicht es vollkommen aus lediglich den Einbauflansch von der Fahrzeugunterseite aus abzudichten. Dadurch wird der Flansch bereits wunderbar fixiert und eine Befestigung von der Fahrzeuginnenseite erübrigt sich.
Für das Abdichten solltet ihr unbedingt einen hochwertigen Karosseriedichtstoff verwenden – z.B. SikaFlex* oder Liquimate*.
Da wir keine Hebebühne haben und es sehr eng unter dem Auto ist, konnten wir nicht mit einer gewöhnlichen Kartuschenpistole arbeiten. Stattdessen haben wir uns Abhilfe geschaffen, indem wir den Dichtstoff in eine Spritze* hineingedrückt haben. Mit der Spritze konnten wir sehr gut an die Kanten des Einbauflansches herankommen.
⇨Tipp: Zieht euch beim Abdichten unbedingt Handschuhe* an, die ihr unter Umständen danach wegwerfen könnt. Das Zeug ist ziemlich zäh und hartnäckig abzuwaschen. Zudem könnt ihr mit einem Handschuh gegebenenfalls die Dichtmasse mit den Fingern an schwierigen Stellen verteilen.
Warmluftverteilung
Die Warmluftverteilung könnt ihr dank des mitgelieferten Warmluftrohres nach Belieben selbst gestalten. Es ist auch ein Y-Stück vorhanden, womit ihr die Luftverteilung in zwei Richtungen lenken könnt. Das Warmluftrohr lässt sich sehr einfach mit einem Cuttermesser kürzen.
Den Anfang des Rohres befestigt ihr ganz einfach am Luftausgang der Standheizung. Das Ende wird mit einem der beiliegenden Endstücke am gewünschten Ort montiert.
Dafür müsst ihr an der beliebigen Position ein Loch in der Größe des Ausströmers sägen. Dieses wird von außen mit drei Schrauben befestigt. Von innen wird das Rohr angesteckt. Jetzt nur noch die Kappe anstecken und fertig.
Erfahrungsbericht
Wir konnten unsere selbst eingebaute Autoterm Air 2D*bereits in der Praxis testen.
Unseren ersten Einsatz der Diesel-Standheizung hatten wir im spanischen Spätherbst. Tagsüber stellten wir die Heizung auf die kleinste Leistungsstufe. Dies reicht bereits aus, um unseren 6m-Van auf ca. 20 °C gemütliche Innenraumraumtemperatur zu beheizen. Die Außentemperatur betrug ungefähr 10 °C ohne Sonneneinstrahlung.
Das Beste an der Heizung ist, dass man sie ohne Probleme einfach durchlaufen lassen kann. Auch mehrere Tage sind in der Praxis kein Problem.
Bedienelement „Comfort Control“
Zur Nacht hin stellten wir unsere Heizung immer aus, wählten aber den „Thermostat-Modus“. Hier kam unser gewähltes „Comfort Control“-Bedienelement zum Einsatz, welches ein integrierten Temperaturfühler hat.
Den Thermostat-Modus kann man auf eine beliebige Temperatur stellen. Der Thermostat-Modus sorgt dafür, dass sich die Standheizung automatisch einschaltet, wenn die Temperatur auf 2 °C unter der eingestellten Temperatur fällt. Die Standheizung heizt dann so lange, bis die gewünschte Raumtemperatur + 1 °C erreicht ist und schaltet sich wieder aus.
Meistens stellen wir unseren Thermostat-Modus auf um die 15 °C ein, damit der Camper nicht zu stark abkühlt.
Zusätzlich kann man mit dem„Comfort Control“-Bedienelement* Timer einstellen. Meistens stellen wir uns einen Timer ein, wenn wir früh loswollen und die Heizung 20 Minuten vor dem Aufstehen bereits den Innenraum auf eine hohe Temperatur bringen soll.
Man kann insgesamt drei verschiedene Timer gleichzeitig aktivieren und sogar nach Wochentagen konfigurieren.
Heizleistung
Die 2 kW maximale Heizleistung der Autoterm Air 2D ist genau richtig für unseren 6m-Van. Eine gewisse Grunddämmung ist natürlich vorausgesetzt.
Stellt man die Standheizung auf maximale Heizleistung, so wird der Innenraum extrem schnell beheizt und nach einiger Zeit gleicht der Innenraum einer Sauna.
Meistens haben wir die Standheizung auf der kleinsten Leistungsstufe laufen und erreichen somit eine super angenehme Wohnraumtemperatur.
Die volle Heizleistung stellen wir morgens beim Aufstehen an, damit der Van nach einer kalten Nacht schnell wieder aufwärmt.
Eine 4 kW Standheizung, wie es einige Camper mit einem ähnlichen Van verbaut haben, wäre für unsere Bedürfnisse zu überdimensioniert.
Verbrauch
Wir sind überaus überrascht, wie wenig die Autoterm Air 2D verbraucht. Wir wussten zwar vorher, dass die Heizung zwischen 0,1 l und 0,24 l Diesel pro Stunde benötigt, jedoch fühlt sich das in der Praxis fast nach „nichts“ an.
Lediglich in Sachen Tanken sind wir jetzt etwas vorsichtiger geworden. Wir tanken jetzt lieber etwas zu früh als zu spät, damit wir nicht aus Versehen zu wenig Diesel für die Standheizung anBoardhaben.
Auch der Stromverbrauch ist sehr gering. Einen relevanten Mehrverbrauch haben wir nicht bemerkt. Der Verbrauch liegt zwischen 10 W und 29 W. Rechnerisch würde es heißen, dass man bei 10 Stunden Dauerbetrieb auf kleinster Stufe 100 Wh verbraucht.
Fazit
Der Einbau der Autoterm Air 2D hat sich für uns voll und ganz gelohnt. Ehrlich gesagt, hätten wir schon viel früher unseren Camper mit einer Diesel-Standheizung aufrüsten sollen.
Unser Komfort im Camper hat sich bei kühlen Außentemperaturen extrem erhöht. Mit unserer alten Gasheizung von Truma waren wir auf längeren Reisen immer sparsam, weil wir nicht plötzlich mit dem Gas leerlaufen wollten.
Jetzt lassen wir unsere Standheizung beruhigt den halben Tag oder sogar länger laufen, wenn wir mal nicht aus dem Camper kommen.
Und das Beste ist: kein lästiges Suchen nach der nächsten Gasfüllstation. Das hat uns besonders im Norden von Skandinavien enorm gestresst.
*Hinweis: Wir verwenden in unserem Beitrag Affiliate-Links. Das bedeutet, wir bekommen eine kleine Provision, wenn ihr über den Sternchen-Link (*) etwas kauft. Der Preis bleibt für euch natürlich immer derselbe und wir erhalten auch keine Daten oder Namen. Wenn ihr Interesse an den hier vorgestellten Produkten habt und unsere Arbeit unterstützen möchtet, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr über unseren Produktlinkeinkauft.
Die Insel Hornøya, die im Nordosten von Norwegen liegt, ist ein wahres Naturparadies, das mit seiner beeindruckenden Artenvielfalt Naturliebhaber aus der ganzen Welt anzieht. Diese kleine, aber faszinierende Insel bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten und ist ein absolutes Highlight für Ornithologen und Naturliebhaber.
Allgemeines
Hornøya ist eine kleine Insel, die sich nordöstlich der Stadt Vardø in der norwegischen Provinz Finnmark befindet. Mit einer Fläche von nur 0,4 Quadratkilometern mag die Insel auf den ersten Blick unscheinbar wirken, doch sie birgt eine erstaunliche Artenvielfalt. Die Lage der Insel macht sie zu einem wichtigen Rast- und Brutplatz für zahlreiche Vogelarten.
Auf der Insel befindet sich ein kleiner Pfad auf dem man in wenigen Minuten bis zum Hornøya fyrtårn (Leuchtturm) gehen kann. Am besagten Leuchtturm kann man sogar eine Unterkunft für die Nacht mieten. Weitere Informationen zu der Unterkunft am Hornøya fyrtårn findest du hier: www.hornoya.com/stay
Auf dem Weg zum Leuchtturm kommt man den tierischen Inselbewohnern unglaublich nahe. Überall haben die Seevögel hier ihre Brutplätze verteilt.
Anfahrt
Die Vogelinsel ist ausschließlich über eine kleine „Fähre“ von der Stadt Vardø aus erreichbar. Es handelt sich um ein kleines Schiff, das rund 20 Menschen gleichzeitig mitnehmen kann.
Tickets für die Bootsfahrt kann man sich in der Tourist-Info in Vardø kaufen. Nur einige Meter davon startet auch die Bootsfahrt zur Insel.
Ein Retour-Ticket für einen Erwachsenen kostet 600 NOK (Stand Juni 2023). Die Fähre legt fast stündlich ab und fährt auch mehrmals hintereinander, falls nicht alle Leute auf einmal auf das Boot passen. Die letzte Rückfahrt ist um 17 Uhr.
Fahrplan Hornøya (Stand Juni 2023)
Die Fahrt mit dem Boot zur Insel dauert nur rund 10 Minuten. Bitte beachtet, dass bei zu starkem Seegang keine Überfahrten stattfinden. Behaltet deshalb das Wetter im Auge und informiert euch im Zweifelsfall.
Beste Besuchszeiten
Besuchen kannst du die Insel von April bis September. Im April sind auch schon nahezu alle Seevögel auf der Insel eingetroffen und leiten die Brutzeit ein. Gegen Ende Juni schlüpfen meistens auch schon die ersten kleinen Papageientaucher.
Im Laufe des Augusts und Septembers verlassen die großen Seevögel-Kolonien Hornøya.
Nähere Informationen erhältst du auf der offiziellen Homepage: www.hornoya.com
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Die Vogelwelt auf Hornøya
Über 100 verschiedene Vogelarten wurden auf Hornøya registriert. In den Sommermonaten sind hier ca. 80.000 Vögel Zuhause – erstaunlich für diese kleine Insel.
Papageientaucher
Papageientaucher sind zweifellos eine der faszinierendsten Vogelarten auf Hornøya. Diese charakteristischen Vögel mit ihren bunten Schnäbeln und ihrem eleganten Flugverhalten sind ein wahrer Augenschmaus. Ganze 7.500 Paare Papageientaucher sind hier mit dem Aufziehen ihres Nachwuchses beschäftigt. Dieser farbenfrohe Vogel ist wohl das Highlight für die meisten Besucher der Insel.
Trottellumme
Die Trottellumme ist eine weitere bemerkenswerte Vogelart, die auf Hornøya zu finden ist. Diese eleganten Seevögel gehören zur Familie der Alkenvögel und sind für ihr elegantes Aussehen bekannt.
Während der Brutzeit zeigen die Trottellummen auf Hornøya ein beeindruckendes Sozialverhalten. Sie versammeln sich in großen Kolonien und nisten auf den Felsen und Klippen der Insel. Mit ungefähr 15.000 Paaren Trottellumen ist dies der zahlreichste Vogel auf der Insel.
Ihre charakteristischen Rufe schaffen eine einzigartige Atmosphäre. Es ist ein wahrhaft beeindruckendes Schauspiel, die Trottellummen in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.
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Krähenscharbe
Sehr auffällig sind auch die vielen Krähenscharben die hier ihren Brutplatz haben. Krähenscharben gehören zur Familie der Kormorane, unterscheiden sich aber durch das völlige Fehlen von Weiß am Körper vom gewöhnlichen Kormoran. Sie brüten am liebsten in den Felsspalten der Insel. So nah kamen wir noch nie an diese schönen Vögel. 1.300 Paare brüten hier im Sommerhalbjahr.
Tordalk
Die interessant aussehenden Tordalken findet man auch auf der Insel. Mit ungefähr 500 Brutpaaren sind sie eher weniger auf der Insel vertreten.
Verschiedene Möwenarten
Auch viele verschiedene Möwenarten bekommen hier ihren Nachwuchs. Darunter: Dreizehenmöwe, Eismöwe und Mantelmöwe.
Diese Möwenarten können während der Brutzeit auf Hornøya beobachtet werden, wenn sie ihre Nester auf den Felsen und Klippen der Insel errichten. Wir hatten das Glück und konnten Mitte Juni schon einige Möwenküken beobachten.
Weitere Vogelarten
Es lassen sich noch viele weitere Vogelarten auf Hornøya entdecken. Unter anderem: Seeadler, Kormoran, Dickschnabellumme, Schmarotzerraubmöwe, Eissturmvogel, Eiderenten und viele mehr.
Über das ganze Jahr wechseln die Bewohner von Hornøya. Im Winter lassen sich hier z.B. auch Prachteiderenten beobachten. Diese sind im Sommer nicht anzutreffen.
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Naturschutz
Es ist wichtig zu beachten, dass die Tiere auf der Insel trotz der relativen Nähe immer noch Wildtiere sind und ihr Schutz und Wohlbefinden oberste Priorität haben. Daher ist es wichtig, sich ruhig und respektvoll zu verhalten, um die Vögel nicht zu stören und ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht zu beeinträchtigen.
Fazit
Unser Besuch auf der Insel Hornøya war wirklich magisch. Wir waren Mitte Juni zu Besuch auf der Insel und konnten die Seevögelkolonien beim Brüten in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Ganze fünf Stunden haben wir dort verbracht und konnten sehr gute Fotos und Videos aufnehmen.
Es ist erstaunlich wie viele Vögel auf einer solch kleinen Insel ihren Brutplatz finden. Man kommt den kleinen Papageientauchern und den vielen anderen Seevögeln wirklich zum Greifen nahe. Teilweise muss man wirklich aufpassen, wo man hintritt, da die Vögel über die ausgewiesenen Gehwege laufen.
Bei der Vielzahl an Vögeln ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, etwas Vogelkot abzubekommen. Man sollte daher nicht unbedingt seine beste Kleidung tragen.
Neben der vielen Vögel konnten wir in der Ferne übrigens Wale beobachten.
Wer sich für die einzigartige Natur in Nordnorwegen und besonders für die Artenvielfalt interessiert, für den ist der Besuch der Insel Hornøya ein Muss.
Weitere Bilder von Hornøya
In Skandinavien lohnt es sich immer einFernglas*griffbereit zu haben. Ob Wale, Papageientaucher oder Adler. Mit einem Fernglas ist die Sicht einfach viel besser. Wir haben ein Fernglas von der Marke Kylietech und können es wärmstens empfehlen!
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